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Abraham von Schönberg

Abraham von Schönberg (* 11. März 1640 in Freiberg; † 4. November 1711 ebenda) war ein sächsischer Staatsmann, Oberberghauptmann und Reformer des Berg- und Hüttenwesens in Kursachsen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der aus dem alten Adelsgeschlecht derer von Schönberg war der Sohn des Rittmeisters Abraham von Schönberg auf Frauenstein und Rechenberg und der Anna Maria, geborene von Bünau († 1667). Abraham war der jüngste von acht Geschwistern und kam in Freiberg zur Welt, wohin seine Mutter mit den Kindern vor den Kriegswirren aus Frauenstein geflohen war.

Abraham von Schönberg wuchs zunächst in ärmlichen Verhältnissen, der Besitz der Familie war zwischen 1632 und 1634 von den kaiserlichen Tuppen und 1639 nochmals durch die Schweden geplündert und niedergebrannt worden. Er stand unter der Vormundschaft Nicol von Schönbergs auf Oberschöna auf, da sein Vater bereits vor seiner Geburt 1639 nach der Zerstörung Frauensteins verstorben war. In dieser Zeit erlebte er die zweimonatige schwedische Belagerung Freibergs durch General Torstensson. Erst 1647 konnte die Mutter die Güter Frauenstein und Rechenberg verkaufen und war nicht mehr auf Unterstützung der Verwandtschaft angewiesen. Im selben Jahre nahm ihn sein Vormund zu sich nach Oberschöna. Bis zur Aufnahme seines Studiums lebte Abraham von Schönberg bei Nicol von Schönberg, der von 1644 bis 1650 als Kriegskommissar des Erzgebirges und ab 1651 als Amtshauptmann zu Lauterstein und Wolkenstein wirkte.

1656 wurde er an der Universität Jena immatrikuliert und ab 1659 setzte Schönberg an der Universität Wittenberg seine Studien der Staatswissenschaften, Philosophie und Rechte fort. Im Anschluss an das Studium ging er auf Kavalierstour und erhielt danach eine Ausbildung im Bergfach in den Bergrevieren Annaberg und Schneeberg. Nach seiner Ernennung zum Bergkommissionsrat war von Schönberg im sächsischen Bergstaat tätig und organisierte die Wiederbelebung des seit dem Dreißigjährigen Krieg zusammengebrochenen Bergbaus. Zu den Verdiensten von Schönbergs gehörte in dieser Zeit u.a. das 1667 durch Kurfürst Johann Georg II. erlassenen Mandat über die Fertigung von Grubenrissen, das die Bergwerke zur Risshaltung und Hinterlegung eines Grubenrisses beim Oberbergamt verpflichtete. Zur Unterbringung der Risse ließ er 1679 das Haus des verstorbenen Freiberger Zehntners Friedrich Schönlebe als Bergamtshaus ankaufen und darin ein oberbergamtliches Rissarchiv einrichten.

Am 11. April 1668 wurde er zum Vizeberghauptmann und zwei Jahre später zum Berghauptmann und zum Amtshauptmann in Freiberg und Grillenburg ernannt. 1669 heiratete er Agnes von Schönberg (1647-1693), die Tochter von Hanns Georg von Schönberg auf Wingendorf und Oberschöna, mit der er zwei Kinder Maria Margaretha (1676-1677) und Johannes Abraham (1678-1680) hatte.

Im Herbst 1670 setzte bei von Schönberg eine fortschreitende Muskellähmung in den Oberschenkeln ein, die er durch mehrmalige Kuraufenthalte in Karlsbad zu lindern suchte. Nachdem am 1. September 1676 der Oberberghauptmann Caspar von Schönberg verstorben war, wurde Abraham von Schönberg eine Woche später dessen Amtsnachfolger. 1681 übernahm von Schönberg auch die Funktion des Kreishauptmanns des Erzgebirgischen Kreises.

Von Schönberg entwarf 1675 eine neue Bergordnung für Kursachsen, deren Einführung von den Ständen wegen des Ausbaus der Berggerichtsbarkeit verhindert wurde. Darauf hin publizierte er 1693 seine "Ausführliche Berginformation bey dem Berg- und Schmeltzwesen", deren Inhalt in wesentlichen Teilen aus seinem Entwurf zur Bergordnung stammte. 1694 schloss er seine zweite Ehe mit Eleonora verw. von Neitzschütz, geb. von Ende (1658-1702), die das Rittergut Borthen in die kinderlos gebliebene Ehe einbrachte. Seit 1697 war von Schönberg durch eine Lähmung ans Krankenbett gefesselt, von dem aus er seine Amtsgeschäfte weiterführte.

Zu seinen Erfolgen gehörte die 1702 in Freiberg gegründete Bergstipendienkasse zur Finanzierung einer fundierten Ausbildung bergmännischer Fachleute, die einen Vorgänger der Bergakademie Freiberg darstellt. 1703 heiratete Abraham von Schönberg zum dritten Mal. Die Ehe von Auguste Christine von Thümen († 1730) blieb ebenfalls ohne Nachkommen. 1710 entstand nach seinen Plänen die Generalschmelzadministration zu Freiberg. Zusammen mit Ehrenfried Walther von Tschirnhaus, Johann Friedrich Böttger und Gottfried Pabst von Ohain arbeitete von Schönberg an der Entwicklung eines Verfahrens zur Porzellanherstellung aus Kaolinerde.

Nach seinem Tode verlas Superintendent Christian Lehmann nach dem Wunsche des Verstorbenen eine von Schönberg verfasste Autobiographie, durch die viele Informationen aus Schönbergs Leben bis heute überliefert sind. Sein Grabmal befindet sich im Kreuzgang des Domes zu Freiberg. Mit seinem Tode erlosch die Frauensteiner Linie der Schönberger.

Abraham von Schönberg hatte fünf Schwestern und zwei Brüder. Seine Schwester Agnes Eleonore heiratete Heinrich Haubold von Einsiedel, und Catharina Sybilla war die Ehefrau des Wittenberger Hofrichtes Christian von Loss. Sein Bruder Caspar Abraham von Schönberg († 1703) wirkte als Kanzler in Sachsen-Weißenfels.

Werke

Literatur

Personendaten
Schönberg, Abraham von
sächsischer Reformer des Bergbaus und Hüttenwesens
11. März 1640
Freiberg (Sachsen)
4. November 1711
Freiberg (Sachsen)