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Bad Bederkesa

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Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 53° 38′ N, 8° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Samtgemeinde: Bederkesa
Höhe: 9 m ü. NN
Fläche: 43,17 km²
Einwohner: 5041 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27624
Vorwahl: 04745
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 003
Webpräsenz:
www.bad-bederkesa.de
Bürgermeister: Theodor Ennen (CDU)

Bad Bederkesa, Luftkurort und Moorheilbad, (plattdeutsch Beers) ist der zentrale Ort (Flecken) der Samtgemeinde Bederkesa im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Bad Bederkesa liegt im nördlichen Elbe-Weser-Dreieck ca. 20 km östlich von Bremerhaven. Der Ort liegt am Bederkesaer See sowie am Hadelner Kanal und am Bederkesa-Geeste-Kanal, welcher die Elbe und über die Geeste die Weser miteinander verbindet.

Das Gemeindegebiet ist durch mehrere kleine Wälder („Begrabenholz“, „Brunnenholz“, „Holzurburg“, „Spitzackerholz“ und „Zechholz“) geprägt.

Gemeindegliederung

Neben dem Kernort Bederkesa umfasst die Gemeinde die Ortsteile Ankelohe im Osten und Fickmühlen im Nordwesten.

Geschichte

Der Ort Bederkesa wird in Urkunden meist in Verbindung mit einem Rittergeschlecht gleichen Namens genannt, das bereits im hohen Mittelalter im Mündungsgebiet der Elbe und Weser besondere Bedeutung erlangte.

Die Herren von Bederkesa wurden schon um die Jahrtausendwende als Dienstmannen der Erzbischöfe von Hamburg-Bremen eingesetzt. Sie verfügten über reichen Grundbesitz und andere Einkünfte in der Börde Ringstedt. Vielleicht lag ihr Stammsitz am Nordufer des Bederkesaer Sees in Holzurburg, wo es noch heute einen mit Wällen und Gräben umsäumten, geräumigen Platz gibt, dessen ursprüngliche Bedeutung man nicht kennt. Der Name Bederkesa - richtiger "Bederichs-Ahe" geht auf einen Ritter Bederich zurück der hier eine "Ahe", einen Herrenwald besaß.Seine Nachfahren errichteten die Burg am südwestlichen Seeufer. Der Name blieb erhalten und ging später auf den Ort über.

Ihre erste Erwähnung finden die Herren von Bederkesa in einer erzbischöflichen Urkunde. 1159 erschien Marcward de Bederkesa als Zeuge unter einer von Erzbischof Hartwig I. von Stade (1148–1168) ausgestellten Urkunde. Fünf Herren von Bederkesa gehörten im 13. Jahrhundert zu den Domherren von Bremen, Erich von Bederkesa war Archidiakon von Rüstringen, und Rudolf von Bederkesa war sogar Dekan des bremischen Domkapitels.

Im Jahre 1295 gründeten die Herren von Bederkesa die hiesige St. Jakobi-Kirche und statteten sie mit reichen Einkünften aus. Fortan galt Bederkesa als Tochtergründung der Mutterkirche in Ringstedt, zu deren Parochie sie vorher gehörte. Ein Knappe, Gevehard von Bederkesa, schenkte der Kirche damals aus Verehrung eine Roggenernte im nahen Flögeln.

Zweifellos hat der Flecken Bederkesa im Anschluss an die stattliche Burg und die Pfarrkirche bereits im Mittelalter eine größere Straßensiedlung gebildet, stellt also von der Anlage her eine andere Siedlungsform dar, als die vielen Haufendörfer der Geest. Insofern spiegelt die Bezeichnung „Flecken“ den stadtähnlichen Charakter des Ortes wider, in dem schon recht früh neben der Landwirtschaft fast jedes Handwerk vertreten war. Bereits im Jahre 1339 wird in einer Urkunde ein Markt zu Bederkesa genannt.


Im 15. Jahrhundert wurde es still um das einstmals verbreitete Geschlecht der Ritter von Bederkesa. Fast der ganze Besitz befand sich nun in fremden Händen oder war verschuldet. Die Stadt Bremen war ab 1421 Besitzer von Amt und Burg. Mit Arndt von Bederkesa starb das Geschlecht 1499 aus. Die Burg bildete einen Mittelpunkt, um den sich mannigfaltiges Leben sammelte, das sein Eigendasein selbständig weiterentwickeln konnte.

