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Ouidah

Ouidah (Aussprache: wē'dä; Alternativnamen Hweda oder vor allem im englischen Sprachgebiet Whydah (hwī'də)) ist eine Stadt in der Republik Benin. Als einziger Hafen Benins war Ouidah das Zentrum des Sklavenhandels in der Region und eine aktive Handelsstadt. Seit 1999 ist die Stadt de facto Hauptstadt des Departements Atlantique, wurde dazu aber noch nicht offiziell ernannt.

Die Fläche der Gemeinde beträgt 364 km² und umfasst 10 Stadtteile (arrondissements), davon vier städtische (Ouidah I, II, II und IV) und sechs ländliche (Djègbadji, Avlékété, Savi, Pahou, Gakpé und Houakpé). Ouidah zählt ca. 80.000 Einwohner. Haupterwerbszweig der Bevölkerung ist die Landwirtschaft und das Handwerk, es gibt vereinzelt kleine Unternehmer und als einzige Industrie die British American Tobacco Fabrik auf der Hauptstrasse zwischen Cotonou und Grand Popo. Bürgermeister ist seit 2003 Pierre C. Badet. Der Stadtrat umfasst 17 Mitglieder.

Die eigentliche Stadt lag schon zu Zeiten des Königreichs Dahomey ca. 3,5 km vom Meer entfernt, sodass Sklaven zuerst diese Strecke einer Straße folgend, drei Dörfer passierend, zurücklegen mussten.

Ouidah wurde ursprünglich Ajudá genannt und war Hauptstadt des stark bevölkerten, wohlhabenden Königreiches Sahé (Savi).

Geschichte

1680 bauen die Portugiesen im Auftrag vom Gouverneur von São Tomé eine Festung, die jedoch nach einigen Jahrzehnten aufgegeben wird. 1721 unter dem Namen São João Baptista de Ajudá neu aufgebaut.

1727 wird die Stadt von König Dossou Agadja von Dahomey erobert und der Name Ajudá wird nicht mehr verwendet; das Königreich von Sahé fällt 1728.

1858 geben die Portugiesen die Festung São João Baptista de Ajudá wieder auf.

1861 schenkt der König von Dahomey die Festung Missionaren aus Frankreich.

Am 23. Februar 1865 fordern die Portugiesen das Bauwerk zurück, sodass es bis 1869 wieder dem Gouverneur von São Tomé unterstellt ist.

Am 1. August 1961 wird das wieder verwaiste Bauwerk von Dahomey annektiert. 1975 wird die Annexion von Portugal offiziell anerkannt.

1992 lebten 32.474 Menschen in Ouidah.

Sonstiges

Ouidah bietet vor allem kulturgeschichtlich viele Sehenswürdigkeiten. Zu den Hauptatraktionen gehören das historische Museum im nachgebauten portugiesischen Fort, der Heilige Wald, die sog. "Sklavenroute", die vom ehemaligen Sklavenmarkt ("Place Cha Cha") zum Strand bis zur "Pforte ohne Wiederkehr" (frz. Porte de Non Retour) führt. Auf der Route finden sich zahlreiche Statuen und Gedenkorte zum Sklavenhandel. Diese sowie die Pforte sind 1992 mit finanzieller Unterstützung der UNESCO wieder in Stand gesetzt worden. Jedes Jahr am 10. Januar findet am Strand Oudiahs ein großes Voodoofst statt, bei dem der Voodookönig verschiedene Zeremonien vollzieht. Für Cineasten interessant ist auch das jährlich (ebenfalls im Januar) stattfindende Filmfestival "Quintessence", das neben dem in Ouagadougu (Burkina Faso) zu den wichtigsten in Westafrika zählt.

Persönlichkeiten aus Ouidah

Angélique Kidjo (beninisch-französische Musikerin, Choreografin, Sängerin und Komponistin)

Koordinaten: 6° 22' N, 2° 05' O