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Mikojan-Gurewitsch MiG-33

Bei der MiG-33 handelt es sich um eine modernisierte Version des sowjetischen Kampfflugzeugs MiG-29. Die Bezeichnung ist nur inoffiziell vom Hersteller vergeben worden und sollte für potentielle Exportmaschinen gelten. Die offizielle Bezeichnung lautet MiG-29M. Sie trägt daher ebenso wie das Vorgängermodell die Nato-Codebezeichnung "Fulcrum".

Mitte der 1990er Jahre wurde die Notwendigkeit zur Modernisierung des Modells MiG-29 immer deutlicher. Konstruktionsziele waren vielseitigere Einsatzmöglichkeiten sowie die Abstimmung auf neue Luft-Luft und Luft-Boden-Waffensysteme. Darüber hinaus sollte die Treibstoffkapazität und damit die Reichweite erhöht sowie durch eine modernere Cockpitausstattung die Arbeitsbelastung des Piloten verringert werden. Die offiziell als MiG-35 bezeichnete Maschine wurde im Februar 2007 auf einer Flugschau in Indien zum ersten Mal gezeigt.

Rein äußerlich betrachtet blieben die Veränderungen gegenüber dem Modell MiG-29 scheinbar gering, doch wurde die Zelle in weiten Teilen vollkommen neu konstruiert und basiert auf der trägertauglichen Variante MiG-29K. Als deutlich sichtbare Änderungen sind vor allem vergrößerte Lufteinläufe sowie ein neuartiges Schutznetz gegen Fremdkörper eingebaut. Eine weitere Änderung ist ein vergrößerter Rumpfbuckel, der bis zum Rumpfende verläuft und eine vergrößerte Luftbremse besitzt. Auch sind die ursprünglich abgerundeten Ränder der Flügelwurzelverlängerungen (LERX) scharfkantig.

Inhaltsverzeichnis

Avionik und Bewaffnung

Die MiG-35 (MiG-29M2) besitzt den Radar- und Waffenleitkomplex NIIR Zhuk-AE. Das System verfügt als erstes russisches Jägerradar über eine Antenne mit aktiver elektronischer Strahlschwenkung und einer Reichweite von 130 Kilometern. Es kann 30 Ziele gleichzeitig verfolgen und sechs davon in rascher Folge mit Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen R-77 oder R-27 bekämpfen. Es besitzt die Fähigkeit der Erstellung von hochauflösenden Radarkarten, was die Erfassung erheblich kleinerer Bodenziele als beim Vorgängermodell ermöglicht. Für die Navigation sorgt ein Empfänger in Kombination mit einer Trägheitsplattform, der sowohl mit Glonass als auch mit GPS kompatibel ist und eine Genauigkeit von bis zu einem Meter ermöglicht.

Zur Zielerfassung dienen der Optik- und Infrarotsensor Kols-MG sowie das Helmvisier für den Piloten. Das optische System verfügt je nach Wetterlage über eine Reichweite von bis zu 30 Kilometern. Der Pilot bedient eine Vierkanal-Fly-by-Wire-Steuerung. Durch eine automatische Begrenzung des Anstellwinkels entlastet sie den Piloten. Das FBW-System begrenzt die Belastung der Zelle, indem extrem strukturbelastende Manöver ohne Zutun des Piloten automatisch auf erträgliche Werte gesenkt werden.

Das vordere Cockpit verfügt über drei farbige LCD-Multifunction-Displays und Head-Up-Displays. Das hintere Cockpit umfasst vier LCD-MFD, wobei auf das HUD verzichtet wurde, um TV- und Radarbilder für die präzise Lenkung von Luft-Boden-Waffen darstellen zu können. Auch können damit bei Schulungszwecken die Daten des vorderen HUD dargestellt werden. Ein Radarwarnempfänger, ein Infrarotsensor und ein Laserwarner warnen vor Angriffen. Die Abwehrmaßnahmen umfassen Täuschkörperwerfer. Auch eine Einrichtung zur gleichzeitigen passiven Zielzuweisung an zwei Antiradarraketen Kh-31P ist vorhanden. Das System kann je nach Einsatz durch einen Breitband-Radarstörbehälter ergänzt werden, der mehr als 100 verschiedene Emitter gleichzeitig erkennen und stören kann.

Die Zahl der Außenlaststationen für Waffensysteme wurde von sieben auf neun erhöht, so dass die MiG-33 4,5 Tonnen Bombenlast oder acht Luft-Boden-Raketen tragen kann. Als Abfang- oder Luftüberlegenheitsjäger konfiguriert, kann die MiG-35 Luftkampfraketen R-73E oder R-73M2 sowie Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen R-77 und R-27T einsetzen. Für Angriffe auf Bodenziele stehen TV-gelenkte Luft-Boden-Raketen Kh-29T und Kh-29TE zu Verfügung und für Nahbereichsangriffe bis zu acht Behälter B-8M1 mit jeweils 20 ungelenkten Luft-Boden-Raketen S-8. Zur Bekämpfung bodengebundener Flugabwehr kann die MiG-35 bis zu vier Antiradarraketen AS-17 tragen und zwei davon gleichzeitig einsetzen. Gegen Schiffe können vier Antischiffraketen Kh-31A oder vier SS-N-25 Switchblade eingesetzt werden. Weiterhin können freifallende, TV-gelenkte Bomben KAB-500Kr und KAB-500Kr-OD, sowie ungelenkte Bomben OFAB-250-270 mitgeführt werden.

Antrieb

Die MiG-35 besitzt das Triebwerk RD-33MKB, wahlweise mit Schubvektorsteuerung. Gesunken ist durch das höhere Abfluggewicht die Höchstgeschwindigkeit. Im Tiefflug sind nach wie vor 1500 Kilometer pro Stunde möglich, in der Stratosphäre nur noch 2200. Die Reichweite der MiG-35 beträgt durch die größere Tankkapazität bis zu 2000 Kilometer und kann unter Zuhilfenahme von bis zu drei Zusatztanks und Luftbetankung auf bis zu 6000 Kilometer erhöht werden. Je nach Einsatz verspricht der Hersteller eine Lebensdauer der Turbine von 4000 Stunden, was einer Betriebszeit von rund 40 Jahren entspräche.

Weiterentwicklung

Eine weitere Entwicklung, basierend auf der MiG-29M, ist der Versuchstyp MiG-29OVT (er wird inzwischen als MiG-35 bezeichnet), wozu einer der MiG-29M-Prototypen mit Triebwerken mit Schubvektorsteuerung sowie noch einmal zwei weiteren Waffenträgern an den Tragflächenenden ausgerüstet wurde.

Außerdem wurde mit der Bezeichnung MiG-33 das Projekt eines einmotorigen, leichten Kampfflugzeuges vor allem für den Export als Ersatz der zahlreichen MiG-21 und MiG-23 geführt.

Technische Daten

Allgemeine Angaben

Leistung

Bewaffnung

Siehe auch