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Bingum

Bingum ist der einzige westlich der Ems und damit im Rheiderland gelegene Stadtteil von Leer/Ostfriesland. Der Ort wird durch die Jann-Berghaus-Brücke mit der Leeraner Kernstadt und dem Leeraner Stadtteil Leerort verbunden. Bingum grenzt an die Gemeinden Weener und Jemgum.

Zum Stadtteil Bingum gehören neben dem eigentlichen Dorf Bingum auch die beiden Dörfer Bingumgaste und Coldam. Daneben gibt und gab es auch noch einige kleinere Wohnplätze: Einhaus ist ein Überrest des nach Westen gewanderten Ortes Weenermoor. Auf dem Gebiet der Stadt Weener finden sich analog dazu die Wohnplätze Tweehusen und Dreehusen, deren Namen nicht eingedeutscht wurden. Neubingum nennt sich die seit 1925 entstandene Neubausiedlung nördlich des alten Dorfs. Die Gehöfte Nortmerfähr und Uthörn existieren heut nicht mehr.

In Bingum gibt es eine Grundschule, weiterführende Schulen werden von den hier ansässigen Schülern in Leer (Ubbo-Emmius-Gymnasium, Teletta-Groß-Gymnasium, Fachgymnasien) oder in Jemgum (Haupt- und Realschule Carl-Goerdeler-Schule) besucht. Im Bingumer Ortskern steht mit der Matthäikirche eine der im Rheiderland seltenen lutherischen Kirchen, die sich mit der im benachbarten Jemgumer Ortsteil Holtgaste gelegenen Kirchengemeinde eine Pfarrstelle teilt. Weiterhin ist in Bingum ein Sportverein, der BSV Bingum, ansässig. Bingum hat zudem einen kleinen Emshafen, der hauptsächlich von Sportbooten genutzt wird. Er wird von der kleinen Insel Bingumer Sand vor Wind und Wellen geschützt.

Das Wappen Bingums ziert eine historische Ziegelei, wie sie früher zahlreich an der Ems zu finden waren.

Geschichte

Um das Jahr 900 wurde die Siedlung erstmals urkundlich als Binninghem erwähnt, eine Gründung wird aber schon für das 7. oder 8. Jahrhundert vermutet. In der Folgezeit hatte der Ort häufig mit den Fluten der Ems zu kämpfen. Die Dorfhäuptlinge stellte lange Zeit eine Familie mit dem Namen Kromminga. Später war es die Familie Sluiter und die Freiherren von Rheden. Später standen gewählte Schüttmeister dem Ort vor. Zu leiden hatte der Ort unter verschiedenen Kriegen, etwa der Geldrischen Fehde, dem dreißigjährigen und dem siebenjährigen Krieg.

Unter den Nazis gab es Zwangssterilisationen in Bingum. Noch kurz vor der Machtergreifung hatte hier mehr als die Hälfte der Bevölkerung KPD oder SPD gewählt. Während des zweiten Weltkriegs gab es in Bingum ein Kriegsgefangenenlager mit 25 Inhaftierten, die Zwangsarbeit zu leisten hatten. Nach dem Krieg siedelten sich nur relativ wenige Flüchtlinge in Bingum an.

Bis zur Gebietsreform in Niedersachsen im Jahr 1972 war das Dorf an der Ems eine selbständige Gemeinde im Landkreis Leer. Seit der Eingemeindung hat Bingum durch zahlreiche Neubaugebiete viele neue Einwohner hinzugewonnen und liegt nun bei etwa 2000 Einwohnern.

Koordinaten: 53° 13' 20" N, 7° 24' 52" O