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Von Groote

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Die Familie von Groote ist ein Adelsgeschlecht, das seine Ursprünge im Flandern des 12. Jahrhunderts hat. Die ersten urkundlich erwähnten de Grootes sind die Patrizier Willelmus Magnus (erwähnt 1164), Dankard(us) (erwähnt 1236) und Balduin(us). Spätere Aufzeichnungen bezogen sich meist auf Jean (Jan) de Groote, der 1316 in Gent urkundlich erwähnt wird. Sein Sohn Sohier de Groote war Schöffe (Eschevin) und erster beigeordneter Bürgermeister am Bare des Farchons in Gent. Andere Familienmitglieder sind als Schöffen oder hohe Beamte in Gent beurkundet.

Inhaltsverzeichnis

Von Flandern nach Köln

Mitte des 16. Jahrhunderts erreichte der spanisch-niederländische Krieg Gent und zwang Mathias de Groote dazu, mit seiner Familie nach Ypern zu fliehen. Dort ist er 1555 als Schöffe genannt. Zu Ende des 16. Jahrhunderts musste sein Sohn, der strenge Katholik und Reformationsgegner Nikolas de Groote seine protestantische Heimat Ypern verlassen und zog nach einem Aufenthalt in Antwerpen weiter nach Köln. Auf dieser Flucht wurde er von seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern getrennt. Die Familienchronik berichtet, dass er seine Frau 1580 nach langer Suche in der Kölner Römergasse Unterricht erteilend wiedergefunden habe. Auf einem Schild soll gestanden haben: Allhier gibt Frau de Groote Unterricht im Lesen und Schreiben. Seine Familie war zunächst mittellos, doch etablierte sie sich schnell in Kölner Kaufmannskreisen.

Wirken der Familie in Köln

Zum Aufbau eines ausgedehnten Handelsnetzes konnte Nicolas de Groote auf seine niederländischen Handelsbeziehungen zurückgreifen, die bis nach Lüttich, Calais, Emden, Hamburg, London, Venedig, Sevilla und Lissabon reichten. Es wird berichtet, dass er schon bald nach dem Erwerb des Bürgerrechts 1584 zu den angesehendsten und reichsten Bürgern der freien Reichsstadt Köln zählte.

Parallel zum wirtschaftlichen Aufstieg begann auch das politische Engagement der Familie de Groote in Köln. So wurde bereits der Sohn von Nicolas, Heinrich de Groote, Ratsherr in Köln. Der gleichnamige Sohn von Heinrich de Groote wurde Bürgermeister von Köln. Begünstigt wurde dieser schnelle Aufstieg durch die familiäre Anbindung an die einflussreichen Kölner Familien Jabach und von Duisterloe.

Die vierte Generation stellte zweifach den Bürgermeister von Köln, einer davon, Franz de Groote übte das Amt sogar 13 mal aus. Dessen Tochter Maria Anna heiratete in die Kölner Bürgermeisterfamilie Hilgers ein, dessen Sohn Franz Jakob de Groote in die Kölner und Düsseldorfer Bürgermeisterfamilie zum Pütz.

Neben kaufmännischem und politischem Engagement war die Familie von Groote auch stets in humanitären und kirchlichen Feldern aktiv. Jacob de Groote ließ den als cimiteria exulum eingerichteten Friedhof St. Katharinen, genannt Elendsfriedhof, einfrieden. Dies war der Friedhof, auf dem alle Fremden, die Hingerichteten und die im Gefängnis verstorbenen, aber auch die Kölner Protestanten sowie die Verstorbenen der Kölner Stadtsoldaten, die Kölner Funken, beerdigt wurden. Jacob stiftete zwei thelologische Lehrstühle und öffentlichen Unterricht für arme Kinder an Sonntagsschulen. Der 1627 geborene Jacob (der Jüngere) de Groote ließ den Friedhof mit einer Mauer und einem eisernen Gitter versehen, weil er mit angesehen hatte, wie ein Hund an den Knochen eines kurz zuvor Beerdigten nagte. In seinem Testament stiftete er 30 000 Reichstaler zur Unterstützung kultureller und sozialer Zwecke, u.a. zur Unterstützung armer Handwerkslehrlinge.

Franz Jacob von Groote und sein Bruder Everhard Anton Jacob Balthasar waren die Stifter der auf dem Elendsfriedhof erbauten Kirche St. Gregorius im Elend. Zahlreiche Mitglieder der Familie bekleideten Ämter in Kirchengemeinden oder haupt- oder ehrenamtlich hohe Ämter in karitativen Einrichtungen. So war Eberhard von Groote Präsident der Kölner Armenverwaltung. Andere Familienmitglieder waren und sind im Malteserorden und im Templerorden aktiv.

