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ProDiako

Die PRO|DIAKO gGmbH mit Sitz in Hannover ist ein gemeinnütziger Anbieter von Gesundheits- und Pflegedienstleistungen. Die Aufgabe der PRO|DIAKO ist das Führen und Betreiben von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gegründet wurde PRO|DIAKO 1999 von evangelischen Krankenhausträgern in Niedersachsen unter Beteiligung des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Ein wesentliches Ziel der PRO|DIAKO war es, alle nach außen gerichteten Aktivitäten zu bündeln, um den beteiligten Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen Hilfe zur dauerhaften Stärkung ihrer jeweiligen Marktposition bringen. Erste wirtschaftliche Vorteile konnten erreicht werden. Darüber hinaus fand ein nicht in Euro quantifizierbarer Erfahrungsaustausch in allen Leistungsbereichen der Medizin, Pflege und Verwaltung statt.

Der anfänglich lockere Verbund mit anfangs 13 Krankenhäusern mit ca. 2.300 Betten, zwei stationäre Pflegeeinrichtungen, eine Einrichtung Betreutes Wohnen, fünf ambulante Pflegedienste, und drei Reha-Einrichtungen, hat die Kooperationsbereitschaft und die Gemeinsamkeiten der beteiligten Gesellschaftereinrichtungen gefördert. Um nachhaltig den eigenen Ansprüchen einer durchgängigen organisatorischen und fachlichen Ausrichtung gerecht werden zu können, mussten die Voraussetzungen einer möglichst einheitlichen Gesellschaft und Führungsstruktur geschaffen werden. Deshalb fassten die Gesellschafter 2002 den Entschluss, die Einrichtungen unter einer Dachorganisation weiterzuentwickeln. Im Juli 2003 wurde die PRO|DIAKO–Holding gegründet.

Die Gesellschafter von fünf evangelischen Krankenhausträgern (Evangelisch-Lutherische Diakonissen-Mutterhaus Rotenburg (Wümme) e.V., Stiftung Evangelisches Krankenhaus Holzminden, Evangelische Stiftung Alt- und Neu-Bethlehem in Göttingen, Mündener Krankenhausverein in Hann. Münden und Stiftung Bethesda in Bad Pyrmont), brachten den Betrieb ihrer Krankenhäuser (ca. 1.700 Betten) und Altenhilfeeinrichtungen in die Holding ein. Zunächst wurden von den beteiligten Gesellschaftern die entsprechenden Betriebe in Betriebsgesellschaften ausgegliedert. In einem zweiten Schritt traten die Gesellschafter ihre Teilgesellschaftsanteile an ihren Betriebsgesellschaften in Höhe von 51 Prozent – an der Diakoniekrankenhaus Rotenburg (Wümme) gGmbH zu 30 Prozent – an die PRO|DIAKO ab. Im gleichen Zuge wurde das Eigenkapital der PRO|DIAKO um den Wert der übertragenen Geschäftsanteile erhöht.

Ausschlaggebend für die Auswahl der Holdingstruktur war, bisher rechtlich eigenständig geführte Einrichtungen in eine gemeinsam getragene Unternehmung zusammenzuführen. Dabei wird die strategische Führung durch die Zusammenarbeit zwischen der Holding mit der Geschäftsführung der operativen Gesellschaften gesichert, wobei die Holding die strategischen Rahmenbedingungen vorgibt. Die Entwicklung des Konzerns seit Gründung der Holding ist geprägt durch umfängliche Restrukturierungsmaßnahmen in den Einrichtungen, um zukunftssichere Strukturen zu schaffen.

Die PRO|DIAKO-Holding erwirtschaftete 2002 einen Jahresumsatz von 200 Millionen Euro mit 3.500 Mitarbeitern. 2006 beschäftigte die Holding 3.166 Vollzeitkräfte und erwirtschaftet einen Gesamtumsatz von 272 Millionen Euro.

