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Bergzow

Bergzow ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Elbe-Parey im Westen des Landkreises Jerichower Land.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Im Ort treffen sich die Kreisstraßen 1205 und 1206, die Verbindung zum Verwaltungszentrum Parey, zur Stadt Genthin und zum südlich gelegenen Nachbarort Parchen schaffen. Die Kreisstadt Burg ist 23 Kilometer entfernt. Ein Bahnanschluss besteht nicht. Nur noch touristische Bedeutung hat die Nähe zum Elbe-Havel-Kanal, zu dem über den alten Ihlekanal eine direkte Wasserverbindung besteht. Während der Ihlekanal nach Westen hin die Ortsgrenze bildet, erstreckt sich nach Osten ein schmaler Streifen landwirtschaftlicher Flächen, die nördlich und südlichen von Waldgebieten gesäumt werden. Die gesamte Gemarkung liegt eben auf einer Höhe um 36 Metern über dem Meeresspiegel.

Ortsdaten

Geschichte

Der Ortsname ist slawischen Ursprungs, so dass die Siedlung bereits im 8. oder 9. Jahrhundert bestanden haben dürfte. Aus dieser Zeit stammt eine wendische Wallburg, deren Reste heute 2,5 Kilometer östlich des Ortes am Mönchberg liegen. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der Name über Berkezow (1400), Beekove (1459), Berchzow (1562) zu seiner heutigen Schreibweise, die seit 1786 angewendet wird. 1370 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung im Lehnsverzeichnis des Magdeburger Erzbistums, zu dem der Ort bereits seit 1294 gehörte. Bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde eine Kirche errichtet. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war Bergzow dem Amt Altenplathow unterstellt, das nach dem Dreißigjährigen Krieg unter die Herrschaft Brandenburg-Preußens kam. Der preußische König Friedrich der Große war es auch, der mit seiner Order zum Bau des Ihlekanals für einen wirtschaftlichen Aufschwung in Bergzow sorgte. Mit etwa 750 Söldnern begann 1865 der Kanalbau, für dessen Verlauf das Bett des Flusses Ihle genutzt wurde, und der damit direkt an Bergzow vorbeiführte. Nachdem er 1872 fertiggestellt war, siedelten sich in der Umgebung mehrere Ziegeleien an, die wiederum dafür sorgten, dass Bergzower Schiffer den Ziegeltransport über den Kanal bis nach Berlin übernehmen konnten. Die Lehmgruben erschöpften sich allerdings mit der Zeit, so dass von ehemals elf Ziegeleien 1920 nur noch eine in Betrieb war. Die schon seit 1846 bestehende Bahnlinie Magdeburg - Potsdam mit dem 2,5 Kilometer entfernten Bahnhof Bergzow-Parchen und die um 1900 gebaute Chaussee nach Genthin hatten keine weiteren Industrieansiedlungen gebracht, so dass Bergzow zu Beginn des 20. Jahrhunderts hauptsächlich von der Landwirtschaft lebte. Trotzdem stieg die Zahl der Einwohner von 861 im Jahre 1885 auf 1170 im Jahr 1933. Mit der Fertigstellung des Mittellandkanals 1938 verlor Bergzow auch seine unmittelbare Lage am Kanal, denn das neue Kanalbett verlief jetzt anderthalb Kilometer nördlich des Ortes.

1952 schloss mit der Sängerschen Ziegelei der letzte Industriebetrieb bei Bergzow. Im gleichen Jahr wurde der Ort im Zuge der DDR-Gebietsreform in den Kreis Genthin eingegliedert. Ab 1953 wurden die Landwirtschaftsbetriebe in eine LPG überführt. 1964 hatte Bergzow 1041 Einwohner. Am 28. Mai 1994 wurde der Bahnhof Bergzow-Parchen geschlossen.

Kirche

In der Nordwand des Kirchenschiffs der Bergzower Dorfkirche sind mit einem Portal, das heute zur Hälfte zugemauert ist, und einem darüber befindlichen Rundbogenfenster noch Elemente der ursprünglich romanisch gestalteten Kirche, deren Entstehungszeit bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurückreicht, erkennbar. Heute besteht das Gebäude aus dem Kirchenschiff, das im Osten dreiseitig abgeschlossen ist, und dem auf Pfeilern über dem Westgiebel ruhenden Kirchturm mit quadratischem Grundriss. Als Baumaterial wurden Backsteine verwendet, die zu späteren Zeiten verputzt wurden. Das Kirchenschiff trägt ein dreiseitiges, nach Osten ausgerichtetes Walmdach, während der Turm bis 1967 mit einer Welschen Haube versehen war. Diese wurde durch Blitzschlag zerstört und 1985 durch ein einfaches Flachdach ersetzt. Die Gestaltung des östlichen Abschlusses der Kirche und die oval- und rundbogigen Fenster rühren von Umbauten her, die zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert vorgenommen wurden. An der Nordwand steht ein Grabstein, dessen Inschrift an den 1782 verstorbenen Pfarrer Woltersdorf erinnert. Im Innern ist die Kirche mit einer Flachdecke versehen, die Ausstattung stammt aus der Zeit des Barock. Dazu gehören die Empore in Hufeisenform und das Kastengestühl. Ursprünglich gab es einen Kanzelaltar, heute steht der sechseckige Kanzelkorb zu ebener Erde neben dem Altar. Das kleine rundbogige Orgelprospekt stammt aus dem Jahre 1873. Das Geläut besteht aus zwei Bronzeglocken, die vermutlich aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen.

Persönlichkeiten

Quellen

Koordinaten: 52,3952° N; 12,0491° O