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Steatopygie

Steatopygie (ein gräzisierendes Kunstwort) ist die Bezeichnung eines anthropologischen Merkmals, das das Auftreten eines mächtigen Gesäßes bei Frauen beschreibt. Es ist verbunden mit einer starken Lendenlordose, d.h. einer starken Einbiegung des Rückgrats in Bauchhöhe. Die Steatopygie ist ein stammesgeschichtlich altes (archämorphes) Merkmal, das in der frühen Menschheitsgeschichte offenbar weit verbreitet war. Heute findet sich die Steatopygie nur noch bei in unwirtliche Räume abgedrängten, vorwiegend als Jäger und Sammler lebenden indigenen Völkern, vor allem den Khoisan und Khoi Khoi im südwestlichen Afrika und den Negritos auf den Andamanen im Indischen Ozean, vereinzelt auch den zentralafrikanischen Pygmäen.

Die oft mitgegebene Übersetzung „Fettsteiß“ ist nicht korrekt, es handelt sich hauptsächlich um einen sich mächtig entwickelnden Oberschenkel, also um Muskelgewebe.