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Hubertus Kilian

Hubertus Kilian (* 9. März 1827 in Jettenbach; † 14. Oktober 1899 in Eßweiler) war einer der bekanntesten Musiker des Musikantenlandes. Er war einer der ersten Wandermusikanten, der fremde Kontinente bereiste und gilt daher als einer der Pioniere des westpfälzer Wandermusikantentums.

Biografie

Hubertus Kilian war der Sohn des Küfers Daniel Kilian und seiner Frau Margarethe, geborene Wenz. Er spielte Flöte und Posaune. Im Alter von 9 Jahren ging Hubertus Kilian 1836 mit einer Kapelle auf Musikfahrt nach Frankreich. 1839 sowie 1845/46 zog er mit Michael Gilcher durch Spanien. Von 1846 bis 1852 bereiste er England und Schottland und war unter anderem in Liverpool und Edinburgh.

1852 diente er beim Infanteriebataillon in Kaiserslautern. Dort soll er seine eigentliche musikalische Ausbildung erfahren haben. 1858 reiste er mit seiner Ehefrau nach Australien. Nach einer 86-tägigen Seereise auf einem Segelschiff von Liverpool aus über das Kap der guten Hoffnung kam Kilian am 3. August 1858 mit seiner Acht-Mann-Kapelle und seiner Frau in Melbourne an. In Australien waren Kilian und seine Kapelle angesehen und verdienten sich viel Geld, was sie aber durch einen Bankenkrach wieder verloren. Kilian soll 8000 Mark verloren haben - damals konnte man sich für 3000-5000 Mark ein Haus bauen lassen!

Ende 1863 traf er den englischen General Charles George Gordon, der mit einem Hilfskorps nach China unterwegs war und ihn samt Kapelle mit nach Shanghai nahm. Dort lernte Kilian den Chinesischen Oberbefehlshaber Li Hung Tschang kennen und wurde zum "Kaiserlich Chinesischen Militärkapellmeister" ernannt. Er gab mit seiner Partie Konzerte im Hotel Europa und spielte bei festlichen Anlässen, wo er zwischen Oktober 1863 und September 1864 genau 12.453,75 Dollar einnimmt.

Am 6. Mai 1865, nach sieben Jahren, trat Kilian die Heimreise an. Er fuhr mit dem Schiff "Aden" von Shanghai aus über Hongkong, Singapur, Benang, Ceylon, durchs Rote Meer nach Suez, dann mit der Bahn nach Kairo und Alexandria, und wieder weiter mit dem Schiff "Ceylon" über Malta, Sizilien, Sardinien und Korsika nach Marseille, wo er am 4. Juli ankam. Wahrscheinlich machte Kilian mit seiner Partie auf den Schiffen und in den Städten auch immer noch Musik, um sich die Kosten für die Reise zu erspielen. Von Marseille ging Kilian wieder in sein Heimatdorf Eßweiler, wo er sich außer einer kurzen Reise nach Spanien und Frankreich erst einmal ausruhte.

1870/71 ging er nach Amerika, er bereiste unter anderem Boston, New York, Chicago, St. Louis, New Orleans und Houston. 1875 zog es Kilian dann nach Russland, in die Städte St. Petersburg, Hapsal, Wilna und Warschau. Die Heimreise ging über Berlin, wo er das Opernhaus, Museen, Theater, das Reichtagsgebäude und die Universität besuchte.

Am 12. Juni 1880 machte sich Kilian mit seinen Söhnen Eduard und Rudolph erneut auf den Weg nach Australien, sie erreichten Adelaide am 19. Juli und reisten weiter nach Melbourne, um die Eröffnung der Weltausstellung mitzuerleben. Er gab Konzerte im Rahmen der Weltausstellung und brachte dem Violinvirtuosen August Wilhelmj ein Ständchen. 1884 kam auch sein Sohn Eugen nach Australien nach.

Nachdem sich Kilians Kapelle 1887 im Australien auflöste, weil einige Mitglieder vom Goldrausch ergriffen waren und in Australien ihr Glück versuchen wollten ging Kilian nach Eßweiler zurück, wo er dann bis zu seinem Tod im Jahr 1899 zusammen mit seiner Frau eine Gastwirtschaft führte.

Sonstiges

Hubertus Kilian, auch "Bertes" genannt, war mit Phillipine Diehl (* 5. April 1838 in Eßweiler) verheiratet. Er konnte französisch, englisch, spanisch und italienisch sprechen. Sie hatten zusammen sieben Kinder:

Personendaten
Kilian, Hubertus
deutscher Musiker
9. März 1827
Jettenbach
14. Oktober 1899
Essweiler