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Erster Frieden von Thorn

Der Erste Frieden von Thorn am 1. Februar 1411 stand am Ende der militärischen Auseinandersetzung zwischen dem Deutschen Orden einerseits sowie dem polnischen König Wladyslaw II. Jagiello und dem mit ihm verbündeten Großfürsten Witold von Litauen andererseits, die 1410 in der Schlacht bei Tannenberg kulminiert war. Trotz der katastrophalen Niederlage des Deutschen Ordens konnte der Hochmeister Heinrich von Plauen im Ersten Frieden von Thorn tragbare Friedensbestimmungen aushandeln: Der territoriale Bestand des Ordens blieb im Wesentlichen erhalten, doch musste Schemaiten an Litauen abgetreten werden, und kleinere Grenzregulierungen im Süden, z. T. unter Schiedsvorbehalt, gingen zu Lasten des Ordens. Für Gefangenenauslösung und Burgenräumung musste sich der Hochmeister zur Zahlung von 100.000 Schock böhmischer Groschen verpflichten, ein Betrag, der die Finanzkraft des Ordens nahezu erschöpfte, der aber nicht der Hauptgrund für den nach 1411 einsetzenden Niedergang des Ordens war.