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Diskussion:Isokrates

Offene Fragen

Ich habe, um den Vorwurf der „Theoriefindung“ zu vermeiden, einige Gedanken nicht ausgeführt.

(1) Wir wissen nichts über Isokrates’ Jugend, seine Schicksale während des peloponnesischen Krieges und unter der Herrschaft der Dreißig. Zugleich entstand der Panathenaikos nach seinem vierundneunzigsten Lebensjahr! Ich kenne keinen anderen Autor, der in so hohem Alter noch neue Werke schuf. (Am Ende des platonischen Phaidros sagt Sokrates: „Jung ist Isokrates noch.“ Vielleicht ist das eine Anspielung darauf, dass Isokrates ein zu hohes Alter angab. – Isokrates’ Lehrer Gorgias wurde angeblich sogar 108 Jahre alt!) – Hat Isokrates über sein Alter gelogen, oder haben andere „seine“ späten Werke verfasst? Vielleicht hat jemand etwas dazu gefunden? – Mir würde auch helfen, wenn jemand einen anderen Autor nennt, der mit über Neunzig noch neue Werke schuf.

(2) Ich kann mir den Trapezitikos nur als Fälschung erklären, mit der der angebliche Verfasser Isokrates als erbarmungsloser Folterknecht und Tyrannenfreund denunziert werden sollte. Auch die Ähnlichkeit des Falles mit dem berühmten Zeugenlosen Prozess spricht gegen Isokrates’ Autorschaft. Vielleicht hat jemand etwas dazu gefunden? --Friedrichshagener2 19:50, 16. Nov. 2007 (CET)

ad (2):

Die Frage der Authentizität, beziehungsweise der Verfasserschaft des Isokrates kann bei sämtlichen der überlieferten Gerichtsreden-Fragmente (XVI - XXI) in keinem Falle vom Inhalt abhängig gemacht werden. Es handelt sich um Auftragsarbeiten, deren Argumentation vollkommen vom zugrundeliegenden Fall bestimmt wird. Es ist nicht anzunehmen, dass Isokrates sich - anders als die übrigen Gerichtsredenschreiber, die er später so scharf kritisiert - um den moralischen Status der von ihm vertretenen Sache allzu große Sorgen gemacht haben dürfte.

Dies ist natürlich kein Argument für die Authentizität der Fragmente. Allerdings kann sich ein Zweifel an der Echtheit nicht auf die in den Gerichtsreden vertretenen Ansichten gründen.