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Zurück in die Zukunft (Film)

Filmdaten
Deutscher Titel: Zurück in die Zukunft
Originaltitel: Back to the Future
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1985
Länge (PAL-DVD): 111 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Robert Zemeckis
Drehbuch: Bob Gale
Robert Zemeckis
Produktion: Neil Canton
Bob Gale
Kathleen Kennedy
Frank Marshall
Steven Spielberg
Musik: Alan Silvestri
Kamera: Dean Cundey
Schnitt: Harry Keramidas
Arthur Schmidt
Besetzung

Zurück in die Zukunft (Originaltitel: Back to the Future) ist eine am 3. Juli 1985 veröffentlichte Science-Fiction-Filmkomödie unter der Regie von Robert Zemeckis, die den ersten Teil der gleichnamigen Trilogie darstellt. Sie spielte weltweit 381,1 Millionen Dollar ein und war damit der erfolgreichste Film des Jahres 1985.[1][2] Zurück in die Zukunft II wurde 1989 und Zurück in die Zukunft III 1990 veröffentlicht.

Der Film erzählt die Geschichte des Schülers Marty McFly, der versehentlich per Zeitreise in das Jahr 1955 gerät und dort die Vergangenheit seiner Eltern verändert, was dazu führt, dass seine Existenz gefährdet ist. Marty McFly muss nun versuchen, die ursprüngliche Vergangenheit wiederherzustellen.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Zu Beginn des Films trifft sich im Jahr 1985 der Jugendliche Marty McFly mit dem befreundeten Wissenschaftler Dr. Emmett L. Brown auf einem Parkplatz. Dort führt Brown Marty eine von ihm erfundene Zeitmaschine in Form eines Autos vor, für dessen Zeitreisen Plutonium die nötige Energie liefert. Im Folgenden wird Brown bei einem Angriff libyscher Terroristen erschossen, und Marty aktiviert auf der Flucht vor diesen versehentlich die Zeitmaschine und reist in das Jahr 1955.

Dort trifft er in einer Bar auf George, seinen zukünftigen Vater, sowie auf Biff, der George wie schon im Jahr 1985 unterdrückt. Später rettet er George vor einem Auto und wird an Georges Stelle angefahren. In der Folge verliebt sich Lorraine, seine zukünftige Mutter, deswegen nicht in George, sondern in Marty, was dessen Existenz in Gefahr bringt.

Marty sucht den Dr. Brown des Jahres 1955 auf und überzeugt diesen davon, dass er tatsächlich aus dem Jahr 1985 stammt und mit einer von Brown gefertigten Zeitmaschine hergereist ist. Brown erklärt sich bereit, Marty bei seiner Rückkehr ins Jahr 1985 zu helfen. Von Brown erfährt Marty, dass sie für die Energie, die notwendig wäre, um Marty zurück in die Zukunft zu schicken, einen Blitz benötigen. Durch einen Zufall können sie den Zeitpunkt ermitteln, an dem ein Blitz in die Rathausuhr der Stadt einschlagen wird.

Vor seiner Rückkehr muss Marty noch seine Eltern dazu bringen, sich ineinander zu verlieben, um seine zukünftige Geburt zu sichern. Dieses Vorhaben stellt sich als schwierig heraus, da George, wie im Jahr 1985, ein Außenseiter ohne Selbstbewusstsein ist. Von Lorraine erfährt Marty, dass diese eine Vorliebe für starke Männer hat, die eine Frau beschützen können. Marty lässt sich daher von Lorraine zu einem Ball einladen, plant allerdings, sie dort zu verärgern und George damit eine Möglichkeit zu bieten, Lorraine zu beeindrucken. Es gelingt Marty jedoch nicht, sie zu verärgern, stattdessen wird Lorraine von Biff belästigt. George schlägt Biff nieder, worauf sich Lorraine wie erhofft in George verliebt. Auf dem Ball küssen sich die beiden, womit Martys Existenz gerettet ist.

Marty übergibt Brown einen verschlossenen Brief, der ihn vor seiner bevorstehenden Ermordung warnen soll. Brown weigert sich, den Brief zu lesen und zerreißt ihn. Dann leitet er den Blitz im richtigen Moment in die Zeitmaschine um und ermöglicht Marty damit, in das Jahr 1985 zurückzukehren.

Zurück in der Gegenwart, stellt Marty fest, dass sein Vater George ein selbstbewusster und erfolgreicher Buchautor geworden ist, Dr. Brown den warnenden Brief doch gelesen hat und daher seinen Tod verhindern konnte, indem er eine kugelsichere Weste anzog. Brown reist in der Zwischenzeit 30 Jahre in die Zukunft, um dort neue Erkenntnisse über die Menschheit zu erlangen. Nachdem er von dort zurückgekehrt ist, nimmt er Marty und dessen Freundin Jennifer mit in die Zukunft, da er angibt, dass dort etwas mit ihren Kindern nicht stimme.