Die 100% Tochtergesellschaften PRO|DIAKO Management GmbH und PRO|DIAKO Service GmbH sind zwecks Erbringung von Dienstleistungen (Medizincontrolling, Catering, Reinigung), insbesondere für die Unternehmen in der PRO|DIAKO–Gruppe, gegründet worden.

Regionale Partnerschaften und Wachstum

Sukzessive konnten seit der Unternehmensgründung mit kommunalen und auch kirchlichen Krankenhausträgern Verträge abgeschlossen werden, in denen die strukturelle (nicht nur die eigentumsmäßige) Einbindung dieser Einrichtungen in die PRO|DIAKO-Gruppe vereinbart wurde. Die Aktivitäten bewegen sich auf drei Handlungs- und Vereinbarungsebenen:

2003 beteiligte sich noch das Städtische Krankenhaus Wittingen als kooperierende Einrichtung an der PRO|DIAKO -Gruppe, wurde im Juli 2005 aber von Rhön-Klinikum AG übernommen. Im gleichen Jahr veranstaltete die PRO|DIAKO in Hannover einen Pflegekongress mit 325 Teilnehmern aus 11 Kliniken.

Zum 30. Dezember 2003 umfasste die PRO|DIAKO-Gruppe 13 Krankenhäuser (darunter fünf Einrichtungen innerhalb der PRO|DIAKO-Holding) mit insgesamt 3.496 Betten und behandelte 238.000 ambulante und stationäre Patienten. Die Gruppe beschäftigte 7.620 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 371 Mio. Euro.

Am 1. April 2004 unterzeichnete PRO|DIAKO mit der Firma Sitex, den Simeonsbetrieben in Minden, einen Rahmenvertrag über eine Voll-Wäscheversorgung für alle Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, um Kostenreduzierungen zu erzielen.

Im Juli 2005 kam es trotz massiver Proteste aus der Bevölkerung zur Schließung der klinikeigenen Küche im Evangelischen Vereinskrankenhaus in Hannoversch Münden, da die PRO|DIAKO hierfür einen Vertrag mit dem externen Service-Unternehmen CV logistics GmbH, eine Tochtergesellschaft der coavia Beteiligungs GmbH & Co. KG, Flensburg, abgeschlossen hat. Einige PRO|DIAKO-Krankenhäuser werden seit dem aus der Großküche des Universitätsklinikums der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg versorgt. Hierzu wird das Patientenessen in Magdeburg vorgegart und schockgekühlt und dann zum Logistikzentrum im Bathildis-Krankenhaus nach Bad Pyrmont transportiert. Dort wird es portioniert, auf Tellern angerichtet und weiter nach Hannoversch Münden und anderen Krankenhäusern u.a. nach Alfeld ausgeliefert, wo dann in Transportwagen auf den Stationen das Essen für die Patientenverpflegung fertiggegart wird, sog. Cook and Chill-Verfahren.

Im Oktober 2005 stieg PRO|DIAKO aufgrund von Schwierigkeiten mit Besitzstandsrechten von Arbeitnehmern öffentlicher Krankenhäuser von seinem Vorhaben einer Holding-Bildung im Landkreis Northeim aus. Geplant war ein Zusammenschluss von fünf Krankenhäusern zu Leine-Solling-Kliniken mit dem Sertürner Krankenhaus in Einbeck, das Evangelische Krankenhaus in Bad Gandersheim und die ASK, Albert-Schweitzer-Krankenhäuser Northeim-Uslar gGmbH unter dem Dach der PRO|DIAKO.

Zum 1. Januar 2007 übernahm die PRO|DIAKO über die PRO|DIAKO Management GmbH die Betriebsführung für die defizitären Krankenhäuser der Aller-Weser-Klinik mit den Standorten Achim und Verden. Auf diesem Wege kann die strategische Partnerschaft, die mit dem 2005 geschlossenen Kooperationsvertrag begründet wurde und die für die Region um das Diakoniekrankenhaus Rotenburg (Wümme) wichtig ist, vertieft werden. [1]

Mit der Lambertinum Seniorenwohnanlage gGmbH in Hildesheim wurde im Januar 2005 erstmals mit einem Träger der Altenhilfe (stationäre Altenpflegeinrichtung, Betreutes Wohnen und ambulante Pflege) ein Vertrag zur Zusammenarbeit und zur Übernahme der Geschäftsführung abgeschlossen.

