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Wahlkreis Altona

Der Wahlkreis 3 Altona ist ein Wahlkreis zur Wahl der Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung im Bezirk Altona. Er ist nach dem Hamburger Wahlrecht ein Mehrmandatswahlkreis, in dem fünf Bürgerschaftsabgeordnete in Direktwahl oder nach Wahlkreislisten gewählt werden.[1]

Wahlkreis 3 Altona
Land Deutschland
Bundesland Hamburg
Bezirk Altona
Parlament Hamburgische Bürgerschaft
Wahlkreisnummer 3
Einwohner 138.325
Wahlberechtigte 95.057
Abgeordnete

Der Wahlkreis umfasst die Stadtteile Altona-Altstadt, Altona-Nord, Ottensen, Bahrenfeld, Groß Flottbek, Othmarschen und Sternschanze.[1] Er liegt westlich des Hamburger Stadtzentrums. Benachbarte Wahlkreise sind Stellingen-Eimsbüttel-West im Norden, Rotherbaum-Harvestehude-Eimsbüttel-Ost im Nordosten, Hamburg-Mitte im Osten, Billstedt-Wilhelmsburg-Finkenwerder im Süden und Blankenese im Westen.

Inhaltsverzeichnis

Strukturdaten

Im Wahlkreis leben gut 138.000 Menschen, davon sind knapp 95.000 wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei den vergangenen Bürgerschaftswahlen 2008 mit 68,3 Prozent und 2004 mit 71,3 Prozent über der Beteiligung von 63,5 Prozent und 68,7 Prozent in Hamburg. 2001 entsprach sie mit 70,9 Prozent der Durchschnittsbeteiligung von 71,0 Prozent. Altona ist der Wahlkreis mit den meisten Wahlberechtigten.

Die Bevölkerungsdichte im Wahlkreis beträgt 5123 Einwohner/km² und liegt damit über dem Hamburger Durchschnitt von 2294 Einwohner/km². Die unter 18-Jährigen bilden einen Anteil von 14,8 Prozent an der Gesamtbevölkerung (Hamburg 15,7 Prozent), die über 65-Jährigen 14,4 Prozent (18,8 Prozent). Der Ausländeranteil bewegt sich mit 18,9 Prozent über dem Durchschnitt von 14,8 Prozent. Der Anteil ausländischer Schüler beträgt 18,7 Prozent gegenüber 15,6 Prozent in ganz Hamburg.

In der Sozialstruktur zeichnet sich der Wahlkreis durch einen durchschnittlichen Anteil von Leistungsempfängern nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV), eine höhere Arbeitslosenquote und einen niedrigeren Anteil von Sozialwohnungen aus. 10,7 Prozent aller Wohnungen sind Sozialwohnungen (Hamburg 13,2 Prozent). Jedem Einwohner steht eine Wohnfläche von 35,9 Quadratmetern zur Verfügung (Hamburg 36,5 Quadratmeter), die Wohnungen sind durchschnittlich 69,8 Quadratmeter groß (71,8 Quadratmeter). Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag im Jahre 2006 mit 43,8 Prozent unter dem Hamburger Durchschnitt von 47,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug im September desselben Jahres 8,3 Prozent und lag damit über der Quote von 7,8 Prozent in ganz Hamburg. Ein großer Teil der Arbeitslosen erhält Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV), im Juni 2006 waren es im Gebiet des Wahlkreises 6,3 Prozent der Bevölkerung, in Hamburg durchschnittlich 5,7 Prozent. Von der Gesamtbevölkerung des Wahlkreises erhielt im September 2006 fast jeder Neunte Hartz-IV-Leistungen (11,3 Prozent) gegenüber im Durchschnitt 11,9 Prozent in Hamburg.

Die Kriminalitätsrate liegt im Wahlkreis Altona über dem Hamburger Durchschnitt. Die Zahl der gesamten Straftaten je 1000 Einwohner beträgt 152 (Hamburg 137 je 1000 Einwohner), die Zahl der Gewaltdelikte sieben (Hamburg fünf) und die Zahl der Diebstähle 78 je 1000 Einwohner (Hamburg 63).

Wahlen

Bürgerschaftswahl 2008

Zur Bürgerschaftswahl in Hamburg 2008 traten im Wahlkreis Altona neun Parteien mit eigenen Wahlkreislisten und insgesamt 53 Kandidaten an.[2]

95.057 Personen waren wahlberechtigt. Jeder Wähler hatte eine Stimme für die Landesliste und fünf Stimmen für die Wahlkreislisten. Diese fünf Stimmen konnten beliebig auf die Kandidaten und Gesamtlisten der Parteien verteilt werden. Die Wahlbeteiligung betrug bei der Landesliste und den Wahlkreislisten 68,3 Prozent. 0,8 Prozent der abgegebenen Stimmzettel für die Landesliste sowie 2,5 Prozent der Stimmzettel für die Wahlkreislisten waren ungültig. Für die Landesliste wurden 64.419 gültige Stimmen abgegeben, für die Wahlkreislisten insgesamt 311.350.

Gewählte Abgeordnete:

Das Bürgerschaftsmandat von Christa Goetsch ruht, solange sie Senatorin für Schule, Berufs- und Weiterbildung ist. Nachberufen wurde Linda Heitmann (GAL).


