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Minderwuchs

Der Ausdruck Minderwuchs oder Hyposomie ist eine inzwischen zunehmend verdrängte Bezeichnung für ein von der Norm abweichendes, geringeres Wachstum in der Körperhöhe, das durch verschiedene Wachstumsstörungen hervorgerufen werden kann. Im gesellschaftlichen Diskurs wird der Begriff oft als abwertend interpretiert (ähnlich wie „Zwerg“ bzw. „Zwergwuchs“, den er einmal zur Vermeidung von Diskriminierung ersetzen sollte). Tatsächlich bezieht sich der klinische Terminus jedoch auf den Prozess des verminderten – also verringerten – Wachstums. Insgesamt wird angestrebt, den Begriff Minderwuchs durch Kleinwuchs zu ersetzen, obwohl noch darüber diskutiert wird, ob dies der wissenschaftlichen Definition gerecht wird, die den Kleinwuchs als Unterform des Minderwuchses betrachtet. Man unterscheidet in der Medizin, abhängig von der Ausprägung und dem Bezug zur normalverteilten Körperhöhe der Gesamtbevölkerung, zwei Formen des Minderwuchs:

Festzuhalten ist, dass es bei einigen Skelettdysplasien zu einem verringerten Körperhöhenwachstum kommt, ohne dass dabei die Definition des Kleinwuchses erfüllt wird. So sind beispielsweise bei der Hypophosphatasie oder der Osteogenesis imperfecta einige Patienten deutlich kleiner als der statistische Bevölkerungsdurchschnitt, jedoch meist etwas größer als 1,40/1,50m. Andere Betroffene hingegen erfüllen die Kriterien für den Kleinwuchs. Insofern sprechen sich einige Gruppen dafür aus, neben dem Begriff Kleinwuchs auch den Terminus Minderwuchs beizubehalten.

Inhaltsverzeichnis

Differenzialdiagnose und Ursachen

Grob einteilend können pränatale und postnatale Ursachen definiert werden.

Pränatale Ursachen

Postnatale Ursachen

Hinsichtlich der klinischen Präsentation unterscheidet man den proportionierten Minderwuchs vom dysproportionierten Minderwuchs:

Proportionierter Minderwuchs (Beispiele)

Dysproportionierter Minderwuchs (Beispiele)

Therapie des Minderwuchses

Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Ist eine mangelnde Versorgung mit den zum Wachstum benötigten Nährstoffen, Vitaminen u.ä. die Ursache, müssen die Defizite ausgeglichen werden, ggfs. durch Umstellung der Ernährung. Bei Störungen der hormonellen Schiene muss der Hormonstatus ausgeglichen werden, z.B. durch die Gabe von Wachstumshormonen. Auf diese Weise lässt sich jedoch nur so lange korrigierend eingreifen, wie das Skelett noch im Wachstum befindlich ist. Nach Abschluss des Skelettwachstums bringen diese Maßnahmen nichts mehr. In der Regel ist hierzu also die Bestimmung des Knochenalters von zentraler Bedeutung.

Siehe auch

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