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Mühringen

Mühringen ist ein Teilort der großen Kreisstadt Horb am Neckar. Die Ortschaft liegt ca. 8 km von der Kernstadt entfernt und zieht sich vom Eyachtal (auf einer Höhe von 401 m ü. NN) den Hang hinauf bis zum Schloss Hohenmühringen. Mühringen hat etwa 1000 Einwohner.

Es gibt einen Bahnhof der Hohenzollerischen Landesbahn im Tal, und die Ortschaft ist Station eines deutschen Jakobswegs.

Inhaltsverzeichnis

Persönlichkeiten

Der wohl bekannteste Mühringer ist der Gründer der Berlitz Sprachschulen, der als David Berlitzheimer am 14. April 1852 in dem heute ocker angestrichenen Haus an der Graf-Gerold-Straße zur Welt kam, später nach Amerika auswanderte und dort diese weltweit bekannten Sprachschulen gründete.

Ein besonders origineller "Mühringer" scheint der in Mühringen in den Jahren 1873 und 1874 tätig gewesene Rabbinatsverweser Jakob Stern gewesen zu sein; er brachte es immerhin fertig, nachdem er 1882 mit dem Judentum gebrochen hatte, seinen Bruch dadurch für jedermann sichtbar zu dokumentieren, daß er sich am Sabbat (wohl in Stuttgart?) auf dem Marktplatz vor die Synagoge setzte und dort Schinkenbrötchen aß. Irgend etwas scheint bei den oben anklickbaren Angaben zu Jakob Stern nicht ganz richtig zu sein: Die Synagoge in Stuttgart befand sich in der Hospitalstr.36 und nicht auf dem Marktplatz. Es ist jedoch durchaus möglich, daß auf dem Vorplatz vor der Synagoge samstags irgendwie ein kleinerer Markt abgehalten worden ist.

Ein weiterer äußerst origineller Mühringer war Freiherr Oskar von Münch, der im Schloß Hohenmühringen residierte. Dieser hatte am 30.Juli 1900 mit seinem Knecht Friedrich Blatt einen Disput und geriet dabei derart in Wut - er scheint sowieso ein recht jähzorniger und streitsüchtiger Zeitgenosse gewesen zu sein -, daß er mit seiner Pistole auf ihn schoß, was naturgemäß ein Gerichtsverfahren nach sich zog. Dieses und diverse weitere Gerichtsverfahren sind in der damaligen Tageszeitung, der "Horber Chronik", recht gut dokumentiert. Herr von Münch jedoch fühlte sich von den Gerichten schlecht behandelt weshalb er dann - vermutlich 1910 - eine Rechtfertigungsschrift in Berlin drucken ließ.[1]

Geschichte

Mühringen besitzt einen jüdischen Friedhof, der im Wald zwischen Mühringen und Eyach liegt. Er wurde 2003 in einer Veröffentlichung des Stadtarchivs von Horb dokumentiert[2].

Literatur/Einzelnachweise

  1. Rechtfertigungsschrift des Herrn von Münch (benötigt JavaScript)
  2. Renate Karoline Adler, Nina Michielin: Gräber im Wald: Lebensspuren auf dem jüdischen Friedhof in Mühringen; Dokumentation des Friedhofs, der über 300 Jahre in Mühringen ansässigen jüdischen Gemeinde und des Rabbinats Mühringen. Theiss, Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1828-5

Einzelnachweise

Koordinaten: 48° 25' N, 8° 45' O