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Sakralanästhesie

Die Sakralanästhesie ist eine Epiduralanästhesie im Bereich des Kreuzbeins zur postoperativen oder posttraumatischen Schmerztherapie oder bei chronischen Schmerzen, zum Beispiel bei Bandscheibenvorfall, Herpes Zoster (Gürtelrose) und Schmerzen chronischer Ursache, besonders in der Lendenwirbelsäule.

Es wird eine epidurale Nervenblockade durchgeführt. Dabei wird das Narkosemittel in den Wirbelkanal zwischen die Rückenmarkshäute gespritzt, das dann die austretenden Nerven betäubt und somit eine schmerzlindernde Wirkung hervorruft.

Zur Anwendung kommen Einzelinjektionen mit Lokalanästhetika und Steroiden (z. B. Cortison zur Entzündungshemmung) zum Teil unter Zusatz von Opioiden (Schmerzbetäubung).

Durchführung

Mit einer Injektionsnadel wird in den Hiatussacralis (Öffnung des Wirbelkanals im Kreuzbein) eingestochen; nach dem Passieren des Hiatus (das sich als plötzlicher Widerstandsverlust bei der Nadelführung darstellt) wird die Nadel noch ca. 3-5 mm vorgeschoben und dann das Anästhetikum appliziert.

Die korrekte epidurale Lage der Nadel wird mit Hilfe des Weinberger-Zeichens kontrolliert.

Nach Aspiration (zum Ausschluss intravasaler Lage) wird das Lokalanästhetikum/Corticoid appliziert. Die Wirkung tritt nach ca. 20 bis 45 Min. ein, die Dauer der Blockade ist abhängig vom verwendeten Lokalanästhetikum.

Weinberger-Zeichen

Das Weinberger-Zeichen ist ein Zeichen zur epiduralen Lagekontrolle der Kanüle bei der Durchführung einer Sakralanästhesie.

Bei korrekter Lage zwischen der Dura mater (Harte Rückenmarkshaut) und Kreuzbeinknochen entsteht beim Einspritzen des Narkosemittels eine kleine tastbare Beule unter der Haut, die sich zurückbildet, wenn der Einspritzdruck aufhört, da sich das Narkosemittel im Epiduralraum dann nach oben verteilt.

Liegt die Kanüle unter der Haut (subkutan), wird sich das Flüssigkeitsreservoir nicht zurückbilden; die Lage muss dann korrigiert werden.

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