Ergebnis der Bürgerschaftswahl 2008 im Wahlkreis 3 Altona
Partei Landesliste
in Prozent
Wahlkreisliste
Parteistimmen[3]
in Prozent
Landesliste Wahlkreisliste
Parteistimmen
Wahlkreisliste
Listenstimmen
Wahlkreisliste
Persönlichkeitsstimmen
CDU 30,4 26,5 19.560 82.636 55.302 27.334
SPD 36,6 31,3 23.607 97.445 52.895 44.550
GAL 16,8 23,3 10.804 72.663 34.925 37.738
FDP 4,3 5,5 2.742 16.973 8.089 8.884
Die Linke 9,6 10,3 6.184 31.999 17.528 14.471
ödp 0,3 0,7 175 2.065 619 1.446
Die Partei 0,6 1,3 373 4.026 1.947 2.079
Piratenpartei 0,4 0,7 249 2.207 1.041 1.166
HeimatHamburg 0,3 0,4 179 1.336 912 424

Auf die Landeslisten der Parteien ohne eigene Wahlkreislisten entfielen 0,8 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen.

Wahl der Bezirksversammlung 2008

Zur Wahl der Bezirksversammlung Altona traten im Wahlkreis sieben Parteien mit eigenen Wahlkreislisten und insgesamt 79 Kandidaten an.[2]

Zur Wahl der Bezirksversammlung waren auch Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Union wahlberechtigt.[4] Die Anzahl der Wahlberechtigten war mit 101.675 Personen deshalb größer als bei der Bürgerschaftswahl. Jeder Wähler hatte eine Stimme für die Landesliste und fünf Stimmen für die Wahlkreislisten. Diese fünf Stimmen konnten beliebig auf die Kandidaten und Gesamtlisten der Parteien verteilt werden. Die Wahlbeteiligung bei den Wahlkreislisten betrug 65,3 Prozent. 3,4 Prozent der abgegebenen Stimmzettel für die Wahlkreislisten waren ungültig. Insgesamt wurden 317.117 gültige Stimmen abgegeben.

Ergebnis der Wahl zur Bezirksversammlung Altona 2008 im Wahlkreis 3 Altona
Partei Sitze Wahlkreisliste
Parteistimmen[3]
in Prozent
Wahlkreisliste
Parteistimmen
Wahlkreisliste
Listenstimmen
Wahlkreisliste
Persönlichkeitsstimmen
CDU 4 26,5 83.948 54.670 29.278
SPD 5 29,5 93.391 58.673 34.718
GAL 4 25,2 79.863 47.410 32.453
FDP 1 5,3 16.905 8.592 8.313
Die Linke 2 12,2 38.715 21.073 17.642
ödp 0 0,8 2.686 931 1.755
HeimatHamburg 0 0,5 1.609 1.129 480

Bürgerschaftswahlen 1966–2008

Die Bürgerschaftswahlen waren bis einschließlich 2004 reine Listenwahlen ohne Wahlkreise. Dargestellt werden deshalb im Zeitraum von 1966 bis 2004 (6.–18. Wahlperiode) die zusammengefassten Wahlergebnisse der Stadtteile im Wahlkreis ohne den Stadtteil Sternschanze. Für das Jahr 2008 (19. Wahlperiode) ist das Ergebnis der Landesliste, das für die Mehrheitsverhältnisse in der Bürgerschaft entscheidend ist, angegeben. Es werden nur die Parteien aufgeführt, die im dargestellten Zeitraum in mindestens einem Stadtteil einmal mehr als fünf Prozent der abgegebenen gültigen Wählerstimmen auf sich vereinen konnten. In der Summe kann das Ergebnis einer Wahl deshalb kleiner 100 Prozent sein. Alle Ergebnisse sind in Prozent angegeben.

Wahlergebnisse im Wahlkreis Altona von 1966 bis 2008
Partei 1966 1970 1974 1978 6/1982 12/1982 1986 1987 1991 1993 1997 2001 2004 2008
CDU 28,9 31,2 39,0 35,8 40,5 36,3 38,3 35,6 30,9 20,6 24,9 19,6 33,7 30,4
SPD 60,5 57,1 46,7 51,5 43,0 50,8 40,2 44,7 45,4 37,8 33,0 37,9 31,4 36,6
FDP 6,2 6,3 10,1 4,8 4,4 2,8 5,2 6,3 5,3 3,9 3,5 5,1 2,5 4,3
NPD 4,1 2,9 0,9 0,4 0,2 0,2
Bunte Liste 4,9
GAL 9,9 9,2 15,0 12,3 12,7 21,4 23,4 16,8 24,6 16,8
REP 1,1 5,0 1,7 0,0
STATT 5,4 3,3 0,4
DVU 2,1 3,9 0,5 0,3
Schill/Offensive D 13,0 0,2
Pro DM/Schill 0,2 2,1
Regenbogen 5,2 3,2
Die Linke 9,6

Belege

Strukturdaten
Wahlen
Einzelnachweise und Anmerkungen
  1. a b Anlage zu § 18 Absatz 8. In: Gesetz über die Wahl zur hamburgischen Bürgerschaft. 28. Juli 2007 (Stand: 31. Dezember 2007.).
  2. a b Justizbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg (Hrsg.): Zulassung der Wahlvorschläge für die Wahl zur Bürgerschaft und die Wahl zu den Bezirksversammlungen am 24. Februar 2008. In: Amtlicher Anzeiger. Teil II des Hamburgischen Gesetz- und Verordnungsblattes. Nr. 10, Hamburg 5. Februar 2008, S. 2, 4, 21–23, 76–79 (PDF; 1,58 MB).
  3. a b Parteistimmen sind die Summe der Listenstimmen und Persönlichkeitsstimmen. Listenstimmen wurden für die Wahlkreisliste einer Partei abgegeben. Persönlichkeitsstimmen wurden für einzelne Kandidaten abgegeben. Jeder Wähler hatte fünf Stimmen, die beliebig verteilt werden konnten.
  4. § 4 Gesetz über die Wahl zu den Bezirksversammlungen.