Erhebung in den Adelsstand und Wappen

Franz Jakob Gabriel de Groote wurde für sich, seine Geschwister und Nachkommen am 13. Februar 1770 von Kaiser Joseph II. in Wien als Edeler von Groote in den erblichen Reichsadel und den Ritterstand erhoben mit der Berechtigung, sich nach innehabenden oder zu erwerbenden Besitzungen zu nennen (privilegium denominandi).

Das im Adelsdiplom beschriebene Wappen vereinigte das seit 1260 geführte flandrische Familienwappen (ein durch ein hellblaues Kreuz in vier Felder geteiltes Schild, in welchem sich verstümmente Amseln befanden) mit einem neuen Wappen, das Nicolas de Groote in Köln angenommen hat. Zum Zeichen des Neubeginns in Köln hatte Nicolas de Groote ein Wappen geschaffen, das zwei blaue Sterne und daruter ein grünes Kleeblatt in einem goldenen Feld zeigt. Hiermit könnte er Gottvertrauen und Optimismus für den Neuanfang ausgedrückt haben. Darauf deuten die gewählten Symbole der Sterne als Überbringer des Lichts und des Kleeblatts als Zeichen der Trinität, aber auch für Einheit und Stabilität.


In dem von Kaiser Joseph II. verliehenen Adelsdiplom wird das Familienwappen wie folgt beschrieben: Ferner und zu mehrerer Gedächtniß dieser Unserer Kaiserlichen Gnade, haben wir Ihnen Maria Franz Jacob Gabriel von Groote des h(eiligen) Röm(ischen) Reichs Ritter, seinen ehelichen Leibeserben und derselben Erben-Erben beiderley Geschlechts nachfolgendes Ritterliches Wappen verliehen und in alle Zeit zu führen gnädigst gegönnet und erlaubet. Als einen gantzen, mit zwölf gestümmelten schwarzen Amseln zu drey und drey besetzten silbernen Schildt, welcher mit einem blauen Kreutz belegt ist, in dessen Fuß ein grünes Kleeblatt, oben aber zwey schwarze achteckige Sterne zu ersehen sind. Auf dem Schildt ruhet ein offener, adelicher, blau angeloffener, roth gefütterter, rechts gekehrter, goldgecrönter, zur rechten und linken mit Silber und blauen herabhängenden Decken auch umhabender Kleinodien gezierter Turnier-Helm, worüber rechts eine blaue, links eine silberne gegen die Rechte gekehrte Sichel erscheinen. Zu beiden Seiten des Schildes befindet sich ein goldener Leopard mit roth ausgeschlagener Zunge und rothem Halsbandt und goldenem Ring als Schildthalter, wie solches ritterliches Wappen in Mitten dieses Kaiser(lichen) Gnaden-Briefs mit Farben eigentlicher entworfen und gemahlet ist.

Preussische Zeit

1794 musste die Familie vor den französischen Truppen nach Arnsberg und nach Siegen fliehen und verlor viele Güter, darunter das Familienpalais in der Kölner Glockengasse 3. Nach 1816 fiel die Familie durch hohe Ämter im preußischen Staatsdienst auf. Everhard von Groote, der älteste Sohn von Franz Jacob de Groote, kehrte später nach Köln zurück und wurde preußischer Oberpostdirektor. Ein Enkel von ihm wurde Bürgermeister in Bad Honnef. Der zweitälteste Sohn Joseph Cornelius Alois Anton Balthasar war Königlich Preußischer Oberkonsistorialrat und Kanzler des Erzstiftes.

Staatsrat Everhard, später genannt Eberhard von Groote, Herr zu Immendorf, Hermühlheim und Simmlinghausen (1789-1864) gelang es im Auftrag Blüchers, zahlreiche von den Franzosen im Rheinland geraubte Kunstschätze, darunter "Die Kreuzigung Petri" von Rubens, aufzuspüren und nach Köln zurück zu schaffen.

Familienkirche

Franz Jacob von Groote baute 1765 bis 1768 aus Dankbarkeit für den Erfolg der Familie im Kölner Severinsviertel die Kirche St. Gregorius im Elend, die sich noch heute im Besitz der Stiftung der Familie von Groote befindet. Die Kirche wird seit dem letzten Weltkrieg laut Stiftungsidee bis heute für katholische Gottesdienste nationaler Minderheiten genutzt. An die Nordwand des Kirchenbaus wurde im Jahr 1963 für die „Schönstatt-Schwestern“ eine eigene Kapelle angebaut. Ihren Status als „Familienkirche“ behielt die Kirche St. Gregorius bis heute. Einmal jährlich, zum Allerheiligenfeiertag, ist sie nur den Familienmitgliedern der „von Groote“ zugängig.

Besitzungen

Bekannte Familienmitglieder

Quellen

Siehe auch