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Kulli-Kultur

Die Kulli-Kultur ist die moderne Bezeichnung einer bronzezeitliche Kultur im südlichen Belutschistan, die in etwa zeitgleich (ca. 2500 - 1900 v. Chr.) mit der Induskultur existierte und mit dieser eng verwandt war. Sie ist benannt nach einem Ort in Kolwa, wo Sir Aurel Stein diese Kultur zum ersten Mal entdeckte.

Der Kulli-Kulturkomplex ist bisher wenig erforscht. Es gibt bisher kaum Kulli-Orte, an denen großflächig gegraben worden ist.

Inhaltsverzeichnis

Siedlungen

Typisch sind große stadtartige, anscheinend planmäßig angelegte Siedlungen. Die Steinhäuser wurden entlang von geraden Straßen errichtet. Die größte bisher entdeckte Stadt ist Murda Sang mit ca. 35 ha, in deren Nähe sich auch zwei mächtige Dammanlagen fanden. Daneben gibt es aber auch zahlreiche kleinere Ortschaften. Hauptwirtschafszweig war sicherlich der Ackerbau, wobei Dammanlagen auf eine ausgeklügelte Bewässerungswirtschaft hindeuten.

Materielle Kultur

Die Keramik und andere Objekte (z.B. kleine Tonfiguren) der Kultur sind eindeutig mit der Induskultur verwandt. Es gibt aber lokale Varianten, vor allem in der Keramik. Momentan muss die Frage offen bleiben, ob die Kulli-Kultur eine provinzielle Variante der Induskultur war oder einen eigenen Kulturkomplex darstellt. Auf alle Fälle kann von einem intensiven Handel zwischen beiden Kulturen ausgegangen werden. Kulli Keramik fand sich auch in Umm An-Nar auf der arabischen Halbinsel und im Iran. In der Kulli-Kultur waren bereits Siegel in Gebrauch.

Ende

Nach dem Ende der Kulli-Kultur, kurz nach 2000 v. Chr. war das südliche Belutschistan anscheinend längere Zeit unbesiedelt oder zumindest von nur wenigen Menschen bewohnt.

Literatur