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Dourdan

Dourdan
Staat Frankreich
Region Île-de-France
Département Essonne
Arrondissement Étampes
Kanton Dourdan
Geographische Lage 48° 32′ N, 2° 1′ OKoordinaten: 48° 32′ N, 2° 1′ O
Höhe 95 m
(87 m–103 m)
Fläche 30,64 km²
Einwohner
– mit Hauptwohnsitz
– Bevölkerungsdichte
(1999)
9555 Einwohner
312 Einw./km²
Postleitzahl 91410
INSEE-Code 91200
Website www.mairie-dourdan.fr

Dourdan ist eine französische Gemeinde im Département Essonne und der Region Île-de-France. Der Ort gehört zum Arrondissement Étampes und ist Verwaltungssitz des Kantons Dourdan. Dourdan liegt im äußersten Westen des Départements Essonne am Ufer der Orge.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Ortsname wird auf das keltische Wort für Wasser oder Fluss zurückgeführt. Er entwickelte sich in gallorömischer Zeit als wichtigstes Zentrum der Keramikproduktion.

Dourdan war die Residenz des Robertiners Hugo der Große, dem Vater von Hugo Capet, der hier 956 auch starb. Als Hugo Capet 987 König von Frankreich wurde, wurde Dourdan Bestandteil der Domaine royal.

1220 ließ König Philipp II. August in Dourdan eine neue Burg errichten, die in späteren Jahren dann als Apanage vergeben wurde. Die bekanntesten Besitzer waren: Blanche von Kastilien, Ludwig von Évreux, Johann von Berry, François, 2. Herzog von Guise, Maximilien de Béthune, duc de Sully, Anna von Österreich und die Familie der Herzöge von Orléans.

Sehenswürdigkeiten

Kirche Saint-Germain-l’Auxerrois

Mit dem Bau der Kirche wurde 1150 begonnen, sie wurde jedoch erst im 14. Jahrhundert fertiggestellt. Das Gebäude erlitt 1428 schwere Zerstörungen und wurde Ende des 15. Jahrhunderts restauriert. Während der Hugenottenkriege wurde die Kirche erneut beschädigt. 1641 wurden die Turmspitzen gebaut und 1689 die Chapelle de la Vierge, welche die Länge der Kirche um 14 Meter, d. h. von 36 auf 50 Meter, erhöhte.

Im Innern der Kirche gibt es eine Reihe von Sehenswürdigkeitn:

Burg

Die Burg wurde im Auftrag des Königs Philipp August zu Beginn des 13. Jahrhunderts als typische Militärfestung der Zeit gebaut, um eine Holzfestung zu ersetzen. Der Burggraben wurde ähnlich wie beim Louvre angelegt.

Die Burg wurde 1385 Eigentum des Herzogs Johann von Berry; das Monatsbild zum April seines berühmten Stundenbuches Très Riches Heures zeigt den damaligen Zustand der Burg. Während der Hugenottenkriege war hier die Garnison der Herzogs von Guise einquartiert; aus dieser Zeit stammen die Pferdeställe. Der Donjon, das Meisterstück der Burg, ist rund 30 Meter hoch bei 13,6 Meter Durchmesser, ein typischer Vertreter der Donjons aus der Zeit Philipp Augusts.

Im Erdgeschoss findet man die Küche mit den Backöfen, im Obergeschoss einen Wohnraum, unter dem Dach den Saal der Nachtwache. Da der Donjon keine Schießscharten besitzt, kann er keine wichtige Rolle bei der Verteidigung gespielt haben. Er diente jedoch bis ins 17. Jahrhundert als königliches Gefängnis. Wichtige Gefangene in der Burg waren:

Die Burg steht im heutigen Stadtzentrum, von tiefen und breiten Gräben umgeben, die zur Verteidigung dienten, bis eine Steinmauer mit acht Türmen errichtete wurden, deren Dächer im Ursprung spitz zuliefen. Der Donjon mit seinen 3,80 Meter starken Mauern befindet sich in der Nordecke. Hier befindet sich im Untergeschoss der Stein von Dourdan, der nach einer Sage unter keinen Umständen angehoben werden darf, da derjenige, der dies versucht, ertrinken werde („Qui touche à la pierre de Dourdan périt par l’eau“).

Die Hallen

Sie stammen aus dem Jahr 1836 und befinden sich im Stadtzentrum; sie ersetzte die alten Hallen aus dem 13. Jahrhundert, die ein Obergeschoss besaß, in dem zivile, gerichtliche, feudale Verhandlungen stattfanden, auch den Wald (siehe unten) betreffend: es handelte sich um das auditoire royal, die königliche Anhörung, die im 18. Jahrhundert in die Burg verlegt wurde. Das Obergeschoss der neuen Halle, ein Werk des Architekten Lucien-Tirte van Clemputte – soll an das der alten erinnern.

Persönlichkeiten

Umgebung

Der Gemeindeforst (Forêt domaniale)

Die Forêt domaniale ist ein ehemaliger königlicher Jagdforst, der 1870 in Gemeindehand überging. Er ist 1683 Hektar groß und besteht aus zwei Wäldern, die durch die Orge voneinander getrennt sind:

Der Forst ist ein Laubwald, der zu 80 % aus Eichen besteht, darüber hinaus aus Kastanien, Buchen, Weißbuchen, Birken sowie 6 % Kiefern.

Die Abtei Ouÿe

Die von Abtei Ouÿe (Abbbaye de l'Ouÿe) wurde 1163 auf Wunsch des Königs Ludwig VII. durch Grammontenser-Mönche errichtet. Der König wollte mit dieser Abtei Gott danken, weil er ihm erlaubt habe, die Stimmen seiner Begleiter zu hören (ouïr), nachdem er sich im Wald verirrt hatte. Die Abtei liegt im Süden des Waldes. Um 1220 löste Philipp August die Zuwendung, die Ludwig VII. den Mönchen gemacht hatte, wieder auf, da die Abtei eine Enklave in seinem bevorzugten Jagdrevier war. Ein Jahrhundert später stellte Ludwig der Heilige die vorigen Zustände jedoch wieder her. Das Kloster wurde mehrmals verwüstet, vor allem 1567 während der Hugenottenkriege.

1771 wurde der Orden von Grandmont aufgelöst, die Benediktiner aus Clairefontaine-en-Yvelines übernahmen das Kloster 1773. Im Jahr 1790, während der Französischen Revolution, wurden die Mönche vertrieben, ihr Eigentum beschlagnahmt. Die Abtei wurde anschließend weitgehend zerstört. Seit 1946 wird das Kloster von Ursulinerinnen aus Orléans genutzt.

Nur wenige Zeugnisse der Vergangenheit sind erhalten geblieben : eine Kapelle sowie ein weiteres Gebäude, das nicht besichtigt werden kann. Sie gehören zur Gemeinde Les Granges-le-Roi

Städtepartnerschaften