Hintergrund

Zurück in die Zukunft wurde in Zusammenarbeit von Universal Pictures und Amblin Entertainment produziert. Die Produktion des Films begann am 26. November 1984 und endete am 20. April 1985. Daher standen nur neun Wochen für die Nachproduktion zur Verfügung. Insgesamt beliefen sich die Kosten der Dreharbeiten auf 19 Millionen Dollar.[1]

Drehbuch

Die Arbeiten am Drehbuch begannen bereits im September des Jahres 1980, Robert Zemeckis und Bob Gale waren daran gleichermaßen beteiligt. Die Idee dafür lag Bob Gale zufolge allerdings schon länger vor. Als Inspiration für den Entwurf des Drehbuches habe ihm die Frage gedient, wie es wohl wäre, in die Vergangenheit zu reisen und dort zu prüfen, wie seine Eltern als Jugendliche waren.[3] Gale hatte im High-School-Jahrbuch seines Vaters geblättert und festgestellt, dass dieser damals stellvertretender Klassensprecher gewesen war. Er fragte sich, ob er mit ihm damals hätte befreundet sein können und verneinte diese Frage für sich.[4]

Ursprünglich wurde das Drehbuch für Columbia Pictures entworfen, später jedoch von diesem und anderen Studios zunächst abgelehnt. Amerikanische Jugendfilme wie Ich glaub’, ich steh’ im Wald enthielten zu dieser Zeit als zentrale Elemente oft Alkohol, Drogen oder Sex, was bei vielen Studios als Garant für kommerziellen Erfolg galt. Daher bemängelten die Verantwortlichen vieler Studios das Fehlen jener Elemente. Lediglich die Walt Disney Company war der Meinung, der Film sei für ihre üblichen Zielgruppen zu obszön, was sie vor allem daran festmachten, dass sich im Film eine Mutter in ihren Sohn verliebt.[5]

Steven Spielberg erklärte sich als einziger bereit, das Drehbuch zu produzieren. Zemeckis ließ das Projekt allerdings vorerst fallen, da er aufgrund der Tatsache, dass seine vorausgegangenen Filmkomödien I Wanna Hold Your Hand und Mit einem Bein im Kittchen, die beide von Spielberg produziert worden waren, eher wenig Erfolg hatten, befürchtete, ein abermalig erfolgloser Film könnte ihn als Regisseur diskreditieren und ihn so um potenzielle Anstellungen bringen. Nachdem sein Film Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten, für den er von Michael Douglas engagiert worden war, relativ erfolgreich war, zeigten einige Studios nun Interesse an dem Drehbuch zu Zurück in die Zukunft, und Zemeckis beschloss, den Film nun doch zu realisieren. Als Produzent sollte Steven Spielberg fungieren, da dieser das Drehbuch schon früher befürwortet hatte.[5]

Bevor das Drehbuch verwirklicht wurde, nahm Sid Sheinberg, der Vorsitzende von Universal Pictures, noch einige Änderungen an Details vor. Beispielsweise änderte er den Namen von Martys Mutter von Eileen zu Lorraine und benannte sie damit nach seiner Frau. Auf besonders wenig Zustimmung stieß sein Versuch, den Titel in „Spaceman From Pluto“ (Der Raumfahrer vom Pluto) zu ändern.[6]

Die größte Schwierigkeit bereitete Gale und Zemeckis bei der Drehbucherstellung der ödipale Aspekt des Films. Die beginnende Affäre zwischen Marty und seiner Mutter musste aufgelöst werden, ohne grotesk auszusehen. Zemeckis erinnert sich: „Wir waren in einer Sackgasse, weil wir dachten, dass Marty die ödipale Geschichte beenden muss, weil er ja weiß, dass sie seine Mutter ist.(...) Dann kam die große Inspiration: Es war die Mutter, die es beenden würde. Irgendetwas Kosmisches passiert, weil sie ihren eigenen Sohn küsst und es sich einfach nicht richtig anfühlt. Das war die perfekte Lösung.“[7]

Bis kurz vor Drehbeginn sah das Drehbuch vor, dass der Höhepunkt des Films auf einem Atomtestgelände stattfinden sollte, wo die Zeitmaschine durch die Zündung einer Atombombe die Energie für die Zeitreise zugeführt bekommen sollte.[8] Wegen finanzieller Schwierigkeiten verwarfen sie diesen Gedanken allerdings und entwickelten die Idee, dass die Energie von einem Blitz zugeführt werden sollte.[6]

Trotz des offenen Endes war nach der Fertigstellung des Films offiziell keine Fortsetzung geplant. Erst nach dem großen kommerziellen Erfolg, den der Film mit sich brachte, begannen Bob Gale und Robert Zemeckis mit der Entwicklung der beiden Fortsetzungen.[6]

Besetzung

Für einige Charaktere fand Zemeckis recht schnell Schauspieler, die seiner Meinung nach in die Rollen passten. Crispin Glover, der den George McFly spielte, und Lea Thompson, die die Lorraine Baines spielte, erhielten so schon eine Zusage, nachdem sie nur wenige Male vorgesprochen hatten. Glover und Thompson, die beide etwa zwanzig Jahre alt waren, übernahmen auch die Rollen ihrer älter gewordenen Charaktere aus dem Jahr 1985, was damals noch unüblich war. Die beiden mussten daher für einige Szenen zeitaufwändig mit Make-Up und Kostümen auf ein höheres Alter getrimmt werden.[6]

