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Rheingletscher

Der Rheingletscher ist ein Gletscher, der die Topographie des Schweizer Mittellands sowie von Südschwaben bis weit nördlich des Bodensees stark beeinflusst hat.

Die größte Ausdehnung hatte der Gletscher während der Rißeiszeit, in der er bis zur voreiszeitlichen Donau vordrang und das Flussbett der Urdonau absperrte. Dabei entstanden riesige Eisstauseen. Der Donaustausee reichte talaufwärts bis Geisingen und entwässerte durch die Spaichinger Pforte in den Neckar. Dabei reichte der Gletscher über das heutige Sigmaringen hinaus bis etwa zum Gebiet Nollhof und staute das Wasser der Lauchert bis auf 684 m ü. NN. Die mitgeführten Geröllmassen des Rheingletschers verfüllten die Täler des alten Flusssystems so gründlich, dass nach dem Zurückschmelzen der rißeiszeitlichen Eismassen die Donau ihr altes Bett nicht mehr wieder fand und mit ihren Nebenflüssen völlig neue Talstrecken schaffen musste.

Die letzte große Ausdehnung erfuhr der Gletscher in der Würmeiszeit. Dabei erstreckte sich der Rheingletscher über die gesamte heutige Ostschweiz und den Bodensee hinweg. Der riesige Eisstrom erreichte eine Dicke von bis zu 1200 m, Berge die darüber hinausragten wurden umflossen. Der Säntis war zu dieser Zeit also ein Nunatak.