Heim

Türkiye Radyo ve Televizyon Kurumu

Senderlogo
Allgemeine Informationen
Empfang: analog terrestrisch, Kabel, Satellit & DVB-T
Länder: Türkei
Sendeanstalt: TRT
Intendant: İbrahim Şahin
Sendebeginn: 1. Mai 1964
Rechtsform: Öffentlich-rechtlich
Programmtyp: Vollprogramm
Liste der Fernsehsender

Türkiye Radyo ve Televizyon Kurumu (kurz TRT; sprich: te-re-te; dt.: Türkische Radio- und Fernsehrundfunkanstalt, engl.: Turkish Radio and Television Corporation) ist die nationale Rundfunk- und Fernsehgesellschaft der Türkei.

Die TRT wurde als öffentlich-rechtlicher Sender nach dem Vorbild der britischen BBC gegründet. In der Türkei begann – wie in anderen europäischen Ländern – das Radiozeitalter Mitte der zwanziger Jahre. Im Februar 1926 wurde das Rundfunkmonopol an die Post übertragen, und im Jahr darauf bekam eine Aktiengesellschaft, an der auch die Post beteiligt war, eine Sendelizenz bis 1936. Nach dem Ablauf der Konzession übernahm der Staat die direkte Kontrolle über den Rundfunk. 1963 wurde die TRT gegründet. Bis 1993 existierte offiziell ein Staatsmonopol auf die Ausstrahlung von Radio- und Fernsehprogrammen. 1968 wurde das erste Fernsehprogramm eingerichtet.

Der „Hohe Rat für Rundfunk und Fernsehen“ (Radyo ve Televizyon Üst Kurulu, RTÜK) – in etwa vergleichbar den Landesmedienanstalten in Deutschland – (9 Mitglieder, vom Parlament ernannt) ist für medienpolitische Fragen zuständig: Der Rat verteilt die Frequenzen und Sendelizenzen und überwacht die Rechtmäßigkeit der Aktivitäten und die Sendeinhalte der TRT, wie auch der privaten Rundfunk- und Fernsehanbieter. Dabei stehen ihm verschiedene Sanktionsmöglichkeiten zu, die jedoch gerichtlicher Kontrolle unterstehen. Der Rat war nicht zuletzt als Instanz konzipiert, die fundamentalistischen Zirkeln den Weg in die Massenmedien erschweren sollte. Zur Zeit konkurrieren 16 private landesweite Fernsehprogramme mit den Programmen der TRT, außerdem 15 regionale und über 200 lokale Fernsehsender.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Fernsehens

In den sechziger Jahren diskutierte die türkische Regierung sehr lange ob sich Investitionen in das Fernsehen lohnen. Weder ein nationales UKW-Sendenetz für die existierenden Radioprogramme war aufgebaut, noch schienen Finanzressourcen für das Fernsehen vorhanden. Die ersten Testsendungen des Fernsehprogramms von TRT wurden nur in Ankara ausgestrahlt und konnten ca. 1.000.000 Bürger erreichen. Ein Fernsehgerät gehörte aber noch zu den Luxusartikeln, die sich wenige Leisten konnten. Die Ballungsräume Istanbul, Izmir, Edirne mussten bis in die siebziger Jahre warten, bis auch dort ein Fernsehsignal ausgestrahlt wurde. Erst 1977 erreichte das Fernsehprogramm 60 % der Bevölkerung. Im gleichen Jahr war die erste Sendung, die das TRT-Fernsehen auch über die staatlichen Programme mehrerer anderer europäischer Länder ausstrahlte, das Internationale Kinderfest am 23. April. Die erste Farbfernsehsendung war die Silvesterabendgala am 31. Dezember 1981. Testprogramme in Farbe folgten und Schwarzweißsendungen wechselten mit Ausstrahlungen in Farbe, darunter die Nachrichtensendungen, der Wetterbericht, das Kinderprogramm und die Ansprachen des Präsidenten. Im Jahr 1984 stellte TRT-TV alle Sendungen auf Farbfernsehen um. Ferner wurde der Sendeschluss nach hinten geschoben und das Programm am Morgen früher aufgenommen.

Am 6. Oktober 1986 wurde neben TRT-TV das Programm TRT-2 in Betrieb genommen, welches von Beginn an 20% der Bevölkerung erreichte. Es wurde als Kultur- und Kunstprogramm etabliert. 1987 erreichte TRT-TV 95 % und TRT-2 80 % der Bevölkerung. 1989 wurde zusätzlich das Programm TRT-gap in Betrieb genommen, das nach dem Sendeschluss von TRT-2 auf den Kanälen des zweiten Programms Bildungs- und Erziehungsprogramme für Südostanatolien aussendete. Die Studios von TRT-gap wurden von Ankara nach Diyarbakir verlegt und TRT-gap erreichte 60 % der Bevölkerung in der Südosttürkei. Am 10. Oktober 1989 startete das Programm TRT-3 als Programm für Dokumentationen und Parlaments- bzw. Sportübertragungen und für ausländische Filme und Serien. TRT-TV wurde in TRT-1 umgewandelt und strahlte als Vollprogramm türkische Filme, Serien, Nachrichten, Reportagen und TV-Shows aus. Von Oktober 1989 an, betrieb die TRT also TRT-1, TRT-2 (TRT-gap) und TRT-3.

Im Februar 1990 wurde das Programm TRT-int aufgenommen, das sich an die im Ausland lebende türkische Gemeinde in Westeuropa richtete und Programminhalte von TRT-1, -2 und -3 übernahm. An die Sehergruppe im Kaukasus und in Zentralasien richtete die Anstalt ab April 1992 den Kanal TRT-avrasya.

Im Juni 1990 wurde der Bildungs- und Erziehungskanal TRT-4 in Izmir gestartet, der in seiner damaligen Inhaltsform größtenteils bis heute erhalten geblieben ist.

Anfänge des Radios

Finanzierung

Die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erfolgt aus Werbeeinnahmen, Steuern auf Video- und TV-Geräte und einer 3,5-prozentigen Abgabe aus den Stromeinnahmen des ganzen Landes (deckt etwa die Hälfte der Finanzierung), sowie aus sonstigen Einnahmen, z.B. durch Programmverkäufe.

Deregulierung

Die TRT musste schwer mit der Deregulierung des Marktes kämpfen, die konkret 1993 die Legalisierung privater Konkurrenz und den Fall des staatlichen Rundfunkmonopols bedeutete. Der Anteil der Werbeeinkünfte fiel von 54% 1990 auf 3% 1998.

TRT-Radio

TRT strahlt folgende Radioprogramme aus:

nationale Reichweite
regionale Reichweite, TRT-Regionalradios (TRT-Bölgesel Radyolar)

Diese Programme bringen stündlich Nachrichten und Regionalinformationen. Das Netz ist im Aus- und Aufbau. Als Regionalprogramm in Südostanatolien fungiert Radyo-GAP.

internationale Reichweite

TRT-Fernsehprogramme

TRT strahlt folgende Fernsehprogramme aus:

nationale Reichweite
regionale Zielgruppe
internationale Reichweite