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Eichhörnchengalagos

Eichhörnchengalagos
Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Feuchtnasenaffen (Strepsirrhini)
Familie: Galagos (Galagonidae)
Gattung: Eichhörnchengalagos
Wissenschaftlicher Name
Sciurocheirus
Gray, 1873

Die Eichörnchengalagos (Sciurocheirus) sind eine Primatengruppe aus der Familie der Galagos (Galagonidae). Der Status dieser Gruppe ist umstritten, meist werden sie als Untergattung den Gewöhnlichen Galagos oder den Zwerggalagos zugeordnet, in jüngeren Werken findet man sie auch als eigene Gattung.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Mit einer Kopfrumpflänge von 16 bis 24 Zentimetern und einem Gewicht von 200 bis 450 Gramm zählen diese Tiere zu den größeren Galagos. Ihr Fell ist an der Oberseite dunkelbraun oder schwarz gefärbt, die Unterseite ist heller. Der Kopf ist durch deutliche Ringe um die großen Augen, durch die unbehaarten, stark beweglichen Ohren, und durch die schmale, spitze Schnauze gekennzeichnet. Der Schwanz ist buschig und mit 21 bis 30 Zentimetern Länge länger als der Körper.

Verbreitung und Lebensraum

Eichhörnchengalagos sind im mittleren Afrika beheimatet, ihr Verbreitungsgebiet reicht vom südöstlichen Nigeria und Zentralafrika bis in den Süden der Republik Kongo. Lebensraum sind tropische Regenwälder, wo sie sich vorwiegend auf niedrigen Ästen oder im Unterholz aufhalten.

Lebensweise

Eichhörnchengalagos sind nachtaktive Tiere, die sich tagsüber zum Schlafen meist in Baumhöhlen oder Blätternester zurückziehen. Beim Schlafen findet man oft mehrere Tiere gemeinsam, manchmal auch Männchen und Weibchen. Allerdings reagieren Männchen sehr aggressiv auf Geschlechtsgenossen und leben oft einzelgängerisch, Weibchen hingegen leben oft mit ihrem Nachwuchs in kleinen Gruppen. Auf Nahrungssuche begeben sie sich jedoch meist allein, wobei sie große Streifgebiete haben (Weibchen 8 bis 16 Hektar, Männchen bis zu 50 Hektar).

Die Fortbewegung dieser Tiere ist eher springend, im Gegensatz zu den Gewöhnlichen Galagos landen sie aber mit den Händen und nicht mit den Füßen voran, was einen froschähnlichen Eindruck erweckt.

Nahrung

Die Nahrung der Eichhörnchengalagos besteht hauptsächlich aus Früchten, gelegentlich nehmen sie auch Insekten zu sich.

Fortpflanzung

Die Paarung kann das ganze Jahr über erfolgen, es gibt allerdings regionale Häufungen zu bestimmten Monaten. Nach einer rund 130-tägigen Tragzeit bringt das Weibchen meist ein einzelnes Jungtier zur Welt, wozu sie sich von der Gruppe zurückzieht. Bereits nach sechs Wochen wird das Jungtier entwöhnt, mit acht bis zehn Monaten ist es geschlechtsreif. Die Lebenserwartung in freier Natur wird auf acht Jahre geschätzt.

Systematik

Früher wurde alle Tiere in einer Art, dem Allen- oder Eichhörnchengalago zusammengefasst, in jüngerer Zeit wurden sie in drei Arten aufgeteilt: Sciurocheirus alleni, S. cameronensis und S. gabonensis.

Bedrohung

Die Hauptbedrohung dieser Tiere ist die Zerstörung ihres Lebensraums, die IUCN listet den Eichhörnchengalago (als gemeinsame Art) als gering gefährdet.

Literatur