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Anästhesiepfleger

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Fachgesundheitspfleger (Fachkrankenpfleger) für Anästhesie und Intensivpflege sind Gesundheits- und Krankenpfleger/innen, die nach einer Weiterbildungsmaßnahme in der Anästhesie arbeiten.

Inhaltsverzeichnis

Fachweiterbildung zur/zum Fachkrankenschwester/Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie

Um als Pfleger/in in der Anästhesie arbeiten zu können, benötigt man eine abgeschlossene Ausbildung zum/r Gesundheits- und Krankenpfleger/in- frühere Berufsbezeichnung Krankenschwester/Krankenpfleger. Nach entsprechender Erfahrung (mindestens 2 Jahre, davon 6 Monate auf einer Intensivstation, besteht die Möglichkeit, eine 2-jährige, berufsbegleitende Fachweiterbildung zur/zum Fachkranschwester/Fachkrakenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie zu absolvieren. In den meisten Bundesländern erfolgt eine zweite staatliche Examinierung. Der Begriff Fachkrankenschwester/Fachkrankenpfleger ist demnach eine geschützte Berufsbezeichnung. Grundlage dieser Weiterbildung ist die Weiterbildungs- und Prüfungsordnung für Pflegeberufe des jeweiliges Bundeslandes.

Dauer und Aufbau: Die in der Regel 2-jährige Weiterbildung erfolgt berufsbegleitend. Insgesamt werden 720-800 Stunden fachtheoretischer und fachpraktischer Unterricht je nach Bundesland angeboten. Die Praktikumseinsätze werden von der Weiterbildungsstätten in den folgenden Einsatzgebieten geplant:

Ein Teil der Unterrichtsstunden wird von den hauptamtlichen Lehrpersonen in den Einsatzgebieten erteilt.

Die Weiterbildung schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten ein Prüfungszeugnis und eine Urkunde die berechtigt, den Titel Fachkrankenschwester/Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie zu tragen.

Geschichte der Fachweiterbildungen

Anfang der sechziger Jahre gab es bereits in den skandinavischen Ländern, den USA und in der Schweiz pflegerische Weiterbildungen und Lehrgänge im Bereich der Anästhesiepflege.

1950 beschäftigten sich die deutschen Chirurgen mit derlei Neuerungen. Zitat: "Es ist die Frage der Ausbildung von Narkose-Schwestern zu prüfen, die nach den deutschen Verhältnissen besser einsatzfähig wären. Nach deutschem Recht ist noch immer der Operateur für die gesamte Operation verantwortlich, der Narkotiseur ist sein Erfüllungsgehilfe".

In Deutschland führten sowohl einzelne Kliniken (München, Freiburg) als auch die Bundeswehr (Koblenz 1964) Lehrgänge durch, um einerseits Pflegekräfte zu qualifizieren, andererseits den damaligen Mangel an Narkoseärzten zu kompensieren.

Die Oberschwester Therese Valerius von der Uni Mainz lernte bei ausländischen Hospitationen verschiedene Weiterbildungen für das Pflegepersonal kennen. Sie plante ab 1962 ein Konzept für Mainz.

Frau Valerius sowie die Anästhesie-Professoren Hálmagyi und Nolte begannen 1964 in Mainz mit der ersten systematischen Fachweiterbildung über zwei Jahre. 1966 legten dort die ersten sieben Schwestern das Abschlussexamen ab. In Ulm begann die Fachweiterbildung im Jahr 1969 mit einem Jahr Dauer nach der Regelung der "Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Wiederbelebung", DGAW.

Die DGAW veröffentlichte 1972 Richtlinien über die Weiterbildung zur Fachschwester/zum Fachpfleger. Die spätere Dreiteilung in den Fachrichtungen der Intensivweiterbildung wurde 1972 im Mainzer Weiterbildungsprogramm übernommen.

Unter der Federführung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) haben Vertreter der DGF und der drei ärztlichen Fachgesellschaften in der Intensivmedizin 1975 und 1976 eine Weiterbildungsordnung erarbeitet, welche am 16. November 1976 als "Muster für eine landesrechtliche Ordnung der Weiterbildung und Prüfung zu Krankenschwestern, Krankenpflegern und Kinderkrankenschwestern in der Intensivpflege - Empfehlung der DKG" veröffentlicht wurde. Sie bildet die Grundlage für die Ordnungen im Bereich der Gemeindekrankenpflege, der Psychiatrie, des Operationsdienstes, der Rehabilitation, der Nephrologie und der Onkologie. Schon 1975 hatten die Länder eine "Rahmenordnung für die Weiterbildung in den verschiedenen Fachrichtungen der Krankenpflege" herausgegeben. Hier wurde u. a. festgeschrieben die Dauer von zwei Jahren, die 720 Stunden Unterricht sowie eine Abschlussprüfung.

