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Chaitanya

Chaitanya (Bengali: চৈতন্য, Caitanya; * 1486 in Nabadwip, Westbengalen; † 1533 in Puri, Orissa) war ein Mystiker und hinduistischer Ekstatiker aus Bengalen, Indien. Im 16. Jahrhundert begründete er die Gaudiya-Vaishnava-Schule, eine vishnuitische Lehre, welche die Verehrung des göttlichen Paares Radha-Krishna sowie das Singen und Rezitieren ihrer Namen ins Zentrum der Verehrung stellt.

Das Chaitanya Bhagavata von Brindavan Das und das Chaitanya Charitamrita von Krishnadas Kaviraja bilden gemeinsam die Biographie über Chaitanya. Für Gaudiya Vaishnavas sind es die Hauptquellen über sein Leben und Wirken. Die Geschichten seien biographischer und „teilweise von visionärer Natur“, wie der Verfasser Krishnadas Kaviraja schreibt. Beide Schriften betonen, er sei der herabgestiegene Gott Krishna, „verhüllt“ als dessen Verehrer. In der Gemütsstimmung (Bhava) von Krishnas geliebter Gefährtin Radha koste und verteile er die Liebe zu Krishna.
Dem Glauben seiner Anhänger zufolge ist Chaitanya der Avatara einer mystischen Kombination Radhas und Krishnas, der erschienen sei, um den für dieses Kali-yuga vorgeschriebenen Vorgang des gemeinsamen Singens des Maha-mantras zu verbreiten. Man beruft sich auf verschiedene heilige Schriften, die sein Erscheinen und Wirken vorhergesagt haben sollen. Sein Name Gauranga, bedeutet „der Goldfarbene“, was sich auf seine „geschmolzenem Gold ähnliche“ Haut beziehen soll.

Inhaltsverzeichnis

Lehre

Chaitanya lehrte, Bhakti, die liebende Hingabe an Krishna, sei die effektivste spirituelle Methode und auch das letzte Ziel aller spirituellen Praxis. Diese sehr emotional gefärbte Theologie betont die aktive liebende Beziehung des Bhakti-Yogi zum göttlichen Paar Krishna und Radha.

Manche indischen Philosophen betonen das Ungetrenntsein (abheda) von Lebewesen und göttlichem Urgrund, andere die Getrenntheit (bheda). Chaitanya dagegen lehrte die Auffassung des acintya-bheda-abheda-tattva: des „unbegreiflichen gleichzeitigen Eins- und doch Verschieden-Seins“. Brahman wird bei ihm nicht als attributlos, als „reines Bewusstsein“ betrachtet, wie es in der Advaita Philosophie der Fall ist. Er sieht „das Eine“ gleichzeitig als persönliches Wesen mit unzähligen Attributen, wie etwa allumfassende Liebe und Zuwendung, das sich in der vollkommenen Gestalt Krishnas offenbare.

Chaitanya lehnte das damals besonders strikte Kastensystem ab und akzeptierte auch Muslime und Unberührbare als Schüler.

Auf dem durch ihn begründeten Gaudiya-Vaishnava-Zweig gründet sowohl die Gaudiya Math, durch die seine Lehre zum ersten Mal in den Westen kam, als auch die ISKCON und viele weitere vishnuitische Gemeinschaften.

Bekannte Namen Chaitanyas

Zum 500 Jahrestag gab die indische Post 1986 eine Briefmarke unter dem Namen „Chaitanya Mahaprabhu“ heraus.

Siehe auch

Personendaten
Chaitanya
indischer Mystiker und Ekstatiker
1486
Mayapur bei Nabadwip, Bengalen
1534
Puri, Orissa