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Bear Stearns

Bear Stearns & Co Inc.
Unternehmensform Incorporated
ISIN US0739021089
Gründung 1923
Unternehmenssitz New York City
Unternehmensleitung
  • Alan D. Schwartz
  • Samuel Molinaro
  • Alan C. Greenberg
Mitarbeiter 13.566 (2006) [1]
Umsatz 9,227 Mrd US$ (2006) [1]
Branche Bank
Website www.bearstearns.com

The Bear Stearns Companies, Inc. ist die Muttergesellschaft der Bear Stearns & Co Inc. eine 1923 gegründete US-amerikanische Investmentbank mit Hauptsitz in New York. Seit 1985 wird Bear Stearns als Aktiengesellschaft an der New Yorker Börse gehandelt und ist im Aktienindex S&P 500 gelistet. Die Bilanzsumme belief sich im Mai 2007 auf 423,3 Milliarden US-Dollar. Aufgrund einer durch die Subprime-Krise 2007 verursachten Liquiditätskrise bei Bear Stearns unterbreitete JPMorgan Chase & Co. mit Unterstützung der US-amerikanische Notenbank Federal Reserve am 16. März 2008 ein Übernahmeangebot, das am 24. März 2008 preislich verbessert wurde. [2]

Das Unternehmen ist in die Bereiche Capital Markets, Wealth Management und Global Clearing Services untergliedert. Bear Stearns unterhält in den USA Büros in New York, Atlanta, Boston, Chicago, Dallas, Denver, Los Angeles und San Francisco und San Juan. International ist die Bank mit Niederlassungen in Dublin, Hongkong, London, Lugano, Mailand, Peking, Sao Paulo, Shanghai, Singapur und Tokio vertreten. Im Herbst 2007 wurde die Expansion mit der Eröffnung der Niederlassungen in Paris und Frankfurt fortgesetzt. Die Europa-Aktivitäten werden im Wesentlichen über die Niederlassung in London gesteuert. Hier arbeiten ca. 1.000 der insgesamt über 14.000 Mitarbeiter der Bank für Bear, Stearns International Limited, eine 100-%-Tochter von The Bear Stearns Company. Das Londoner Office befindet sich in Canary Wharf im Gebäude One Canada Square. Dies ist das höchste Gebäude Großbritanniens. Im Jahr 2009 soll das neue Gebäude von Bear Stearns in London eröffnet werden, ebenfalls in Canary Wharf.

Seit Anfang 2007 ist Bear Stearns in Deutschland mit einer Zweigniederlassung in Frankfurt am Main vertreten. Bear Stearns vertreibt auch Finanzprodukte für Privatkunden unter dem Markennamen 'best markets'. In Deutschland werden über Banken und Sparkassen Zertifikate vertrieben.

Bear Stearns war bereits in den Anfangsphasen der Subprime-Krise 2007 in Schwierigkeiten geraten, nachdem drei vom Unternehmen aufgelegte Hedge-Fonds (High Grade Structured Credit Strategies Enhanced Fund, High Grade Structured Credit Strategies Fund und Asset-Backed Securities Fund) Insolvenz anmelden mussten. Die auf den Cayman-Inseln ansässigen Liquidatoren beantragten Gläubigerschutz beim New Yorker Gericht (U.S. Bankruptcy Court). Beim letztgenannten Fonds entstand ein Verlust von 4,5 Mio US$, dies entspricht einem halben Prozent des Gesamtvolumens von 900 Mio US$[3].

In der Folge wurden an den Finanzmärkten immer wieder Gerüchte über Liquiditätsprobleme bei Bear Stearns laut. Am 10. März 2008 bezeichnete Bear Stearns in einer Medienmitteilung solche Gerüchte als „absolut unwahr“ [4]. Vier Tage später, am 14. März 2008, räumte Bear Stearns eine „deutliche Verschlechterung der Liquiditätslage in den letzten 24 Stunden“ ein. Diese sei nach Meinung von Bear Stearns u.a. auch durch die anhaltenden Gerüchte verursacht worden, da der Kreditmarkt für Bear Stearns de facto nicht mehr zugänglich war. Gleichzeitig schnürten JPMorgan Chase & Co. und die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve ein Rettungspaket in Form eines Überbrückungskredits. Die Aktien von Bear Stearns brachen daraufhin um über 47 % ein. [5] [6].

Am Sonntag, dem 16. März 2008, gab JPMorgan Chase & Co. ein Übernahmeangebot für Bear Stearns bekannt. Der Übernahmepreis lag dabei bei rund zwei Dollar je Aktie, nachdem diese am Freitag mit USD 30,85 geschlossen hatte und noch am Donnerstag 57,00 USD wert war. [7] Der Übernahmepreis entsprach damit einer Kapitalisierung von noch USD 236 Millionen. Das geschnürte Rettungspaket sieht weiterhin vor, dass die US-amerikanische Notenbank praktisch sämtliche Verlustrisiken von Bear Stearns bis zu einem Gesamtbetrag von USD 29 Mrd. übernimmt, während JPMorgan Chase & Co. die erste Milliarde eventuell anfallender Verluste übernimmt. [2]

Der Übernahmepreis wurde später auf ca. 10 Dollar pro Aktie verbessert. Gleichzeitig erwarb JP Morgan Chase 39,5 % der Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung. Der Anteil wurde bis Ende April 2008 auf ca. 49% ausgebaut. Für den 29. Mai 2008 wurde eine außerordentliche Hauptversammlung im New Yorker Headquarter einberufen. Wichtigster Tagesordnungspunkt ist die Billigung der Übernahme von Bear Stearns durch JP Morgan Chase.


Einzelnachweise

  1. a b Geschäftsbericht der Bear Stearns vom 30.11.2006
  2. a b Medienmitteilung JPMorgan Chase, 24. März 2008 - JPMorgan Chase and Bear Stearns Announce Amended
  3. n-tv:Bear Stearns doch in Not
  4. Medienmitteilung Bear Stearns, 10. März 2008 - Bear Stearns denies liquidity rumours
  5. NZZ, 14. März 2008 - Bear Stearns nahe am Kollaps
  6. Spiegel, 14. März 2008 - Bear Stearns in letzter Minute gerettet
  7. NZZ, 17. März 2008 - JP Morgan Chase übernimmt Bear Stearns