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Angelo Sodano

Angelo Kardinal Sodano (* 23. November 1927 in Isola d'Asti, Provinz Asti, Italien) ist seit 2005 Kardinaldekan und war zwischen 1991 und 2006 Kardinalstaatssekretär der römischen Kurie.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend

Angelo Sodano wurde am 23. November 1927 in Isola d'Asti, einem Vorort von Asti im Piemont, als zweites von sechs Kindern des Giovanni Sodano und der Delfina Brignolo geboren. Das Umfeld, in dem Sodano aufwuchs, war tief religiös geprägt.

Studium und Priester

Nach seinem Studium der Philosophie und Theologie wurde er am 23. September 1950 in Asti vom damaligen Bischof von Asti, Umberto Rossi, zum Priester geweiht. 1959 ging er nach Rom und nahm das Studium der Kanonistik an der Päpstlichen Lateranuniversität, das Studium der Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana auf und besuchte die Päpstliche Diplomatenakademie. Er promovierte in Theologie und kanonischem Recht und trat direkt in den Dienst des Heiligen Stuhls ein. Er wirkte als Sekretär der lateinamerikanischen Nuntiaturen in Ecuador, Uruguay und Chile. Er erhielt den Titel „Monsignore“ am Tag vor der Wahl Papst Paul VI., ehe er 1968 offizielles Mitglied im Rat der römischen Kurie für Außenbeziehungen wurde.

Erzbischof und Nuntius

Am 30. November 1977 wurde er zum Titularerzbischof von Nuova Caesaris und zum Apostolischen Nuntius in Chile ernannt. Bevor er sein Amt in Chile antrat, wurde er am 15. Januar 1978 in der Stiftskirche San Secondo in Asti von Kardinal Antonio Samorè zum Bischof geweiht. In seiner Amtszeit als Nuntius in Chile machte er sich 1984 durch die erfolgreichen diplomatischen Verhandlungen im Grenzstreit mit Argentinien im Beagle Kanal-Konflikt einen Namen: Seit 1881 streiten Chile und Argentinien um den Grenzverlauf im Beagle-Kanal (Feuerland). Erst nach über hundert Jahren kommt unter Sodanos Vermittlung ein Vertrag zustande, der am 2. Mai 1985 von Argentinien und Chile ratifiziert wurde. In der Pinochet-Ära wandte er sich wiederholt gegen die Gewaltakte des Regimes und setzte sich vehement für die Beachtung und Wiederherstellung der Menschenrechte ein. Der Vorwurf einer zu geringen Distanz zu Pinochet erwies sich als nicht haltbar. 1988 kam er nach Rom zurück, um quasi als „rechte Hand“ von Kardinalstaatssekretär Kardinal Casaroli als Sekretär des Rats für Außenbeziehungen zu arbeiten. Ab dem 1. März 1989 war er Sekretär der Sektion für die Beziehungen zu den Staaten, das als 2. Sektion in einer Reorganisation der römischen Kurie zum Staatssekretariat kam; der Inhaber dieses Amtes wird landläufig als „Außenminister des Vatikans“ bezeichnet. In dieser Zeit vertrat er den Heiligen Stuhl auf zahlreichen internationalen Tagungen, so beim Treffen der Außenminister der KSZE (Konferenz über die Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa-seit 1995 OSZE) in Wien, Kopenhagen, New York und Paris.

Kardinal und Kardinalstaatssekretär

Nach dem Rücktritt von Kardinalstaatssekretär Kardinal Casaroli nach Erreichen der Altersgrenze wurde Kardinal Sodano am 1. Dezember 1990 zum Pro-Sekretär des Staatssekretariats ernannt und im Konsistorium vom 28. Juni 1991 zum Kardinalpriester mit der Titelkirche Santa Maria Nuova (Santa Francesca Romana) erhoben und war seit dem 29. Juni 1991 Kardinalstaatssekretär.

Am 10. Januar 1994 wurde er vom Papst zum Kardinalbischof mit dem Titel des suburbikarischen Bistums Albano ernannt und am 30. November 2002, auf den Tag genau 25 Jahre nach seiner Bischofsernennung, wurde er zum Subdekan des Kardinalskollegiums.

Zwischen August 1991 und 2004 begleitete Sodano Papst Johannes Paul II. auf 53 seiner Auslandsreisen.

Als Kardinal Sodano im November 2002 das 75. Lebensjahr erreicht und somit die Altersgrenze erreicht hatte, bat ihn Johannes Paul II., sein Amt als Kardinalstaatssekretär bis auf weiteres auszuüben. In der Folgezeit nahm er durch die Krankheiten des Papstes sehr viele zusätzliche Aufgaben wahr, er zelebrierte auch die Ostermesse 2005 auf dem Petersplatz und verlas anschließend die Ostergrüße in den verschiedenen Sprachen. Nach Bekanntgabe des Todes von Papst Johannes Paul II. am Abend des 2. April 2005 stimmte Sodano für die versammelte Menge auf dem Petersplatz das De Profundis für den Verstorbenen an.

Sodano galt beim anschließenden Konklave im April 2005 zur Wahl des Papstes in der Öffentlichkeit als papabile. Als im Konklave Kardinaldekan Ratzinger gewählt wurde, kam Sodano als Subdekan des Kardinalskollegiums die Frage zu: „Acceptasne electionem de te canonice factam in Summum Pontificem?“ (Nimmst du die Wahl an...?). Auch alle weiteren Aufgaben des Kardinaldekans, wie zum Beispiel die Übergabe des Fischerrings bei der Amtseinführung des Papstes, wurden anschließend von Sodano übernommen.

Benedikt XVI. bestätigte Sodano zunächst im Amt, und ersetzte ihn erst am 15. September 2006 durch Tarcisio Bertone.

Sodano wurde als Nachfolger Ratzingers von den Kardinalbischöfen zum neuen Kardinaldekan gewählt. Diese Wahl wurde am 30. April 2005 von Benedikt XVI. bestätigt und ihm damit auch zusätzlich zu seinem suburbikarischen Bistum Albano das mit dem Amt des Kardinaldekans verbundene suburbikarische Bistum Ostia anvertraut. Erwähnenswert ist, dass mit ihm erstmals seit 1828 (Kardinal Giulio Maria della Somaglia) eine Person gleichzeitig das Amt des Kardinalsstaatssekretärs und des Kardinaldekans bekleidete.

Mitglied

Angelo Kardinal Sodano war Mitglied der folgenden Kongregationen und Kommissionen der römischen Kurie:

Päpstlicher Legat und Sondergesandter Seiner Heiligkeit

1992

1995

1997

1998

1999

2000

2002

2003

2004

2006

2007

Ehrungen

Ehrendoktorwürden

 Commons: Angelo Sodano – Bilder, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Joseph Kardinal Ratzinger Kardinaldekan
seit 2005
---
Francesco Kardinal Carpino Kardinalbischof von Albano
seit 1994
Joseph Kardinal Ratzinger Kardinalbischof von Ostia
seit 2005
Agostino Kardinal Casaroli Kardinalstaatssekretär
1991–2006
Tarcisio Kardinal Bertone SDB
Achille Silvestrini Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten
1988–1990
Jean-Louis Tauran


Personendaten
Sodano, Angelo
Kardinal, von 1991 bis 2006 Kardinalstaatssekretär der römischen Kurie
23. November 1927
Isola d'Asti, Provinz Asti, Italien