Heim

Bonn Hauptbahnhof

Bonn Hauptbahnhof
Bahnhofsdaten
Kategorie Fernverkehrssystemhalt
Art

Durchgangsbahnhof

Bahnsteiggleise

insgesamt 5; 3 Fernbahnsteiggleise; 2 Nahverkehrsbahnsteige

Tägliche Zugfahrten

283

Architektonische Daten
Eröffnung

22.04.1885

Stadt Bonn
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten
50° 43′ 55″ N, 7° 5′ 49″ O7Koordinaten: 50° 43′ 55″ N, 7° 5′ 49″ O
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

Bonn Hauptbahnhof ist ein Bahnhof in Bonn an der linken Rheinstrecke und zugleich Endpunkt der Voreifelbahn. Er ist in die Bahnhofskategorie 2 („Fernverkehrssystemhalt“) eingeordnet und hat IC-, EC- und ICE-Anbindungen. Unter dem eigentlichen Hauptbahnhof der Deutschen Bahn befindet sich eine Stadtbahnanlage. Täglich halten in Bonn 78 Fernverkehrs- und 205 Nahverkehrszüge.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ein erster Bahnhof wurde in Bonn im Jahre 1844 im Zuge des Baus der linken Rheinstrecke durch die Bonn-Cölner Eisenbahn eröffnet. Ab 1870 endete die Trajektbahn auf die rechte Rheinseite am Bahnhof Bonn. Mit der Eröffnung der Voreifelbahn nach Euskirchen wurde der Bahnhof endgültig zum Knotenpunkt.

In den Jahren 1883 bis 1884 wurde ein neues Empfangsgebäude errichtet, das heute unter Denkmalschutz steht. Wegen seiner trotz der repräsentativen Gestaltung kompakten Form ist es auch bei Modelleisenbahnern beliebt.

Einen sprunghaften Bedeutungszuwachs erlebte der Bahnhof 1949, als Bonn zur Bundeshauptstadt wurde. Viele Politiker und Bundesbedienstete reisten mit der Bahn an, anfangs wurden hier auch Staatsgäste empfangen.

Nachdem Bonn 1969 durch Eingemeindungen deutlich gewachsen war und nun auch die Bahnhöfe Bad Godesberg, Beuel, Duisdorf und Oberkassel auf Bonner Gebiet lagen, wurde der Bahnhof im Sommer 1971 nach Bonn Hauptbahnhof umbenannt.

Trotz der 2002 erfolgenden Eröffnung der an Bonn vorbeiführenden neuen ICE-Strecke mit dem Haltepunkt Siegburg (Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main) ist Bonn Hbf auch heute noch ein wichtiger Fernverkehrshalt.

Nordwestlich des Personenbahnhofs bestand ein heute stillgelegter Güterbahnhof mit kleinem Rangierbahnhof, der heute bereits teilweise abgerissen wurde. Die verbliebenen Gleise werden für Überholungen von Güterzügen und als Abstellanlage für wendende Reisezüge genutzt. Direkt neben dem Hauptbahnhof befand sich bis 1985 der Rheinuferbahnhof der Köln-Bonner Eisenbahnen. Im Zuge des Stadtbahnbaus wurde Anfang der 1970er Jahre die vorhandene Bebauung vor dem Bahnhof abgerissen und neu gestaltet. Die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes wurde in der Bonner Öffentlichkeit sehr bald Gegenstand heftiger Kontroversen und es gab mehrfach Initiativen zu einer Neugestaltung.

Bahnbetrieb

Linien

Derzeit ist Bonn Hbf an folgende Linien angebunden:

Fernverkehr:

Nahverkehr:

Planungen

Bis 2015 ist geplant, den Bonner Hauptbahnhof ans Netz der S-Bahn Rhein-Ruhr anzubinden. Dies soll durch die neu geplante Linie S16 über Wuppertal und Solingen bis Mehlem geschehen. Die S16 ersetzt dann die Linien RB26 und RB48.