Ort und Amt Bederkesa blühten im 16. Jahrhundert wirtschaftlich auf. Bremen gewährte den Bürgern mancherlei Rechte: Sie durften Bier brauen und Schnaps brennen und im ganzen Amt und in anderen Gebieten verkaufen. Handel und Gewerbe nahmen einen besonderen Aufschwung. Es durfte Markt abgehalten werden, und jedes Handwerk konnte im Ort ansässig sein. Der Rat der Stadt Bremen setzte in den sechs Kirchengemeinden des Amtes Bederkesa reformierte Prediger ein und sorgte durch die Visitationen von Ratspersonen , dass nur das reformierte Bekenntnis in Ringstedt, Bederkesa, Flögeln, Debstedt, Holßel und Lehe gültig war. Auf den Altären dieser Orte wurden Schrifttafeln anstatt von Bildwerken eingesetzt. Nur Elmlohe blieb Lutherisch.

Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts setzte der Rat der Stadt Bremen bremische Bürger gegen eine Pachtsumme als Amtmänner in Bederkesa ein. Danach übernahm die Stadt die Herrschaft in eigener Regie. Als Zeichen der Gerichtshoheit ließ Bremen 1602 den Roland im Burghof errichten.Die Wappenschilde der den Roland begleitenden Figuren erinnern an Bremer Ratsfamilien, die hier als Amtleute tätig waren. Der liegende Schlüssel im Ortswappen von Bederkesa erinnert an die Zeit der bremischen Herrschaft im Amte.

Es gelang dem Rat der Stadt Bremen im [[Dreißigjährigen Krieg) sogar, Flecken und Amt Bederkesa mehr als andere Gebiete im Erzbistum Bremen vor |Plünderungen]] und |Brandschatzungen]] zu bewahren.

Im Westfälischen Frieden]] (1648) wurde das bisherige Erzbistum Bremen der Krone Schwedens zugesprochen. Bremen jedoch verweigerte die Abtretung seiner Landesgebiete, so holte sich die Großmacht Schweden 1654 mit Gewalt, was sie als ihr Eigentum betrachtete. Darunter war auch das Amt Bederkesa. Die schwedische Krone beabsichtigte nun auch, die bisher reformierten Kirchen im Amte lutherisch zu machen. Dies gelang nur zum Teil, denn die Gemeinden leisteten Widerstand gegen das aufgezwungene Luthertum. Das reformierte Bekenntnis blieb in Holßel, Lehe und Ringstedt bis heute erhalten Das Amt Bederkesa kam 1661 mit seinen Einkünften gegen eine Summe von 40.000 Reichstalern in den Pfandbesitz des General Feldmarschalls Graf Hans-Christoph von Königsmarck. Die Burg war in den nachfolgenden Jahren Wohnsitz von Königsmarcks Frau und seinen Enkelinnen, zu denen auch die berühmte Aurora zählte.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts verlor Schweden unter Karl XII. im Nordischen Krieg seine europäische Großmachtstellung. Das Kurfürstentum Hannover erwarb 1720 für eine Summe von 1.090.000 Reichstalern die Herzogtümer Bremen und Verden von Schweden. Erst nach langen Verhandlungen wurden 1735 auch die Rechte der Familie von Königsmarck am Amte Bederkesa gegen Erstattung der Pfandsumme von Kurhannover eingelöst. Die Einwohnerzahlen wiesen in der ungefähr 150 Jahre dauernden hannoverschen Epoche nur geringfügige Schwankungen auf und bewegten sich zwischen 1000 und 1300.

Eine markante Persönlichkeit war Hauptmann Böse, der Sohn eines Bremer Zuckerfabrikanten. Er hatte mit einer eigenen Einheit gegen Napoleon gekämpft, nun nahm er hier im Brunnenholz seinen Wohnsitz. Er wurde Wohltäter für den Ort und das Sietland, das unter dem Meeresspiegel lag und dessen Bewohner stetige Überflutungen zu erleiden hatten. Durch seine Initiative wurde der Hadelner Kanal gebaut. 1876 erhielt Bederkesa ein königliches Lehrerseminar am Brunnenholz und 1896 eine Eisenbahnverbindung in die Stadt Bremerhaven.

Die kleine Fachwerkkirche in der Ortsmitte war für die wachsende Einwohnerzahl zu klein geworden. Sie wurde abgerissen und an ihrer Stelle trat 1861 die jetzige neugothische Kirche. Sie wurde durch den Bremer Architekten Simon Löschen erbaut, der auch die Bürgermeister-Smidt-Gedächtnis-Kirche in Bremerhaven errichten ließ.

Nachdem das Königreich Hannover 1866 preußische Provinz geworden war, verlegte man den Amtssitz nach Lehe.

