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Siegfried Wagner

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Siegfried Wagner (Begriffsklärung) aufgeführt.

Siegfried Helferich Richard Wagner (* 6. Juni 1869 in Tribschen bei Luzern, † 4. August 1930 in Bayreuth) war ein deutscher Komponist und Leiter der Bayreuther Festspiele.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Siegfried Wagner wurde 1869 als drittes Kind von Richard Wagner und Cosima von Bülow geboren. Eine Heirat der Eltern war erst 1870 möglich. Nach dem Tod des Vaters 1883 trug sich Siegfried Wagner zunächst mit dem Gedanken an ein Studium der Architektur, wandte sich aber dann doch der Musik zu. Seine musikalische Ausbildung erhielt er bei Engelbert Humperdinck und Julius Kniese.

Im Jahr 1908 übernahm er von seiner Mutter die Leitung der Bayreuther Festspiele, die er bis zu seinem Tode 1930 innehatte. Mit unermüdlichem Arbeitseifer gelang es ihm, die mit Beginn des Ersten Weltkrieges abgebrochene Festspieltradition 1924 wieder aufzunehmen. Zur Finanzierung der kostspieligen Festspiele, bei denen damals der Kartenverkauf noch keineswegs selbstverständlich war, unternahm Siegfried Wagner neben der künstlerischen Arbeit bei den Festspielen etliche Konzertreisen und Dirigate.

Siegfried Wagner hatte alle Hände voll zu tun, um auf juristischem und finanziellem Wege den wegen seiner Homosexualität ausgesetzten Erpressungen Widerstand zu leisten. 1914 kündigte er an, er werde das gesamte Wagnererbe in eine Richard-Wagner-Stiftung des deutschen Volkes umwandeln.

In den Jahren nach 1924 setzte Siegfried Wagner sich für eine zeitgemäße Modernisierung der Festspielaufführungen ein, insbesondere auch durch die Verpflichtung des Bühnenbildners Kurt Söhnlein. Einer seiner innigsten Wünsche war eine Neuinszenierung des Tannhäuser, die 1930 Wirklichkeit werden sollte. Für diese Inszenierung war Siegfried Wagner auch das Engagement des bedeutenden Dirigenten Arturo Toscanini gelungen. Allerdings gestalteten sich die Proben mit dem reizbaren und nur gebrochen deutsch sprechenden Toscanini angesichts der hohen künstlerischen Ansprüche des Maestros an sein Orchester in dem zudem drückend heißen Festspielsommer 1930 sehr anstrengend. Siegfried Wagner erlitt bei einer der Proben einen Herzinfarkt, von dem er sich nicht mehr erholen sollte, und starb, ohne die Verwirklichung der von ihm so sehr gewünschten Inszenierung erlebt zu haben.

Neben seinen Leistungen für die Bayreuther Festspiele war Siegfried Wagner auch selbst als Komponist tätig. Er schuf 17 Opernwerke, zu denen er nach dem Vorbild seines Vaters selbst die Libretti schrieb, denen allerdings ein durchschlagender Erfolg bei den deutschen Bühnen versagt blieb. Trotzdem werden auch diese Werke, vor allem die erste Oper Siegfried Wagners, Der Bärenhäuter, bis heute gelegentlich aufgeführt.

1925 übernahm Siegfried Wagner gemeinsam mit Winifred Wagner das Ehrenpräsidium des völkischen Bayreuther Bundes der deutschen Jugend.

Im Jahre 1915 heiratete Siegfried Wagner die Pflegetochter Klindworths, Winifred Williams, die nach seinem Tode die Festspielleitung übernahm. Aus der Ehe stammen vier Kinder: Wieland, Friedelind, Wolfgang und Verena Wagner.

Der vorehelichen Liebesbeziehung zu einer Bayreuther Pastorengattin entstammte der bereits 1901 geborene illegitime Sohn Siegfried Wagners, Walter Aign (1901–1977).

Siegfried Wagner ruht auf dem Friedhof in Bayreuth.

Werke

Opern

Sonstige Werke

Siehe auch

Literatur

Personendaten
Wagner, Siegfried Helferich Richard
deutscher Komponist und Leiter der Bayreuther Festspiele
6. Juni 1869
Tribschen bei Luzern
4. August 1930
Bayreuth