Diese Eckdaten gelten für die meisten der heute angebotenen Fachweiterbildungen und gingen vor einigen Jahren in den BAT für die Einstufung nach KR VI ein. Die Rahmenordnung wurde 1991 geändert und verbessert.

Da die Weiterbildung unter die Kulturhoheit der Länder fällt, haben weder die staatlichen Rahmenordnungen noch die Musterordnungen der DKG zu einer Einheitlichkeit geführt, Im Bereich der Intensivpflege gibt es in vier Bundesländern verschiedene landesrechtliche Regelungen.

Aufgaben

In einem OP-Saal arbeiten je ein Anästhesist (Narkosearzt) und ein/e Anästhesiepfleger/in als Team zusammen. Dabei besteht die Arbeit der Pflegekraft in der Vorbereitung und Assistenz. Dies beinhaltet die Vorbereitung und regelmäßige Überprüfung der Narkosegeräte, der Überwachungsmonitore und anderer Überwachungsgeräte, Vorbereitung der Narkosemittel und weiterer benötigter Medikamente.

Vor der Narkoseeinleitung werden die Patienten von der Pflegekraft an die Überwachungsgeräte angeschlossen, es wird ein venöser Zugang für Infusionen gelegt. Die Narkoseeinleitung selbst, die Aufrechterhaltung und die Ausleitung sind ärztliche Aufgaben, bei der die Pflegekraft assistiert.

Eine weitere Aufgabe ist die Lagerung auf dem Operationstisch für die grundsätzlich der Arzt verantwortlich ist (während der Narkoseeinleitung der Anästhesist, ab OP-Beginn der Operateur), die üblicherweise jedoch an das entsprechende Pflegepersonal delegiert wird.

Des Weiteren ist der Anästhesiepfleger neben dem Anästhesisten verantwortlich für die Übergabe des Patienten an den Aufwachraum (welcher entweder ebenfalls vom Anästhesie- oder vom Intesivpflegepersonal besetzt ist), die Nachbereitung des Anästhesiearbeitsplatzes und der hygenisch korrekten Wiederaufbereitung verwendeter Materialien.

Im Aufwachraum werden die Patienten je nach Art der Operation noch bis zu mehrere Stunden mit Hilfe des Überwachungsmonitors engmaschig überwacht, bis sie wieder auf die Station zurückverlegt werden.

Weitere Tätigkeiten des Anästhesiepflegers sind die Übernahme und Betreuung schwerstverletzter Patienten im Schockraum, die in einigen Häusern aber auch vom Intensivpflegepersonal übernommen wird. Des Weiteren werden hausinterne Reanimationen vom Anästhesiepflegepersonal mitbetreut.

Zukunftsaussichten

Seit kurzem gibt es in Halle/Saale und Frankfurt/Main Pilotprojekte, Anästhesietechnische Assistenten (ATA) auszubilden, die jedoch nicht dem Pflegeberuf zugerechnet werden.

Im HELIOS-Kliniken Konzern existiert seit 2004 eine interne, einjährige Weiterbildung für AnästhesiepflegerInnen zum Medizinischen Assistent für Anästhesie (MAfA). Am 9. März 2007 meldet der MDR, HELIOS habe das Programm beendet. In der Meldung des MDR wurde von einem "stark umstrittenen Programm zur Organisation von Narkosen" gesprochen und auf einen bisher ungeklärten Vorfall verwiesen. Es heißt: "Vor anderthalb Jahren hatte ein Abiturient bei einer Routine-Operation am Helios-Klinikum Erfurt einen Herzstillstand erlitten. Sein Hirn wurde dabei schwer geschädigt. Bei der Narkose war ein MAfA eingesetzt. Helios bestreitet jedoch einen Zusammenhang." Ebenfalls am 9. März 2007 gibt die HELIOS Kliniken GmbH eine neue "Konzernregelung Anästhesie" bekannt, mit der die Ärzte angewiesen werden, den MAfA nicht über den durch die ärztlichen Fachgesellschaften vorgegebenen Rahmen hinaus einzusetzen.

Beide Ansätze sind umstritten, da sie das Konzept der Parallelnarkose beinhalten, d.h. für jeden Patienten ist ein ATA/MAfA zuständig. Der Anästhesist kommt aber nur zur Narkoseeinleitung, Ausleitung und bei Problemen hinzu, so dass er mehrere Narkosen gleichzeitig betreuen kann. Diese personal- und somit kostensparende (und im europäischen Ausland übliche) Praxis wird von den Berufsverbänden der Anästhesisten, der DGAI (Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin) und BDA (Berufsverband Deutscher Anästhesisten) in der Münsteraner Erklärung zur Parallelnarkose aus rechtlichen und qualitativen Gründen klar abgelehnt.