Das Lehrerseminar wurde 1927 zum heute noch existenten Niedersächsischen Internatsgymnasium. Bederkesa entwickelte sich zum Luftkurort und Moorheilbad und trägt seit 1996 die Bezeichnung Bad.


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswert

Museen

Museum für Archäologie und Kulturgeschichte im Landkreis Cuxhaven. Das Museum wurde 1982 eingerichtet und zeigt reichhaltige Funde aus dem Landkreis Cuxhaven vom 4. Jahrtausend bis zur Neuzeit. Besonders eindrucksvoll sind die außerordentlich gut erhaltenen Holzfunde aus den Wurtensiedlungen des 1. bis 5. Jahrhunderts.

Historische Bahnlinie von Bederkesa nach Bremerhaven. Die jahrzehntelang nicht für den Personenverkehr genutzte Nebenbahnstrecke wird seit 2000 als Museumseisenbahn im Stil der 1950er Jahre betrieben[1]

Das Museum wurde im Sommer 1998 eröffnet. Die Trägerschaft übernahm die 14 Innungen mit 22 Handwerksberufen umfassende Kreishandwerkerschaft Bremerhaven Wesermünde. Das Museum bietet einen Einblick in die verschiedenen Handwerksberufe und deren Geschichte, so sind unter anderem Gegenstände der Zimmermänner, Seilmacher, Schriftsetzer und Drucker, Fischer, Satzer, Uhrmacher und vieles mehr zu sehen. An angekündigeten Aktionstagen werden die verschiedenen Berufe vorgeführt.

in Flögeln; historische, handwerkliche und kulturelle Gerätschaften des Leben in der Vergangenheit

Bauwerke

Zur Geschichte der Burg Bederkesa

Rekord

1999 schaffte Bad Bederkesa einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde. Der Gewerbeverein in Zusammenarbeit mit dem Verschönerungsverein verteilte Sonnenblumensamen an die Einwohner mit der Bitte, diese einzupflanzen. Viele folgten der Bitte und auch viele öffentliche Grünflächen wurde mit Sonnenblumen bepflanzt. Bad Bederkesa bekam den Eintrag für 600.000 Sonnenblumen im Ort. Das entspricht mehr als 100 Sonnenblumen pro Einwohner.


Wirtschaft und Infrastruktur

Gefördert wird vor Allem der Fremdenverkehr in Bad Bederkesa und mit diesem zusammenhängende Einrichtungen wie der Camping-Park Bederkesa mit über 500 Stellplätzen.

Jährlich werden in Bad Bederkesa mehrere Sonnenblumenköniginnen gewählt, welche für Urlaub in der Samtgemeinde Bad Bederkesa und im Cuxland werben. Sie repräsentieren die Region bundesweit auf Tourismusmessen, in Fernsehshows und auf Volksfesten.

Zweisprachige Ortsschilder

Bad Bederkesa liegt im Verbereitungsraum der niederdeutschen Sprache. Diese ist nicht mehr sehr verbreitet, erlebt aber in zunehmendem Maße eine Renaissance. Es werden Anstrengungen unternommen, die Kinder schon in frühem Alter an die regionale Sprache heranzuführen. Kürzlich wurden im Rahmen der Brauchtumpflege die Ortsschilder der Gemeinde um den niederdeutschen Stadtnamen "Beers" ergänzt.


Persönlichkeiten

Sagen und Legenden aus Bad Bederkesa

Die Legenden wie der Namen Bederkesa entstand. [2]

Literatur

Hans Aust: Burg Bederkesa - Geschichte des Hauses und seiner Bewohner. Restaurierung und Wiederaufbau. Bremerhaven 1984

Ernst Beplate, Bederkesa zur Königsmarck-Zeit 1662-1736. Bederkesa 2001

Ernst Beplate, Das Bederkesaer Seminar - vom Lehrerseminar zur Pädagogischen Hochschule. Bederkesa 1991

Klaus Dobers, Unter dem Dach von St. Jakobi - Bederkesaer Lebenszeugnisse aus 250 Jahren. Bederkesa 1995

Johannes Göhler, Jakobus kam auch nach Bederkesa - Von den Bederkesaer Rittern, Pfarherren und der St. Jakobi-Kirche 1295- 1355. Bederkesa 1995

Sönke Hansen (Hrsg), Bad Bederkesa in Gegenwart und Vergangenheit. Eine Ortskunde. Bremerhaven 2004

Quellen

  1. http://museumsbahn-bremerhaven-bederkesa.de/
  2. Männer vom Morgenstern (Hrsg.): Hake Betken siene Duven. Das grosse Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4