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Kutenhausen

Karte
Basisdaten
Fläche: 4,81 km²
Einwohner: 1.736
(31. Dezember 2006)
Bevölkerungsdichte: 360 Einw./km²
(31. Dezember 2004)

Kutenhausen ist ein nördlich des Stadtzentrums gelegener Stadtteil von Minden im Kreis Minden-Lübbecke. Er liegt nördlich der Kernstadt; im Osten und Norden grenzt er an den Stadtteil Todtenhausen, sowie im Westen an die Stadtteile Stemmer und Minderheide und im Süden an den Stadtteil Nordstadt. Kutenhausen ist seit der Markenteilung eine Streusiedlung, weist aber im Bereich der ehemaligen Landwehr und der dortigen historischen Hofanlagen die Merkmale eines Reihendorfes auf. Als Mittelpunkt des Ortsteiles kann man den Bereich um die Schule und das Heimathaus (histor. Schule) und der Kutenhauser Straße bezeichnen. Kutenhausen hat 1771 Einwohner (Stand 12/04) und umfasst eine Fläche von 481 Hektar.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Kutenhausen wurde wahrscheinlich in der Zeit von 600-800 nach Christi gegründet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Kutenhausen am 21. März 1258 in einer Urkunde des damaligen Fürstbischofs von Minden Wittekind I. von Hoya. diese Urkunde ist im Staatsarchiv Münster überliefert. Der Ort Kutenhausen kann also im Jahr 2008 sein 750jähriges Jubiläum feiern. Die Bewohner von Kutenhausen waren bis 1848 gegenüber den Herren der "Rattenburg" abgabenpflichtig, der Herrensitz befand sich wahrscheinlich an der heutigen Kutenhauser Straße im Bereich des Königsackers. Großen Einfluss auf die Entwicklung Kutenhausens hatte die im 14. Jahrhundert errichtete Mindener Landwehr. Der Schutzwall mit einem breiten Graben davor, sollte die Besitzungen der Mindener Bürger nach Norden hin sichern und verlief etwa entlang der heutigen Dorfstraße von Todtenhausen nach Stemmer. In Kutenhausen befand sich ein Durchgang durch die Landwehr, der "Schling", der vom "Schlingmann" bewacht wurde. Die Kutenhauser Gehöfte wurden nahezu in einer Reihe an der Südseite der Landwehr errichtet und wurden ihrerseits geschützt. Nördlich der Landwehr befanden sich ausgedehnte Wald und Heideflächen, angeblich hatten die Mindener Bischöfe hier ihre Fischteiche ("Herrenteich"). Während der Schlacht bei Minden am 1. August 1759 hatten die preußischen und die mit ihnen verbündeten englischen Regimenter ihrer Ausgangsstellungen südlich des Dorfes Kutenhausen. Anfang des 18. Jahrhunderts war die Mindener Landwehr überflüssig geworden und das Land nördlich davon (die "Gemeine Mark") wurde aufgeteilt, Kutenhausen verlor so den Charakter eines geschlossenen Dorfes und wurde zur Streusiedlung. Im Jahr 1841 erhielt Kutenhausen eine eigene Schule, bis dahin waren die Kinder aus Kutenhausen in Todtenhausen unterrichtet worden. Die Alte Schule an der Dorfstraße beherbergt heute das Heimathaus Kutenhausen. Im Jahr 1885 wurde gegenüber der Alten Schule eine neue Schule mit zwei Klassenräumen gebaut, dieses Gebäude wurde 1910 um einen dritten Klassenraum ergänzt. Zu dieser Zeit gab es in Kutenhausen drei Lehrer für 194 Schüler. Während des Ersten Weltkrieges und danach sank die Schülerzahl sehr stark ab, während und nach dem Zweiten Weltkrieg stieg sie wieder sehr stark an, was vor allem durch Flüchtlings- und Vertriebenenzuzug bedingt war. Die Volksschule Kutenhausen wurde im Jahr 1950 durch die Gemeinde erweitert und ein vierter Lehrer wurde beschäftigt, es gab in der Zeit 224 Schüler. Im Jahr 1958 erhielt die Schule in Kutenhausen als erste Schule im Amt Petershagen eine neue Turnhalle und im Jahr 1965 einen Sportplatz, der auch von der SVKT 07 e.V. benutzt wurde. 1967 wurde die Volksschule in eine Grundschule umgewandelt und 1974 durch den Bau eines Pavillons nochmals erweitert. Inzwischen gingen die Kinder aus Kutenhausen, Todtenhausen und Stemmer in Kutenhausen zur Grundschule. 1991 konnte die Grundschule Kutenhausen ihr 150jähriges Jubiläum feiern.

Durch die Gebietsreform im Jahr 1973 wurde das damalige Amt Petershagen, zu dem auch Kutenhausen gehörte, aufgelöst und die Gemeinde wurde als Stadtbezirk in die Stadt Minden eingegliedert.

Entwicklung der Einwohnerzahlen

Jahr Einwohner
1855 429
1867 587
1880 632
1890 760
1900 826
1910 970
1916 773
1925 879
1930 980
Jahr Einwohner
1933 1040
1946 1493
1948 1544
1955 1363
1960 1375
1973 1537
1978 1538
1982 1508
1985 1469

Politik

Als Stadtteil von Minden ist die Bevölkerung von Kutenhausen im Rat der Stadt Minden (Stadtverordnetenversammlung) vertreten. Kutenhausen bildet zusammen mit dem benachbarten Stadtteil Stemmer einen Wahlbezirk für die Kommunalwahlen.

Stadtverordnete von Kutenhausen

Wahlergebnis der Kommunalwahl 2004

Ortsvorsteher, Bürgermeister und Gemeindevorsteher von Kutenhausen

Die Bevölkerung von Kutenhausen wird gegenüber Rat und Verwaltung der Stadt Minden seit 1973 durch einen Ortsvorsteher vertreten, der aufgrund des Wahlergebnisses vom Rat der Stadt Minden gewählt wird. Bis 1973 hatte die selbstständige Gemeinde Kutenhausen einen eigenen Bürgermeister und einen Gemeinderat.

Vereine, Verbände und Institutionen in Kutenhausen

Die Kutenhauser Bevölkerung gestaltet in ihrem Ort ein sehr reges Vereinsleben, dass in der Vergangenheit schon mehrfach ausgezeichnet worden ist. Der Charakter von Kutenhausen als weitgehend eigenständiges Dorf innerhalb der Stadt Minden soll auch in Zukunft gewahrt bleiben. Kutenhausen ist Kulturmusterdorf in Ostwestfalen und hat mehrfach erste Preise in Kreiswettbewerben von "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft" gewonnen. Die Kutenhauser Dorfgemeinschaft ist für viele umliegende Dörfer ein Vorbild an Gemeinschaftsleben und dörflicher Selbstständigkeit.

Wichtige Vereine,Verbände und Institutionen sind:

Persönlichkeiten

Links

http://www.archive.nrw.de/LandesarchivNRW/StaatsarchivMuenster/InformationenUndService/Ersterwaehnungen/Kutenhausen.html

Koordinaten: 52° 19' 56" N, 8° 54' 16" O