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Parteienverdrossenheit

Parteienverdrossenheit bezeichnet in der deutschen Geschichte ursprünglich die antiliberale und antidemokratische Einstellung zu Beginn der Weimarer Republik, die sich gegen die Republik und den "Parteienstaat" richteten und in der Tradition Bismarcks den Parteienstaat "als Gegenstück zu dem überkommenen Ämter- und Beamtenstaat der konstitutionellen Monarchie, der als neutraler, politikfreier, vor allem vom 'Gezänk der Parteien' freier Staat begriffen." [1] Zu den bekanntesten Protagonisten einer "autoritären Lösung" im nationalistischen Sinne gehörten die Vertreter der Konservativen Revolution wie Oswald Spengler [2] und Carl Schmitt [3]. [4]

Parteiverdrossenheit wird seit den 1980er-Jahren auch synonym verwandt mit Politikverdrossenheit bzw. mit „politische Entfremdung", „Krise der Demokratie" oder „Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus". [5]

Quellen

  1. Peter Lösche: Parteienstaat in der Krise? Überlegungen nach 50 Jahren Bundesrepublik Deutschland [1], Vgl. Volker Ullrich: Das Weimar-Syndrom. Zur Geschichte und Aktualität der Parteienverdrossenheit in Deutschland. In: Hans-Martin Lohmann. Extremismus der Mitte. Vom rechten Verständnis deutscher Nation. Fischer, Frankfurt a.M. 1994.
  2. Vgl. Oswald Spengler (1924): Neubau des Deutschen Reiches
  3. Vgl. Carl Schmitt (1929): Der Hüter der Verfassung.
  4. Volker Ullrich: Das Weimar-Syndrom. Zur Geschichte und Aktualität der Parteienverdrossenheit in Deutschland. In: Hans-Martin Lohmann. Extremismus der Mitte. Vom rechten Verständnis deutscher Nation. Fischer, Frankfurt a.M. 1994.
  5. Peter Lösche: Parteienstaat in der Krise? Überlegungen nach 50 Jahren Bundesrepublik Deutschland [2]


Literatur