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Suzy Solidor

Suzy Solidor (* 18. Dezember 1900 in Saint-Servan-sur-Mer bei Saint-Malo; † 31. März 1983 in Nizza; war eine französische Künstlerin, die vor allem als Chanson-Sängerin berühmt geworden ist. Der Geburtsname war Suzanne Louise Marie Marion und nach der Heirat ihrer Mutter im Jahr 1907 war ihr eigentlicher Name Suzanne Rocher.

In den 20er Jahren zog sie nach Paris und arbeitet zunächst als Mannequin unter anderem für Lanvin. Sie befreundet sich mit der damals bekannten Antiquarin und Verlegerin Yvonne de Brémond d'Ars, beide waren in der Pariser Szene ein oft gesehenes Paar. Zunehmend berühmt wurde sie als Chansonsängerin auch aufgrund ihrer tiefen Stimme und der androgynen Erscheinung. 1933 eröffnete sie ihren ersten Nachtclub „La Vie Parisienne“ in der Rue Sainte-Anne. Ihr Repertoire waren vor allem Marinelieder. Aufmerksamkeit erregten ihre lesbischen Liebesbeziehungen, aus denen sie kein Geheimnis machte. Sie trat ebenfalls in mehreren Filmen als Schauspielerin auf. Ihr Nachtclub entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt der Pariser Gesellschaft insbesondere in Künstlerkreisen. Im Zweiten Weltkrieg wurde ihr Club gerne von den Besatzungssoldaten der Wehrmacht aufgesucht, unter anderem sang sie eine französische Variante des bekannten Lieds Lili Marleen. Wegen dieser Vorkommnisse wurde ihr nach Kriegsende von der Commission d’Épuration der Vorwurf der Kollaboration gemacht.

Sie ging dann kurzzeitig in die USA, kehrte aber bereits 1947 nach Paris zurück und eröffnete den Club "Chez Suzy Solidor" in der Rue Balzac. Um 1960 zog sie sich an die Côte d'Azur nach Cagnes-sur-Mer zurück und bewohnte ein Haus am Schlossplatz im mittelalterlichen Stadtteil Le Haut de Cagnes. Dort trat sie noch bis 1967 in ihrem dortigen privaten Club auf und betrieb außerdem bis zum Lebensende einen Antiqutätenladen.

Ihr werden zahlreiche Beziehungen sowohl zu bekannten Männern als auch zu Frauen nachgesagt. Es wird behauptet, dass sie die meistgemalte Frau der Welt sei. In ihren Nachtclubs hingen Portraits von zahlreichen berühmten Malern wie Pablo Picasso, Georges Braque, Raoul Dufy, Marie Laurencin, Francis Picabia, Kees van Dongen, Moise Kisling, Jean Cocteau und Tamara de Lempicka. Einen Teil ihrer Sammlung, die einst rund 280 Bilder umfasste, vermachte sie 1973 testamentarisch der Stadt Cagnes-sur-Mer. Eine Auswahl von rund 40 Werken kann dort im Schloss Grimaldi besichtigt werden. Ihr Grab befindet sich auf dem alten Friedhof von Cagnes-sur-Mer.

Personendaten
Solidor, Suzy
Suzanne Louise Marie Marion
französische Sängerin
18. Dezember 1900
Saint-Servan-sur-Mer an der französischen Kanalküste
31. März 1983
Nizza