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Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen

Bachkantate
Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen
BWV: 12
Anlass: Jubilate
Entstehungsjahr: 1714
Entstehungsort: Weimar
Gattung: Kirchenkantate
Solo: A,T,B
Chor: S,A,T,B
Instr: Trba, Ob,

Fg, Str, Bc

AD: ca. 28 min
Text
Salomon Franck? Samuel Rodigast

Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen (BWV 12), ist eine geistliche Kantate von Johann Sebastian Bach.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Bei dieser Kantate handelt es sich um eines der frühen Werke aus der Weimarer Zeit. Komponiert wurde sie für den Gottesdienst in der Schlosskapelle am 22. April 1714. Bach hatte mit seiner Ernennung zum Konzertmeister auch die Verpflichtung zur Komposition und Aufführung einer monatlichen Kirchenkantate übernommen. Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen stellt somit die zweite Komposition zu diesem Zwecke nach Bachs Amtsantritt dar. Der überwiegend frei gedichtete Text stammt wahrscheinlich vom Salomon Franck, dem Verfasser der meisten Weimarer Kantatentexte Bachs. Der abschließende Choral ist die letzte Strophe des Kirchenliedes von Samuel Rodigast „Was Gott tut, das ist wohlgetan“. Eine weitere Aufführung mit nur geringen Veränderungen gegenüber der Urfassung ist für den 30. April 1724 in Leipzig nachgewiesen.

Thematik

Die Kantate ist für den dritten Sonntag nach Ostern (Jubilate) bestimmt, welchem der Evangelientext Joh 16,16-23 LUT (Eure Traurigkeit soll in Freude verkehrt werden) zugrunde liegt. Durch das Werk spannt sich der scharfe Kontrast von Trauer und Freude, Kummer und Zuversicht, wie er auch in dem kurzen Rezitativ des 3. Satzes zum Ausdruck kommt: „Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes eingehen“. Der Text entwickelt den Gedanken, dem Leid des Gläubigen das Leiden Christi gegenüberzustellen, um am Ende dem getreuen Christen das Ende aller Mühsal zu verkünden.

Besetzung

Besonderheiten

Wie viele Kantaten aus Bachs Zeit in Weimar beginnt das Werk mit einer einleitenden Sinfonia. In diesem ersten Teil malt eine Solo-Oboe das „Klagen“ klangbildlich aus. Dem darauf folgenden Chor in Da-Capo-Form liegt im Continuo ein Ostinato in Form einer altertümlichen Passacaglia im 3/2-Takt zugrunde. Dieser zweite Satz ist eine Parodie eines schmerzvollen Liebesliedes von Antonio Vivaldi. Bach hat den Satz 34 Jahre später in seiner h-Moll-Messe zum „Crucifixus“ umgearbeitet, wobei der kontrastierende bewegte Mittelteil jedoch keine Berücksichtigung fand.

Ungewöhnlich ist das nach dem Bibelrezitativ anschließende Aufeinanderfolgen von drei Arien ohne verbindende Rezitative. Dies macht deutlich, dass sich der Übergang vom älteren Kantatentyp zu der standardisierten von Erdmann Neumeister geprägten modernen Form bei Bach nicht abrupt vollzogen hat und beide Formen in diesem Werk neben einander stehen. Die Tenorarie wird von einer Solotrompete begleitetet, die die Choralmelodie „Jesu meine Freude“ zitiert.

Dem üblicherweise schlichten vierstimmigen Abschlusschoral, bei dem im Regelfall die Instrumente nur die Chorstimmen verstärken, fügt der Komponist eine weitere obligate Violinstimme hinzu, die dem Schlusssatz besonderen Glanz verleiht.

Literatur

Aufbau und vollständiger Text der Kantate