Anbindung an die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main

Während der Planungsphase der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main wurde in den 1980er und frühen 1990er Jahren eine Streckenführung der geplanten Neubaustrecke über den Bonner Hauptbahnhof kontrovers diskutiert. Vorgesehen war dazu eine Untertunnelung der Stadt. Dieser Tunnel sollte in der nördlichen Peripherie beginnen und in 35 m Tiefe unter dem Hauptbahnhof Zügen den Halt ermöglichen. Nach Unterquerung des Regierungsviertels und des Rheins sollte schließlich das Siebengebirge erreicht werden und dort auf die von der damaligen Deutschen Bundesbahn favorisierten Variante 0 über Limburg an der Lahn nach Frankfurt am Main einschwenken. Die Mehrkosten dieser Variante wurden auf etwa eine halbe Milliarde Euro geschätzt.[1]

Darüber hinaus wurde eine Linienführung über den Bahnhof Bonn-Beuel diskutiert. Dabei wäre die Trasse im Logebachtal bei Aegidienberg, nahe der A 3, in einen 14 km langen Tunnel eingetaucht.[1] Heute ist Bonn indirekt über den, ab Bonn Hbf per Stadtbahn erreichbaren, Bahnhof Siegburg/Bonn an die Schnellfahrstrecke angebunden.

Stadtbahn

Unterhalb des Bahnhofsgebäudes befindet sich ein U-Bahnhof der Bonner Stadtbahn. Die viergleisige Station wurde im April 1979 eröffnet – vier Jahre nach dem angeschlossenen Tunnel Richtung Bad Godesberg. Der U-Bahnhof ist als unterirdischer Kreuzungspunkt einer Nord-Süd-Achse mit einer Ost-West-Achse konzipiert und wird täglich von etwa 50.000 Fahrgästen frequentiert. Nach Norden sind zwei Zulaufstrecken (nach Bonn West und zum Stadthaus) vorhanden, nach Süden existieren Anschlüsse für drei Strecken (Richtung Universität/Markt, nach Dottendorf und für die Hardtbergbahn). Züge in Nord-Süd-Richtung sollten hier Züge in Ost-West-Richtung höhenfrei am selben Bahnsteig kreuzen können. Da von den drei südlichen Anschlüssen derzeit nur einer realisiert ist, wirkt die Anlage momentan etwas überdimensioniert. Der Tunnelstutzen Richtung Dottendorf wird als Abstellbereich für den letzten in Bonn verbliebenen Achtachser und als Wendeanlage genutzt, der für die Hardtbergbahn zum Abstellen ausgemusterter Straßenbahnen. Die vier Gleise liegen an zwei Mittelbahnsteigen, wobei die Ost-West-Linien an den inneren und die Nord-Süd-Linien an den äußeren Gleisen halten sollten.

Der U-Bahnhof ist nach damaligen Maßstäben futuristisch gestaltet, wobei die Farben silbergrau (Decken und Außenwände) und blau (Boden und Innenwände) dominieren. An den Außenwänden befindet sich die sogenannte Kunstschiene. Sie umfasst die Logos von Metros aus aller Welt, an den Innenwänden in den 1990er-Jahren angebrachte Symbole der Weltreligionen und Kinderbilder verschiedener Gottheiten. Zudem ist der U-Bahnhof als Schutzbunker für ABC-Notfälle vorgesehen. Er besitzt eine eigene Wasser- und Stromversorgung sowie sanitäre Einrichtungen (Toiletten und Duschen).

Ursprünglich befanden sich nur an den Außengleisen Hochbahnsteige. Da an den Innengleisen auch eine Straßenbahnlinie endete, gab es dort Flachbahnsteige, die für eine spätere Anhebung vorbereitet waren. Nach der Einstellung der Straßenbahnlinie 64 wurden die Innenbahnsteige 1997 an einem Wochenende angehoben. Dabei blieb ein Drittel des Bahnsteigs auf der ursprünglichen Höhe, um dort bei Störungen auch weiterhin Straßenbahnen enden lassen zu können. Dies war möglich, da die Haltestelle über 100 Meter lang ist, die eingesetzten B-Wagen-Doppeltraktionen aber nur knapp 60 Meter.

Zwischen der Einweihung des Stadtbahntunnels 1975 und der Fertigstellung des Hauptbahnhofs 1979 endeten die Stadtbahnen an einer eingleisigen provisorischen Haltestelle Am Hauptbahnhof, die sich im Gleisvorfeld des heutigen Hauptbahnhofs unter dem ZOB befand. Nach der Aufnahme des Stadtbahn-Vorlaufbetriebes nach Köln (Linie 16) war diese Anlage Ursache vieler Verspätungen im Netz. Die zum U-Bahnhof gehörende zweigleisige Wendeanlage, die südlich unter dem ZOB gelegen ist, stellt den tiefsten Punkt der Bonner U-Bahn dar.

Einzelnachweise

  1. a b Ohne Autor: Das Planungsstadium. In: Eisenbahn JOURNAL: Tempo 300 − Die Neubaustrecke Köln–Frankfurt. In: Eisenbahn Journal, Sonderausgabe 3/2002, ISBN 3-89610-095-5, S. 12–17