Mit der Vereinbarung einer Strategischen Partnerschaft sichern sich die Vertragspartner zu, das jeweilige Handeln darauf auszurichten, die Krankenhausstandorte der Partner im Sinne einer vernetzten Struktur weiterzuentwickeln, um die wohnortnahe Gesundheitsversorgung sicherzustellen und auszubauen. Solche Kooperationsvereinbarungen sind Ende 2004/Anfang 2005 mit den Trägern des Kreiskrankenhauses in Hameln und des St. Bernward Krankenhauses in Hildesheim getroffen worden.

Im September 2007 wurde bekannt, dass die beiden seit April 2004 fusionierten Häuser in Alfeld und Gronau zur Leinebergland-Kliniken gGmbH sich wieder trennen, und das vormalige Johanniter-Krankenhaus Gronau wieder aus der PRO|DIAKO-Holding herausgelöst werden soll.

Organisationsstruktur

Gesellschafter

Der PRO|DIAKO – Konzern umfasst die verbundenen Unternehmen nach § 294 Abs. 1 HGB sowie die assoziierten Unternehmen nach § 311 HGB.

Anteile an verbundenen Unternehmen

Anteile an assoziierten Unternehmen

Folgende Einrichtungen sind über Managementverträge in die Unternehmensgruppe eingebunden:

Kooperationsverträge im Sekundär- und Tertiärleistungsbereich

Geschäftsführung

Ärztlicher Direktor des Diakoniekrankenhauses Seehausen (Altmark) gGmbH

Aufsichtsrat

Aufsichtsratsvorsitzender seit 1. Februar 2006 ist Manfred Schwetje, Direktor des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und zuvor Vorsteher der Rotenburger Werken der Inneren Mission, eine große diakonischen Einrichtung für Menschen mit Behinderung.

Weiteres Aufsichtsratsmitglied seit Juli 2006 ist Prof. Dr. Hanns-Stephan Haas, Theologe, Buchautor und Geschäftsführer der Bundesakademie für Kirche und Diakonie (ehemals: Diakonischen Akademie Deutschland gGmbH) in Berlin, Geschäftsführer des Diakonischen Instituts für Qualitätsmanagement, -entwicklung und Forschung (DQF) in Berlin und Gründungsrektor der privaten Fachhochschule der Diakonie (FHdD) in Bielefeld-Bethel.


Wirtschaftliche Entwicklung

Die gesamte PRO|DIAKO–Gruppe umfasst die eigenen Tochtergesellschaften, die verbundenen und assoziierten Unternehmen (Konzern) sowie die über Managementverträge angeschlossenen Unternehmen. Hier hat in den Jahren 2003 bis 2006 ein stetiger Wechsel stattgefunden. Deshalb sind lediglich vom Konzerngebilde die wirtschaftlichen Kennzahlen vergleichbar.

Der PRO|DIAKO–Konzern erwirtschaftete im ersten Konsolidierungsjahr 2004 mit den Dienstleistungsgesellschaften, den sechs Krankenhäusern (1.168 Betten) und einer Altenhilfeeinrichtung (154 Plätze) einen Jahresumsatz von 127,7 Millionen Euro und versorgte mit 2.100 Mitarbeitern 43.270 stationäre Patienten. Im Jahr 2006 beliefen sich die Umsatzerlöse auf 138,1 Millionen Euro bei 41.700 stationären Patienten mit 1.135 Betten bzw. 117 Pflegeplätzen mit 2.300 Mitarbeitern.

Quellen

  1. http://syke.mzv.net/news/stories/achim/?id=90102