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Genovevahöhle

Die Genovevahöhle (früher Kuttbachhöhle genannt) ist eine kleine, sagenumwobene Höhle bei Kordel im Landkreis Trier-Saarburg, Rheinland-Pfalz (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Die Genovevahöhle liegt innerhalb der Südeifel rund 3,75 km (Luftlinie) südlich des Kernorts von Kordel. Sie befindet sich hoch über dem Tal des Kuttbachs, einem kleinen bzw. südwestlichen Zufluss der Kyll, im Südosthang des 294 m ü. NN hohen Bergs Elterlay. Auf dem 550 m nordöstlich gelegenen Berg Hochburg (306 m ü. NN) befindet sich die einstige keltische Fliehburg „Hochburg“.

Höhlenbeschreibung

Die breiteste Ausdehnung der Genovevahöhle beträgt etwa 15 m, die Decke ist zirka 8 bis 10 m hoch. Die Stufen zur Höhle wurden 1910 von der Ortsgruppe Kordel des Eifelvereins aus dem Fels gehauen.

Im Innenraum der Genovevahöhle waren eine Anzahl kleinerer Hütten untergebracht. Die gebaute Terrasse konnte nur mit Leitern, Stricken oder Steighölzern erreicht werden. Die Balkenlöcher und Balkenauflagen mit der gewollten Regelmäßigkeit, sind noch gut erkennbar.

In der Schutthalde vor der Genovevahöhle wurde ein Schaber gefunden, der bereits eine Nutzung in der späteren Altsteinzeit vermuten lässt. Darin fanden sich außer prähistorischen auch römische und fränkische Scherben.

Legende

Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts war die Genovevahöhle nur unter dem Namen Kuttbachhöhle bekannt. Ein Beamter aus Mayen wurde nach Pfalzel versetzt. Als er diese Höhle bei einer Wanderung sah, erinnerte er sich an die heimatliche Genoveva-Legende, die der Kapuzinerpater Martin von Cochem um 1640 erzählte. Danach soll Pfalzgraf Siegfried 75 n. Chr. Genoveva, die Tochter des Herzogs von Brabant, zur Frau genommen haben. Als er einstmals in eine Fehde zog, bezichtigte der Haushofmeister Golo nach der Rückkehr des Grafen dessen Frau der Untreue. Sie wurde mit ihrem Sohn verstoßen und flüchtete mit ihrem Kind in den Ardennenwald. Kläglich lebten sie von den Früchten des Waldes und eine Hirschkuh spendete ihnen Milch. Nach Jahren fand der Pfalzgraf seine Frau und seinen Sohn wieder. Freudig und reuevoll nahm er sie wieder auf. Der böse Golo erhielt seine wohlverdiente Strafe.

Der Zeitgeist der Romantik, der verfallene Burgen und dazugehörige Sagen liebte, verhalf sicherlich zur Verbreitung dieser Legende. So wurde die Kuttbachhöhle zur Genovevahöhle.

Quelle

Koordinaten: 49° 48' 23" N, 6° 38' 48" O