SGL Carbon
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SGL Carbon

SGL Group - The Carbon Company
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Gründung 1992
Unternehmenssitz Wiesbaden, Deutschland
Unternehmensleitung

Vorstandsvorsitzender: Robert J. Koehler

Mitarbeiter 5.900 (31. Dezember 2007)
Umsatz 1.373 Mio. Euro (2007)
Branche Rohstoffe
Website www.sglcarbon.de

Die SGL Carbon AG ist einer der weltweit führenden Hersteller von Produkten aus Kohlenstoff. Das Portfolio des Konzerns reicht von Carbon- und Graphiterzeugnissen bis hin zu Carbonfasern und Verbundwerkstoffen. Eine breite Werkstoffbasis, der Einsatz entsprechender Technologien und ein langjähriges Anwendungs- und Engineering-Know-how sind die Basis des Unternehmenserfolgs.

Mit mehr als 35 Produktionsstandorten in Europa, Nordamerika und Asien sowie einem Servicenetz in über 100 Ländern ist die SGL Group ein weltweit agierender Konzern. Im Zuge der Neuausrichtung des Unternehmens wurde die Organisationsstruktur mit Wirkung zum 1. Februar 2007 angepasst und von zuvor drei Geschäftssegmenten auf aktuell zwei gestrafft. Innerhalb dieser beiden Segmente operieren drei global ausgerichtete Geschäftsbereiche. Sitz der Konzernzentrale ist Wiesbaden.

Die SGL-Aktie ist seit 1995 im MDAX der Deutschen Börse enthalten. 2007 erzielte das Unternehmen bei einem Umsatz von 1.373 Mio. Euro einen Nettogewinn von 130,9 Mio. Euro. Zum Ende des Geschäftsjahres 2007 waren weltweit 5.900 Mitarbeiter beschäftigt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die ursprüngliche SGL Carbon AG entstand 1992 aus einem Zusammenschluss zwischen der SIGRI GmbH (ehemals Siemens Elektrographit, Deutschland) und Great Lakes Carbon (USA) zu einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht. Seit März 2007 tritt die SGL Carbon AG unter dem Namen SGL Group - The Carbon Company am Markt auf.

Die SIGRI ging zurück auf die 1878 in Berlin als Tochterunternehmen der Siemens AG gegründete Gebr. Siemens & Co (Gesco). Anfänglich produzierte das Unternehmen Kohlestifte. 1920 errichtete das Unternehmen ein Zweigwerk in Meitingen und fusionierte 1928 mit der im oberschlesischen Ratibor beheimateten Planiawerke AG für Kohlefabrikation zur neuen Siemens Planiawerke AG für Kohlefabrikate. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zum Zusammenschluss des Meitinger Werks der Siemens Planiawerke AG für Kohlefabrikate mit der Chemischen Fabrik Griesheim zur Siemens Plania Chemisches Werk Griesheim, das 1953 mehrheitlich von der Hoechst AG übernommen wurde. 1967 kam auch die Siemens Planiawerke AG für Kohlefabrikate durch Fusion mit der Elektroden-Fabrikation der Hoechst AG mehrheitlich unter das Dach des Chemiekonzerns. Dort wurde sie zusammen mit dem Siemens Plania Chemisches Werk Griesheim und anderen Unternehmungen der Hoechst AG zusammengelegt, 1985 in SIGRI GmbH umbenannt und schließlich 1989 vollständig von der Hoechst AG übernommen.

Nach der Fusion mit der Great Lakes Carbon blieb die Hoechst AG mit 50 Prozent der Aktien an dem neuen Unternehmen beteiligt. Die verbliebene Beteiligung wurde 1996 in Folge der Umstrukturierung des Hoechst-Konzerns verkauft, seitdem befindet sich die SGL Carbon AG im Streubesitz.

Konzernstruktur

Das Unternehmen ist durch folgende Strukturen gekennzeichnet:

Die Aufgaben des Vorstands folgen dem Prinzip einer Management-Holding, wobei die Holding (SGL Carbon AG) eine rechtlich selbständige Einheit ist.

Das operative Geschäft gliedert sich in die beiden Segmente "Advanced Materials" und "Performance Products"; es wird von drei globalen Geschäftsbereichen betrieben: Graphite Materials & Systems (GMS), Carbon Fibers & Composites (CFC) und Performance Products (PP).SGL-Brakes baut Serien Keramikbremsscheiben (Porsche und Audi)

Produkte/Anwendungen und Märkte

Der Geschäftsbereich Graphite Materials & Systems ist vor allem in den Bereichen Prozesstechnologie, Spezialgraphite und expandierte Graphite aktiv. Hauptabnehmer der vielfältigen Produkte und Anwendungen sind der Apparatebau, die Automobil- und die chemische Industrie, die Elektronik, die Energiewirtschaft, die Halbleiterindustrie, der Industrieofen- und der Maschinenbau, die Medizintechnik und Pharmazie sowie die Nukleartechnik und der Umweltschutz.

Das Produktportfolio von Carbon Fibers & Composites umfasst Kohlenstofffasern, Brems- und Kupplungskomponenten sowie Verbundmaterialien und -komponenten. Im Fokus des Geschäftsbereichs steht die Entwicklung und Markteinführung innovativer Materialien, Produkte und Lösungen für schnell wachsende Märkte. Hohe Nachfrage besteht derzeit vor allem nach Verbundmaterialien, die sich einerseits durch ihr geringes Gewicht auszeichnen und andererseits hohen Belastungen standhalten. Darüber hinaus sind sie unanfällig gegen Korrosion und dehnen sich bei Wärmeeinwirkung nur geringfügig aus. Deshalb werden sie bevorzugt in der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie, im Maschinen- und Apparatebau, in der Medizintechnik sowie im Sportbereich und der Energiegewinnung (Windturbinen) eingesetzt.

Im Geschäftsbereich Performance Products werden hauptsächlich hochwertige Graphitelektroden hergestellt, die als Energiequelle bei der Stahlerzeugung in Elektrolichtbogenöfen dienen. Darüber hinaus werden Kohlenstoffelektroden gefertigt, die in Schmelzprozessen anderer metallurgischer Anwendungen (wie z.B. Phosphor oder Siliziummetall) zum Einsatz kommen. Abgerundet wird das Produktportfolio dieses Geschäftsbereichs durch Kathoden, die vor allem zur Aluminiumproduktion benötigt werden, sowie Ofenauskleidungen zur Herstellung von Roheisen.

Standorte

Ende 2006 verfügte die SGL Group über insgesamt 38 Produktionsstandorte. In Deutschland ist das Unternehmen - neben der Hauptverwaltung in Wiesbaden - mit insgesamt drei Produktionswerken vertreten, die sich in Meitingen (in der Nähe von Augsburg), in Bonn sowie im Frankfurter Stadtteil Griesheim befinden.

Darüber hinaus verfügt die SGL Group über ein flächendeckendes Service- und Vertriebsnetz, mit dem sie ihre Kunden in rund 100 Ländern weltweit beliefert. Mit der Erschließung weiterer Standorte, wie z.B. dem Bau des weltweit modernsten Carbon- und Graphitwerks in Banting/Selangor (Malaysia), dessen Grundstein Ende März 2007 gelegt wurde, wird das Unternehmen den Service vor Ort weiter optimieren.