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Muretus

Muretus ist der latinisierte Name des französischen Humanisten Marc Antoine Muret (* 12. April 1526 in Muret bei Limoges; † 4. Juni 1585 in Rom).

Im Alter von 18 Jahren zog er die Aufmerksamkeit von Julius Caesar Scaliger auf sich und wurde in das erzbischöfliche Kolleg nach Auch zu Vorlesungen eingeladen. Hinterher lehrte er Latein in Villeneuve und dann in Bordeaux. Einige Zeit vor 1552 hielt er eine Reihe von Vorlesungen im Kolleg des Kardinal Lemoine in Paris vor einem großen Auditorium, darunter König Heinrich II. und Königin Katharina von Medici.

Sein Erfolg verschaffte ihm viele Feinde, die ihn 1553 unter der Anklage der Häresie und Sodomie ins Gefängnis werfen ließen, aus dem ihn mächtige Freunde jedoch wieder befreiten. Der gleichen Anklage in Toulouse konnte er sich nur die Flucht entziehen. Die Archive der Stadt belegen, dass er 1554 in effigie als Hugenotte verbrannt wurde.

Nach einem unsicheren Wanderleben und einigen Jahren in Italien erhielt er 1559 eine Einladung von Kardinal Ippolito d’Este, sich in Rom niederzulassen, die er auch annahm. 1561 besuchte Muret noch einmal Frankreich im Gefolge des Kardinals bei der Konferenz zwischen Katholiken und Protestanten in Poissy.

1563 kehrte er nach Rom zurück. Seine Vorlesungen verschafften ihm europaweit Reputation, deretwegen er 1578 ein verlockendes Angebot des Königs von Polen erhielt, Lehrer der Jurisprudenz in seinem neuem Kolleg in Krakau zu werden. Muretus hingegen, der um 1576 einem Orden beigetreten war, wurde durch die Großzügigkeit von Papst Gregor XIII. veranlasst, in Rom zu bleiben, wo er sieben Jahre später starb.

Vollständige Ausgaben seiner Werke:

Siehe auch die Monographie von C. Dejob (Paris, 1881) und John Edwin Sandys’, History of Classical Scholarship, (2. Ausgabe 1908), ii. 148-152.


Personendaten
Muretus
Muret, Marc Antoine
französischer Humanist
12. April 1526
Muret bei Limoges
4. Juni 1585
Rom