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Aktionsforschung

Als Aktionsforschung (auch Handlungsforschung, action research) wird eine Art der Forschung bezeichnet, bei der der Forscher selbst Bestandteil des Untersuchungsgegenstandes ist und die anderen Teilnehmer und Elemente selbst beeinflusst und verändert, um eine Verbesserung herbeizuführen.

Inhaltsverzeichnis

Ziele, Verfahren und Problematik

Ziel der Aktionsforschung ist es, an konkreten Problemen aus der Praxis anzusetzen und direktes soziales Handeln zu ermöglichen. Die Beziehung zwischen Forscher und Betroffenen zeichnet sich durch symmetrische Kommunikationsstrukturen aus: Denn eine Forschung, die nichts anderes als Bücher hervorbringe, nütze dem Individuum nicht (siehe Kurt Lewin, 1953, S.280).

Der Aktionsforschung wird gelegentlich mangelnde Wissenschaftlichkeit vorgeworfen. Die Begründung dafür liegt im Anliegen der Aktionsforschung. Sobald der Forscher versucht, die Handlungen von Personen in politischer oder moralischer Absicht aktiv zu beeinflussen, verschwindet der Unterschied zwischen Wissenschaft und Ideologie (vgl. Schnell - Hill - Esser 1999; S. 88).

Aktionsforschung in Pädagogik und Didaktik

Besonders geeignet für den Ansatz der Aktionsforschung sind die Pädagogik und die Didaktik und hier besonders die Methodik: durch die intensive Zuwendung zum Forschungsgegenstand „Unterricht“ wird die Praxisrelevanz der Ergebnisse im Vergleich zu hermeneutischen Verfahren stark erhöht. Allerdings wird dieser Forschungsansatz nur von wenigen Wissenschaftlern gewählt, weil er sehr zeit- und arbeitsintensiv ist [1].

Quellen

  1. Siehe beispielsweise Jean-Pol Martin, der zwischen 1981 und 2000 ausschließlich am Projekt (Lernen durch Lehren) gearbeitet hat. Jean-Pol Martin (1998): Das Projekt 'Lernen durch Lehren' - fachdidaktische Forschung im Spannungsfeld von Theorie und selbsterlebter Praxis. In: Liedtke, M. (Hg.): Gymnasium: neue Formen des Unterrichts und der Erziehung. Bad Heilbrunn/Obb.: Klinkhardt, S.151-166. Bei Martin handelt es sich allerdings um einen noch radikaleren oder somit noch problematischeren Zugang, denn er erforscht seine eigene Praxis als Lehrer, ist also sowohl Subjekt als auch Objekt seiner eigenen Forschung. Die Frage stellt sich, ob dieselbe Person in der Lage ist, sich selbst mit der notwendigen Distanz als Gegenstand zu beobachten und wissenschaftlich zu erforschen?

Literatur

 Wiktionary: Aktionsforschung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik