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Bülgenauel

Bülgenauel ist ein Ortsteil im Osten der Stadt Hennef (Sieg) und liegt in einer Siegschleife. Der kleine Kapellenort ist geprägt von einfachen Fachwerkhäusern. Der Ortsname Bülgenauel kann man als kleine „Beulenaue“ (rhein. Bül, Bülche, Bülge) in einer Siegschleife herleiten. Des Weiteren deutet auel auf den Auelgau hin. Bülgenauel hat 312 Einwohner (Stand 31. Dezember 2006). Durch Bülgenauel führt die Landesstraße 333.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die früheste Nennung von Bülgenauel war 1387. Es wird ein Johan von Bülgenauel genannt. [1] Dieser Johann war auch bekannt als Johan von Scheyde geheissen von Burchenauwe [2] und der erste der Herren von Scheidt genannt Weschpfennig.

Er wohnte dort mit seiner Frau Agnes und den Stiefkindern Johan und Christina von Hunnenberg oder von Hondenberg. Er und sein Frau verkaufen am 24. Februar 1407 20 Malter Roggen aus ihrem Hof zu Bulgenauwel an Aillfe vam Steinhaus genannt Muge (Adolf vom Steinhaus genannt Much). [3]

Im Mittelalter war Bülgenauel aufgrund seiner abgelegenen Lage eine eigene Honnschaft, die zum Kirchspiel Uckerath gehörte, zu dem eine zweistündige Wegstrecke führte, die als einzige Verbindung zur Außenwelt das ganze Jahr begehbar war. Von daher lebten die Menschen hier früher von Ackerbau und Viehzucht, Fischfang in der Sieg und Weinanbau auf dem am anderen Siegufer gelegenen Stachelberg (bis 1907).

Freigut

Johann Ruprecht von Bündingen, kurpfälzischer Rat und Vogt zu Bretheim, und seine Ehefrau Anna von Seelbach genannt Lohe verkauften am 7. April 1601 den freien Hof Bülgenauel und Felderhausen für 5500 Fl. Gulden an Heinrich von Scheidt genannt Weschpfennig. Am 23. Juli 1607 wurde der Vertrag gerichtlich widerrufen, da Weschpfennig dem Gut Bülgenauel durch Übernutzung schaden würde, und es wurde ein Tausch gegen Höfe zu Fensdorff und Offenhausen vereinbart. Hofrat Peter Josef von Proff erhielt am 30. Mai 1738 in einem Erbvergleich mit seiner Tante Margaretha Krumbach den Hof Bülgenauel zugesprochen.

Kapelle

1870 errichtete der Ackerer Hohn auf seinem Grundstück ein kleines Gotteshaus. 1874 fand die Einsegnung statt. 1922 wird das Dorf Bülgenauel auf Wunsch der Einwohner der Pfarrgemeinde Blankenberg angegliedert. 1961 bis 1964 wurde auf einem gestifteten Nachbargrundstück der Geschwister Hohn mit Hilfe der Spende von Peter Franzen aus Köln von der Dorfgesellschaft ein neuer Erweiterungsbau errichtet. Die alte Kapelle wurde grundsaniert und angebunden. 1967 fand die Einweihung der Kapelle als Maria Himmelfahrt statt.

Straßenbau

Mit dem Bau der Siegtalstraße um 1850 erhielt Bülgenauel erstmals Verbindung nach Hennef (Sieg) und flussaufwärts nach Eitorf.

Sonstiges

In Bülgenauel gibt es ein Bürgerhaus, einen Campingplatz und ein kleines Horex-Museum.

Einzelnachweis

  1. Urkundenbuch Siegburg Nr.36, S. 77-79
  2. Quellen zur Geschichte der Stadt Köln: Bd.6 (1391) S. 72
  3. Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Merten, Urkunde Nr.32 (24. Februar 1407)

Koordinaten: 50° 46' 27" N, 7° 22' 34" O