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Philipp VI. (Frankreich)

Philipp VI., frz. Philippe VI de Valois; (* 1293 in Fontainebleau; † 22. August 1350 in Reims) war König von Frankreich von 1328 bis 1350.

Leben

Er wurde 1293 als ältester Sohn Karls von Valois, dem jüngeren Bruder König Philipps IV., und dessen erster Gemahlin Marguerite von Anjou-Sizilien, geboren. Seine erste Frau, Johanna von Burgund heiratete er im Juli 1313 in Fontainebleau. Sie verstarb 1348 an der Pest, ähnlich wie die Frau seines Sohnes Johann II. Bereits ein Jahr später, am 29. September 1349, heiratete er die Verlobte seines Sohnes, Blanche von Navarra, die 16 Jahre alt war. Er war 40 Jahre älter.

Philipp VI. galt als tapfer, ritterlich und impulsiv, zuweilen aber auch als dünkelhaft und etwas leichtsinnig. Er begründete die bis 1589 regierende Dynastie der Valois. Er galt, trotz der schmerzlichen Niederlagen in seinen späten Regierungsjahren (ab 1346) und dem Aufkommen der Pest in Frankreich (ab 1348), als einer der fähigsten Könige auf dem Lilienthron. Philipp mischte sich in die Auseinandersetzung zwischen dem Papst und Kaiser Ludwig dem Bayern ein, um daraus Profit zu schlagen.

Nach dem Tode seines Vaters (1325) wurde er Graf von Valois. Als mit Karl IV. 1328 der letzte Kapetinger in direkter Linie ausstarb, wurde Philipp als Cousin des Verstorbenen zuerst zum Regenten ernannt und am 29. Mai 1328 in Reims zum König von Frankreich gekrönt.

Erste Erfolge in seiner Regierung war die siegreiche Schlacht von Cassel (1328) sowie der Lehnseid des englischen Königs Eduard III. (1329, 1331). Doch Eduard III. beanspruchte für sich als Sohn Isabellas von Frankreich, der Tochter Philipps IV., selbst die Krone Frankreichs. Philipp VI. reagierte daraufhin, indem er die Guyenne, den letzten Festlandsbesitz Englands, besetzen ließ (1337). Unwissentlich löste er den Hundertjährigen Krieg aus. Philipp konnte eine erste Invasion Eduards (1339) zurückschlagen, vermochte aber nicht den Untergang der französischen Flotte bei Sluis (1340) zu verhindern.

1341 wurde aus Geldmangel auf beiden Seiten ein Frieden geschlossen, doch schon 1345 marschierte Eduard noch einmal, dieses Mal erfolgreich, in Frankreich ein. Philipp stellte sich ihm am 26. August 1346 bei Crécy. Das französische Heer wurde vernichtend geschlagen. Der mit ihm verbündete blinde König Johann von Böhmen fiel. (Die Frau seines Sohnes Johann II. war zu 50% böhmischer Abstammung.) Philipp entkam mit knapper Not. In dieser Schlacht konnten sich 12.000 Engländer, die jedoch über 8.000 Bogenschützen verfügten, gegen 40.000 Franzosen, größtenteils schwere Kavallerie, durchsetzen. Damit wurde der Niedergang des Rittertums eingeleitet.

1347 belagerte Eduard III. Calais, das sich schließlich ergab. Danach wurde wieder Frieden geschlossen. Er hat 1349 die Krondomäne (Domaine royal) durch Ankauf der Dauphiné erweitert. Jeder zukünftige Thronfolger trug fortan den Titel "Dauphin".

Bereits am 22. August 1350 verstarb er aus Altersgründen; er wurde 57 Jahre alt. Er hinterließ Frankreich bei seinem Tod in einem kritischen Zustand, nämlich einem befristeten Waffenstillstand mit England, der aber schon bald unter der nun folgenden Regentschaft seines Sohnes Johann auslaufen sollte.

Nachfahren

Mit seiner ersten Frau Johanna von Burgund († 1348) hatte Philipp VI. die folgenden Kinder:

Seine zweite Frau Blanche oder Blanka von Navarra schenkte ihm eine Tochter:

Personendaten
Philipp VI.
König von Frankreich von 1328 bis 1350
1293
Fontainebleau
22. August 1350
Reims