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Zwergwüstengecko

Zwergwüstengecko

Zwergwüstengecko (Tropiocolotes steudneri)

Systematik
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Geckoartige (Gekkota)
Familie: Geckos (Gekkonidae)
Unterfamilie: Eigentliche Geckos (Gekkoninae)
Gattung: Tropiocolotes
Art: Zwergwüstengecko
Wissenschaftlicher Name
Tropiocolotes steudneri
Peters, 1869

Der Zwergwüstengecko (Tropiocolotes steudneri) ist eine Art der Geckos (Gekkonidae).

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Der von Hermann Steudner entdeckte Zwergwüstengecko ist in der zentralen und östlichen Sahara weit verbreitet. Bekannte Fundorte liegen in fast ganz Ägypten (ausgenommen der Sinai-Halbinsel) bis zum nördlichen Sudan sowie in Südost-Libyen und Algerien. In Marokko und Tunesien scheint diese Art nicht vorzukommen. Tropiocolotes steudneri wird oft in Wüstengebieten mit sandigem Boden unter Steinen gefunden.

Verhalten

Tropiocolotes steudneri bewegt sich etwas langsamer als seine agileren nahen Verwandten (siehe unten) und wird weniger häufig beim klettern und springen beobachtet, wozu sie jedoch, besonders in Notsituationen, durchaus in der Lage sind. Während der nächtlichen Nahrungssuche schlägt Tropiocolotes steudneri regelmäßig seinen Schwanz in langsamen, seitlichen Bewegungen hin und her. Sie geben gelegentlich fiepende Töne von sich, die leisem Vogelzwitschern ähneln.

Beschreibung

Tropiocolotes steudneri erreicht eine maximale Rumpf-Länge von bis zu 33 mm und eine Schwanzlänge von 41 mm. Die Rückenschuppen sind glatt oder nur schwach gekielt und etwas geschindelt, die Bauch- und Kehlschuppen glatt. Um die Rumpflänge zählt man 45-60 Schuppen. Von der Schnauzenspitze bis auf die Schulter verläuft ein braunes Band, das im Halsbereich etwas verblasst sein kann. In Ägypten gibt es zwei Zeichnungsformen. Die dreifarbige hat eine mittelbraune Grundfärbung. Darauf befinden sich in Längsbinden angeordnete hellere und dunklere Flecken. Die zweifarbige Form hat auf sandfarbenem Grund größere schwarze Flecken, die manchmal zu Querbändern verschmelzen. Der Schwanz aller Zeichnungsformen ist meist deutlicher gebändert (das Bild oben zeigt ein Männchen mit regeneriertem Schwanz). Die Bauchseite ist weißlich.

Terrarienhaltung

Tropiocolotes steudneri und seine nahen Verwandten (siehe unten) können unter gleichen Bedingungen gehalten werden. Da Zwergwüstengeckos in der Regel nicht territorial und Artgenossen gegenüber wenig aggressiv sind, kann man sie in mehreren Gruppen aus Männchen und Weibchen halten (Ausnahmen bestehen gegen die Regel und so ist es empfehlenswert nur ein Männchen mit mehreren Weibchen zu halten, so werden eventuelle Machtkämpfe vermieden). Ein Terrarium mit 1-3 Individuen sollte mindestens mit 30x30x30 cm, eines mit 4-5 Individuen mindestens mit 50x30x30 cm bemessen sein. Der Boden des Wüstenterrariums sollte von einer 3-5 cm dicken Sandschicht bedeckt sein. Zur Dekoration und als Versteckplätze dienen einige Steine, sowie alte Wurzeln. Zur Bepflanzung, auf die auch ganz verzichtet werden kann, eignen sich besonders kleinere Euphorbien. Obwohl die Tiere als nachtaktiv gelten, sind sie doch auch des Öfteren tagsüber agil und aktiv. Deshalb ist eine UV-Leuchtröhre empfehlenswert. Zusätzlich eine Wärmelampe, die die Temperaturen tagsüber im Sommer auf 35-38°C hält und im Winter auf 25°C. Nachts benötigen Tropiocolotes steudneri im Sommer 25°C und im Winter 20°C, wobei einige Arten (besonders Persica Euporbiacola) nachts erhebliche Temperaturschwankungen zu bewältigen haben. Daher ist die Nachttemperatur zu vernachlässigen. Die nächtlichen Temperaturen werden am besten mit einer speziellen Mondlichtlampe erreicht, die auch das perfekte Licht zum Jagen bietet. In den Wintermonaten sind häufige Wassergaben erforderlich, die hauptsächlich die Fortpflanzungsbereitschaft fördern.

Ernährung

Zur Ernährung kommen nur kleine Insekten und Spinnentiere in Betracht, wie Drosophila, Mikroheimchen und sehr kleine Mehlwürmer. Weibchen benötigen verstärkt ein Kalziumpräparat, das den Knochenbau fördert.

Verwandte

Tropiocolotes steudneri ist der bekannteste Gecko der Zwergwüstengeckos. Seine Verwandten ähneln ihm in fast jeder Hinsicht. Für Laien unterscheiden sich lediglich etwas die Rückenmuster. Ansonsten können nur Experten folgende Arten durch Kehlschuppen und Lamellen unterscheiden: