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Walter Guinness, 1. Baron Moyne

Walter Edward Guinness, 1. Baron Moyne (* 29. März 1880 in Dublin, Irland; † 6. November 1944 in Kairo, Ägypten) war ein britischer Politiker und Geschäftsmann.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Lord Moyne wurde 1880 als dritter Sohn des 1. Earl of Iveagh geboren. Er wuchs in Farmleigh und Elveden auf. Später besuchte er das Eton College.

Im Juni 1903 heiratete er Evelyn, die dritte Tochter des 14. Earl of Buchan. Sie wurden Eltern dreier Kinder – Bryan, Murtogh und Grania.

Er nahm am Zweiten Burenkrieg teil und erhielt für seine Verdienste die "Queen's South Africa Medal". Während des Ersten Weltkriegs diente er in Ägypten und Gallipoli. Wegen persönlicher Tapferkeit wurde er mit dem DSO ausgezeichnet.

Lord Moyne hatte eine Affäre mit der russischen Tänzerin Ida Rubinstein. Mit ihr bereiste er u.a. die Komodo-Inseln.

Politische Karriere

Lord Moyne war Mitglied der Unionist Party und von 1907 bis 1931 gewählter Abgeordneter und Mitglied des britischen Parlaments. Er war Abgeordneter des Landkreises Bury St Edmunds.

Von 1941 bis 1942 war Lord Moyne Chef des britischen Kolonialministeriums.

Tod

Lord Moyne wurde am 6. November 1944 von Eliahu Hakim und Eliahu Bet-Zuri, zwei Mitgliedern der Terrorgruppe Lechi, in Kairo auf offener Straße ermordet. Er wurde von Lechi als „Hauptverantwortlicher für das Schließen der Tore Palästinas vor den jüdischen Flüchtlingen“ angesehen. Lord Moyne hatte die zionistischen Bestrebungen in Palästina als ungerecht gegenüber den Arabern angesehen und beispielsweise den Vorschlag geäußert, den Staat Israel etwa in Bayern oder in Ostpreußen zu gründen. Lord Moyne war zur Zeit seines Todes britischer Nahost-Minister (British Minister of Middle East Affairs) und eng mit Winston Churchill befreundet. Zudem pflegte er gute Beziehungen mit Chaim Weizmann und David Ben Gurion, den Führern der Labour-Zionisten.

Die Attentäter wurden Anfang 1945 auf persönlichen Befehl Churchills verhaftet und hingerichtet.

Umgang mit den Attentätern

Die Leichen der Attentäter Bet-Zuri und Hakim wurden 1975 nach Israel gebracht und dort in der "Jerusalemer Halle des Heldentums" aufgebahrt. Premierminister Jitzchak Rabin und Präsident Katzir machten den Toten ihre Aufwartung und die Attentäter wurden in einem Staatsakt beigesetzt. Großbritannien legte dagegen einen offiziellen Protest ein [Israel defends honours for Moyne killers, The Times, 1. Juli 1975, Seite 1].

Personendaten
Guinness, Walter
Moyne, Walter Guinness, 1. Baron
britischer Politiker und Geschäftsmann
29. März 1880
Dublin
6. November 1944
Kairo