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Nonius-Effekt

Mit Nonius-Effekt wird ein Phänomen beschrieben, dass im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auftritt. Er beschreibt, wie sich Züge, U-Bahnen, Busse usw. gegenseitig beeinflussen können, die auf der selben Strecke fahren.

Seinen Namen hat er in Analogie zum Nonius erhalten, der einen ähnlichen Effekt zur Erhöhung der Genauigkeiten von Messgeräten zur Messung von Längen und Winkeln nutzt.

Passend hierzu kommt es zum Beispiel bei einer Eisenbahnstrecke, auf der gemeinsam Züge fahren und deren Taktfahrpläne unterschiedlich sind (z. B. alle 15 min fährt Linie 1, alle 20 min fährt Linie 2) nach einiger Zeit zu Störungen. Der Fahrplan gerät dabei durcheinander.

Wenn diese Störungen zu stark schwankenden Fahrzeugfolgezeiten führen, resultiert daraus eine ungleichmäßige Belastung der eingesetzten Fahrzeuge mit Fahrgästen.

Die Fahrzeuge sind nach einer langen Zugfolgezeit besonders verspätungsanfällig. Dagegen sind sie nach kurzer Zugfolgezeit stark verfrühungsanfällig. Das Ergebnis kann eine Pulkbildung sein.

Beispiel

Linie 1 mit einer Taktzeit von 15 min -> Fahrzeug kommt zur Minute 0/15/30/45
Linie 2 mit einer Taktzeit von 20 min -> Fahrzeug kommt zur Minute 7/27/47

daraus ergeben sich die Zugfolgezeiten -> 7/8/12/3/15/2/13

Betriebsleitsysteme ITCS können diesen Effekt verringern, indem den Fahrern vorhandene Fahrplanabweichungen mitgeteilt werden, damit sie Einfluss auf die Zeitabstände nehmen können.