Heim

Kloster Hasungen

Das Kloster Hasungen, auch Burghasunger Kloster, in Burghasungen war ein Benediktinerkloster auf der 480 m über NN hohen Basaltkuppe Hasunger Berg bei Zierenberg in Nordhessen im Landkreis Kassel. Auf dem Berg wirkte der Heilige Heimerad. Das Kloster zählte lange zu den reichsten und schönsten Klöstern in Hessen. Im Mittelalter war es eine bekannte Pilgerstätte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Geschichte des Klosters Hasungen beginnt mit dem schwäbischen Wanderprediger Heimerad, der über Memleben, Kirchberg und Kirchditmold zum Hasunger Berg zog. Auf dem Hasunger Berg kümmerte er sich um die dortige Michaelskapelle und wurde als wundertätiger Mann überregional bekannt. Nach dem Tod Heimerads 1019 ließ Erzbischof Aribo von Mainz 1021 eine Kapelle auf seinem Grab errichten.

Graf Werner I. von Maden, Intimus des Kaisers Heinrich III., wurde 1027 Gaugraf in Hessen und damit auch Herr über Hasungen. Im Sommer 1071 hielt Herzog Otto von Northeim den Hasunger Berg in seiner Fehde gegen den auf dem nahe liegenden Hohen Dörnberg verschanzten Kaiser Heinrich IV. besetzt.

1074 stiftete Erzbischof Siegfried I. von Mainz ein Kanoniker- und Chorherrenstift auf dem Hasunger Berg, das 1080/81 in ein Benediktinerkloster der Hirsauer Observanz umgewandelt wurde. Erster Abt des aus Hirsau berufenen Konvents wurde der Chronist Lampert von Hersfeld, obwohl er Erzbischof Siegfried von Mainz als Gegner Hersfelds im Thüringer Zehnstreit scharf angegriffen hatte. Dieses unplausible Vorgehen im Investiturstreits erklärt sich daraus, dass sich Siegfried die Feindschaft König Heinrichs IV. zugezogen hatte und 1077 seine Metropole Mainz verloren hatte. Zudem erreichte Siegfried von Mainz, dass sich Hasungen für die clunyazensische Reform öffnete, indem er das Kloster mit Hirsauer Mönchen besetzte.

Nach dem Tod Lamperts 1081 wurde Gieselbert dessen Nachfolger, konnte aber seine Stellung als Abt nur bis zum Tod des Erzbischofs Siegfried von Mainz im Jahre 1084 ausüben, da dessen Nachfolger, Erzbischof Wezilo, dem deutschen König unbedingt ergeben war. Wezilo erzwang 1085 Gieselberts Verzicht auf die Abtwürde und bestellte einen kaisertreuen Abt und ein hessisches Mönchskonvent.

Werner IV. (von Grüningen), letzter Graf seines Geschlechts und Vogt von Kaufungen und von Fritzlar, vereinigte 1113 alle Gerichtsrechte der Klöster Hasungen und Breitenau, des Stiftes Fritzlar und der Abtei Kaufungen. Das Kloster erwarb Eigentum in zahlreichen umliegenden Orten und es entstand ein Streit um Besitzansprüche zwischen der Stadt Zierenberg und dem Kloster Hasungen. Die Wernerschen Besitzungen und Rechte im Hessengau gingen nach dem Tod Werners IV. zunächst an die Gisonen und dann an die Ludowinger.

Nach dem Tod von Heinrich Raspe, dem letzten Ludowinger Landgrafen Thüringens, im Jahr 1247, kam es zum thüringisch-hessischen Erbfolgekrieg zwischen Heinrich III. von Meißen und Ludwigs IV. Tochter Sophie von Brabant und ihrem noch unmündigen Sohn Heinrich I. (dem Kind). Der Krieg endete schließlich mit der Abspaltung der neuen Landgrafschaft Hessen von Thüringen. Erzbischof Werner von Mainz beschuldigte Sophie und ihren Sohn Heinrich, ihm die nach dem Tode von Heinrich Raspe zustehenden Lehen vorzuenthalten. 1263 wurde im Frieden von Langsdorf das strittige mainzische Lehen der Klostervogtei dem hessischen Landgrafen zugeteilt.

1330 brannten Zierenberger Bürger das Kloster nieder, mussten jedoch dieses bis 1336 erneut aufbauen. Im 14. Jahrhundert bestellte Kloster Hasungen die Stadtschule Wolfhagen. Diese Schule besuchte auch der Chronist und Verfasser der handschriftlich niedergeschriebenen Limburger Chronik Tilemann Elhen von Wolfhagen.

1494 wurde das Kloster reformiert. 1505 trat das Kloster Hasungen der Bursfelder Kongregation bei. Unruhe-Meldungen im Bauernkrieg gab es 1525 aus den Dörfern um Kloster Hasungen. 1527 wurde im Zuge der Reformation das Kloster aufgehoben und die Mönche abgefunden.

Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Klosteranlagen schwer beschädigt. Landgraf Moritz der Gelehrte erwog, die verbliebenen Gebäude zum Bau eines Schlosses zu verwenden. Er skizzierte für dieses Vorhaben eigenhändig einen Umbauplan, verwarf den Plan jedoch wieder. Zahlreiche Steine wurden unter anderem zum Bau des Schlosses Wilhelmstal bei Calden verwendet.

Die Klosterkirche wurde im Zuge eines Kirchenneubaus im Jahre 1795-1800 abgerissen. Am 1. Juli 1876 spaltete ein Blitzschlag den Glockenturm, und 1896 stürzte der Glockenturm vollkommen ein. 1839 wurde die Weihschrift und ein aus rotem Sandstein geschaffenes gotisches Bruchstück aus dem Jahr 1320 eines Grabsteins auf dem Hasunger Berg entdeckt. Die Fundstücke wurden anschließend in die Burghasunger klassizistische Kirche eingesetzt.

Heute erinnern nur noch einige Steinhaufen und zwei Gedenktafeln an das Kloster.

Wanderwege

Die Wanderwege Klippenpfad und Eselpfad führen über den Burghasunger Berg.

Literatur

Koordinaten: 51° 19′ 27″ N, 09° 16′ 33″ O