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Štětí

Štětí
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Štětí
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Litoměřice
Fläche: 5385 ha
Geographische Lage: 50° 27′ N, 14° 22′ OKoordinaten: 50° 27′ 11″ N, 14° 22′ 27″ O
Höhe: 155 m n.m.
Einwohner: 9.193 (2005)
Postleitzahl: 411 08
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 10
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Zdeňka Rulíšková
Adresse: Mírové nám. 163
411 08 Štětí
Website: www.steti.cz

Štětí (deutsch Wegstädtl) ist eine Stadt mit 9.137 Einwohnern am rechten Ufer der Elbe in Tschechien. Sie liegt zehn Kilometer nordöstlich von Roudnice nad Labem und gehört dem Okres Litoměřice an.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Ansiedlung in einer Ebene an der Elbe geht auf einen Meierhof der Herrschaft Melnik zurück , der bereits 1312 bestand. Der Ort erhielt zahlreiche Privilegien, wie die hohe und niedere Gerichtsbarkeit, unterstand aber als freie Schutzstadt der Leibgedingeherrschaft Melnik. 1561 schloss sich das örtliche Handwerk in Innungen zusammen. Die ältesten Stadtbücher stammen von 1593 und 1627.

Die Lage der Stadt unterhalb eines 40-50 m hohen Plateaus begünstigte den Obst- und Weinbau. Die Bewohner waren vorwiegend deutschsprachig, die Elbe bildete die Sprachgrenze.

Während des Dreißigjährigen Krieges fielen am 11. November 1620 Truppen der Ligierten mordend und plündernd in die Stadt und erschlugen zahlreiche Einwohner. Zwischen 1640 und 1648 fielen die Schweden mehrmals ein.

Auch im Siebenjährigen Krieg erfolgten Einquartierungen und Plünderungen; von Wegstädtl aus wurden mehrere Schiffbrücken über die Elbe geschlagen. Nach dem Einmarsch der Preußen in Böhmen in der Zeit des Zwetschkenrummels ereigneten sich 1778 mehrere Scharmützel zwischen den preußischen und österreichischen Truppen in der Umgebung der Stadt.

In der Vergangenheit wurde Wegstädtl von Elementarschäden heimgesucht. 1716, 1788 und 1851 brachen Stadtbrände aus. Hinzu kam noch die Choleraepidemie von 1803. Die Hochwasser der Elbe von 1784 und vom 30. März 1845 überfluteten jeweils über 70 Häuser völlig. Ähnliche Schäden erlitt die Stadt durch das Hochwasser vom August 2002.

Die Verkehrsanbindung erfolgte über Bezirksstraßen nach Dauba, Gastorf und Liboch, vor allem aber über die Schifffahrt auf dem Fluss. Entlang der früheren Österreichischen Nordwestbahn (Wien-Tetschen), die nordöstlich an der Stadt vorbeiführt, siedelten sich Betriebe an, darunter die 1870 gegründete Zuckerfabrik von Winterfeld und Heller, von der eine Schleppbahn zum Nordwestbahnhof eingerichtet wurde oder die Handschuhlederfabrik Leopold Jelinek. Zur am linken Elbufer angelegten Staatseisenbahn von Prag nach Bodenbach wurde im gegenüberliegenden Dorf Hniewitz (heute: Hněvice) eine Haltestelle mit anschließender Fährverbindung nach Wegstädtl eingerichtet. Im Rahmen der Elbe-Moldau-Regulierung wurde unterhalb der Stadt eine Staustufe in der Elbe errichtet. 1906 entstand ein Musterweingarten des Weinbauvereins für Böhmen. Die 1908 bei der Elbregulierung als Provisorium errichtete Pontonbrücke nach Hniewitz blieb bis 1973 in Betrieb und ist seither durch eine Betonbrücke ersetzt. Mit der Flussregulierung wurde auch die Schiffmühle außer Betrieb gesetzt.

Aufgrund der Beneš-Dekrete wurde die deutsche Bevölkerung 1945 enteignet und vertrieben.

1949 wurde in Štětí die größte Papierfabrik Mitteleuropas "SEPAP" errichtet und es entstanden neue Wohnsiedlungen.

Sehenswürdigkeiten

Wegstädtl besitzt ein regelmäßiges Straßenbild, dessen Zentrum zwei Plätze, der Große und der Kleine Ring bilden.

Die Stadtkirche St. Simon und Juda geht auf einen Vorgängerbau von 1300 zurück, der beim Hochwasser von 1784 einstürzte. Die 1785 erbaute Kirche ist mit Altarbildern des Malers Josef Kramolín ausgestattet. Das kunstvoll geschnitzte Gestühl wurde seinerzeit aus der Kirche St. Franziskus in Prag übernommen. Von der alten Kirche stammen zwei Glocken von 1530 und 1626, die beide mit tschechischer Inschrift versehen sind.

Persönlichkeiten

Ortsteile

Zur Stadt Štětí, in der ohne die Dörfer 7.880 Einwohner leben, gehören die Ortsteile Brocno (Brotzen), Čakovice (Tschakowitz), Chcebuz (Zebus), Hněvice (Hniewitz), Počeplice (Potscheplitz), Radouň (Radaun), Stračí (Stratschen), Újezd (Aujezd) und Veselí (Fröhlichsdorf).