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Frente Polisario

Die Frente Polisario (Frente Popular para la Liberación de Saguia el Hamra y Río de Oro, arabisch: الجبهة الشعبية لتحرير الساقية الحمراء ووادي الذهب al-dschabha asch-scha’bīya li-tahrīr as-Sāqiya al-Hamrā’ wa-Wādī dh-Dhahab, dt.: Volksfront zur Befreiung von Saguia el Hamra und Río de Oro, kurz: Polisario) ist eine militärische und politische Organisation in der Westsahara.

Die Polisario wurde 1973 gegründet und begann sogleich den bewaffneten Unabhängigkeitskampf gegen die bis 1975 dauernde spanische Kolonialmacht, und setzte ihn danach gegen Mauretanien und Marokko, welche die West-Sahara nach dem spanischen Abzug besetzten, fort. Nach einem Friedensvertrag mit Mauretanien im Jahre 1979 ging die Auseinandersetzung mit Marokko noch bis zum Beginn des Waffenstillstandsabkommens im Jahr 1991 weiter.

Nach einem Bericht der U.S. Committee for Refugees and Immigrants flüchteten rund 100.000 Einwohner [1] der West-Sahara vor den Kämpfen nach Algerien, hauptsächlich nach Tindouf, das auch Sitz der saharauischen Exilregierung der Demokratischen Arabischen Republik Sahara ist. Dort leben sie in einem Flüchtlingscamp, dessen Bevölkerung in den letzten 30 Jahren auf rund 155.000 Menschen (Stand 2006) [2] angewachsen ist. In einer gemeinsamen Entscheidung des Flüchtlingskommissariats United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) und des World Food Programme (WFP) wurde die Zahl der Hilfsempfänger von 158.000 auf 90.000 reduziert. [3]

Dem im Jahre 1991 von den Vereinten Nationen vermittelten Waffenstillstand sollte eine Volksabstimmung über die Zukunft des Landes folgen. Trotz existierender Vorbereitungen wurde sie bislang nicht durchgeführt.

Heute ist die West-Sahara durch einen Grenzzaun in zwei Zonen geteilt: Den Westen kontrolliert Marokko, das östliche Drittel wird von der Polisario gehalten. Die Bewegung wird von Algerien und Südafrika unterstützt.

Siehe auch

Quellen

  1. U.S. Committee for Refugees and Immigrants: World Refugee Survey: Algeria
  2. www.unhcr.de: UNHCR-Botschafterin spendet für Flüchtlinge aus Westsahara
  3. Secretary General’s report to Security Council on Western Sahara; April 2006 (pdf)