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Vincenzo Vinciguerra

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Benötigt eine sprachliche Überarbeitung.Christian 23:32, 23. Jun. 2008 (CEST)



Vincenzo Vinciguerra ist ein früheres Mitglied der neofaschistischen Avanguardia Nazionale und Ordine Nuovo („Neue Ordnung”). In 2008 sitzt er noch lebenslänglich für den Mord an drei Polizisten mit einer Autobombe in Peteano im Jahr 1972 ein. Die Ermittlungen in dieser zuvor ungelösten Straftat durch Untersuchungsrichter Felice Casson führten zur Aufdeckung des Gladio-Netzwerkes in Gesamt-Westeuropa.[1]

Inhaltsverzeichnis

Der 1972 erfolgte Peteano-Anschlag

Den juristischen Untersuchungen folgend, ergab sich, daß der C-4-Sprengstoff (der stärkste erhältliche Sprengstoff zu der Zeit) in diesem 1972 erfolgten Bombenanschlag aus einem angelegten Gladio-Waffendepot unterhalb eines Friedhofs bei Verona gekommen war, dessen Existenz von Giulio Andreotti gegenüber zwei Richtern, Felice Casson und Carlo Mastelloni, aufgedeckt worden war. Casson ermittelte, dass Marco Morin, ein Sprengstoff-Experte, der für die italienische Polizei gearbeitet hatte und ein Mitglied von Ordine Nuovo, einer extrem rechten Gruppierung, war, eine falsche Expertise produziert hatte, demnach der Sprengstoff derselbe gewesen sein sollte, den die Roten Brigaden verwendeten. Jedoch konnte Casson demonstrieren, dass der Sprengstoff tatsächlich von der Sorte C4 war, der ausschließlich in militärischen Verwendungen, auch bei der NATO, zum Einsatz kommt. Eine Gruppe von Carabinieri hatte zufällig am 24. Februar 1972 ein Waffendepot nahe Triest ausgehoben, das Waffen, Munition und C4, identisch zu dem in Peteano gleichen Jahres zum Einsatz gebrachten, enthielt. Aufgrund Historiker Daniele Ganser,

"Casson's investigation revealed that the right-wing organization Ordine Nuovo had collaborated very closely with the Italian Military Secret Service, SID (Servizio Informazioni Difesa). Together, they had engineerred the Peteano terror and then wrongly blamed the militant extreme Italian left, the Red Brigades. Judge Casson identified Ordine Nuovo member Vincenzo Vinciguerra as the man who had planted the Peteano bomb... He confessed and testified that he had been covererd by an entire network of sympathizers in Italy and abroad who had ensured that after the attack he could escape. 'A whole mechanism came into action', Vinciguerra recalled, 'that is, the Carabinieri, the Minister of the Interior, the customs services and the military and civilian intelligence services accepted the ideological reasoning behind the attack.'" [2][3]

Nach Aussage von Vinciguerra war die 1969 auf der Piazza Fontana explodierte Bombe dazu gedacht, den Minister des Inneren, Mariano Rumor, dazu anzuschieben, den „Notstand” zu erklären[3].

Aussage zum 1980'er Bologna-Massaker

Befragt von Untersuchungsrichtern zum Bologna-Massaker sagte Vincinguerra 1984 aus: „Mit dem Massaker von Peteano sowie allen folgenden sollte der Wissensstand nun völlig offenbar sein, dass hierzu eine real-existierende lebendige Struktur existierte, okkult und verborgen, mit der Kapazität, den Ereignissen eine strategische Richtung vorzugeben zu Schockierendem ... [sie] lügt innerhalb des Staates selber ... In Italien existiert eine geheime Kraft parallel zu den bewaffneten Streitkräften, bestehend aus Zivilisten und Militärs, mit einer anti-sowjetischen Kapazität, um einen Widerstand auf italienischem Boden gegen eine russische Armee zu bilden ... Eine geheime Organisation, eine Über-Organisation mit einem Netzwerk von Nachrichtenverbindungen, Waffen und Sprengstoffen sowie Männern, die diese auch anzuwenden verstehen ... Eine Über-Organisation, die mangels eines sowjetischen militärischen Invasion, die nicht auf jeden Fall erfolgen muß, die Aufgabe übernehmen kann, ein Abrutschen nach "links" in der politischen Ausgewogenheit des Landes zu verhindern. Dies taten sie, mit der Unterstützung der offiziellen Geheimdienste und der politischen und militärischen Kräfte[4].

Vinciguerra erklärte, wie der damalige italienische Militär-Geheimdienst SISMI ihn beschützt hatte, indem er ihn nach Francoist (Spanien) auszufliegen half.

Nach Daniele Ganser beendete Gladio das Abschirmen Vinciguerras, sobald er anfing zu reden, was diesem anschließend ein Gerichtsverfahren einbrachte[5].

Vinciguerra's Anschuldigungen gegen die NATO

Vinciguerra machte folgende Aussage zum The Guardian: „Die Terroristen-Linienführung wurde begleitet von getarnten Leuten. Personen, die zum Sicherheitsapparat, oder zum Staatsapparat per Weisung oder Zusammenarbeit gehören. Ich behaupte, daß jedes kleine Verbrechen, das nach 1969 folgte, genau in eine einheitliche, organisierte Matrix paßte ... Avanguardia Nazionale, wie Ordine Nuovo (die hauptsächliche rechts-gerichtete Terroristengruppe während der 1970'er Jahre), die in die Schlacht als Teil einer anti-kommunistischen Strategie paßten, dabei nicht von Organisationen der Institutionen der Stärke abstammend, sondern vom Staat selber, und spezifisch aus dem Umkreis der staatlichen Beziehungen mit der Atlantischen Allianz.”[4]


Aussage zur Ermordung des chilenischen Generals Carlos Prats 1974

Gemeinsam mit Stefano Delle Chiaie bestätigte Vinciguerra in Rom im Dezember 1995 vor Richter Maria Servini de Cubria, dass Enrique Arancibia Clavel (ein früherer chilenischer Geheimpolizei-Agent, der wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Jahr 2004 vorbestraft wurde[6]) sowie der ausgebürgerte US-DINA-Geheimagent Michael Townley direkt in die Ermordung des chilenischen Generals Carlos Prats in Buenos Aires (Argentinien) verwickelt waren[7].

Quellen

  1. „CIA Organized Secret Army in Western Europe“, Washington Post, 14. November 1990. 
  2. Daniele Ganser, NATO's Secret Armies. Operation Gladio and Terrorism in Western Europe, Franck Cass, London, 2005, pp.3-4
  3. a bStrage di Piazza Fontana spunta un agente USA“, La Repubblica, 11. Februar 1998.  (Mit original Dokumenten, einschließlich juristischen Urteilen und dem Bericht der italienischen Kommission zum Terrorismus)
  4. a b „Secret agents, freemasons, fascists . . . and a top-level campaign of political 'destabilisation'“, The Guardian, 05.12.1990. 
  5. [1] and [2] Untersuchungsprojekt geleitet von Daniele Ganser
  6. Vital rights ruling in Argentina, BBC, 24. August, 2004
  7. Arancibia, "clave" en la cooperación de las dictaduras, La Jornada, 5. Mai, 2000

Siehe auch