Auch Christopher Lloyd wurde für die Rolle des Doctor Brown schon nach kurzer Zeit verpflichtet. Bei der Darstellung seiner Rolle ließ er sich eigenen Aussagen zufolge von dem Dirigenten Leopold Stokowski inspirieren, was sich vornehmlich in seiner überschwänglichen Gestik widerspiegelt. Weitere Inspirationen habe ihm Albert Einstein geliefert.[6]

Für andere Charaktere gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Schauspieler jedoch weitaus schwieriger. Die Suche nach einem Hauptdarsteller blieb beispielsweise zuerst weitgehend erfolglos, weshalb man auch den Starttermin der Dreharbeiten auf ein späteres Datum verlegen musste. Michael J. Fox war zwar Zemeckis’ Wunschkandidat für die Rolle des Marty McFly, konnte jedoch nicht engagiert werden, da er zu dieser Zeit an der Serie Familienbande arbeitete. Später kristallisierten sich die Bewerber Eric Stoltz und Christopher Thomas Howell heraus. Stoltz übernahm schließlich die Rolle. Bereits nach einigen Wochen stellte Zemeckis jedoch fest, dass Stoltz nicht die Art von Humor verkörperte, die er sich von dem Charakter Marty McFlys erhofft hatte.[9] Daher wandte er sich erneut an Fox, der sich nun bereit erklärte, parallel zu seinen Dreharbeiten an Familienbande auch für Zurück in die Zukunft zu drehen. Umstritten ist, ob Zurück in die Zukunft Szenen verwendet, in denen Marty noch von Stoltz gespielt wird. Fox war nun täglich bis zu 20 Stunden mit seiner Arbeit als Schauspieler beschäftigt. Werktags fanden die Dreharbeiten für die Nachtszenen statt, am Wochenende konnten die Tagszenen gedreht werden.[5]

Die Besetzung von Michael J. Fox brachte es mit sich, dass auch die für die Rolle von Marty McFlys Freundin Jennifer ursprünglich vorgesehene Melora Hardin durch Claudia Wells ersetzt wurde, da Hardin den kleineren Fox zu sehr überragt hätte, was nach Meinung der Produzenten auf der Leinwand komisch gewirkt hätte.

Der Schauspieler, der Marty McFly spielen sollte, musste für den Film das Skateboardfahren lernen, daher suchte Bob Gale am Venice Beach in Los Angeles zwei Skateboard fahrende Jugendliche und engagierte diese als Lehrer. Es stellte sich heraus, dass einer der beiden der schwedische Skateboarder Per Welinder war. Der andere Jugendliche wurde als Stunt-Double für Eric Stoltz eingestellt, später jedoch gegen ein kleineres Stunt-Double ersetzt, da auch der neue Darsteller Michael J. Fox kleiner war.

Product Placement

Im Vorfeld zur Produktion des Films wurden zahlreiche Product Placement-Verträge abgeschlossen, die dem Studio zusätzliche Einnahmen sichern sollten. So wird Marty beispielsweise in der amerikanischen und deutschen Fassung im Jahr 1955 von seiner Mutter nach der amerikanischen Modefirma Calvin Klein genannt, da sie diesen Namen auf seiner Unterhose gelesen hatte. Des Weiteren wurden Verträge mit den Firmen Burger King, Pepsi und Toyota abgeschlossen.

Dabei versuchte man darauf zu achten, dass sich die Firmen auch ins Drehbuch einbauen ließen. So hatte Shell mehr als Texaco zahlen wollen, falls man eine ihrer Tankstellen zeigte. Da sich die Texaco-Tankstellen seit den 1950er-Jahren stärker verändert hatten und sie sich daher besser in die Handlung einfügen ließen, zog man einen Vertrag mit Texaco vor. Der Verbund California Raisin hatte ursprünglich 50.000 Dollar gezahlt, damit Marty während des Films ihre Rosinen isst. Da sich dies allerdings nicht ins Drehbuch einbauen ließ, musste man das Geld zurückzahlen.[6]

Drehorte

Zemeckis hatte vor, den Film im Vorort einer größeren Stadt zu drehen. Da man jedoch von keiner Stadt eine Genehmigung erhielt, um mehrfach Stadtfassaden nach ihren Wünschen abzuändern, entschied man sich letztendlich für das Gelände der Universal Studios. Hauptdrehort war nun der sogenannte Courthouse Square.[3] , der bereits für Dreharbeiten verwendet worden, so zum Beispiel für Gremlins – Kleine Monster. Um ihn an das Drehbuch anzupassen, musste man ihn geringfügig verändern. Beispielsweise wurde an das dort befindliche Gebäude die Uhr, in die zu einem späteren Zeitpunkt der Blitz einschlagen sollte, angebaut. Sie befand sich noch bis 2003 an dieser Stelle und zeigte sogar noch die Uhrzeit 22:04 an - dem Zeitpunkt, zu dem der Blitz im Film in die Uhr einschlägt. Seit 2003 wird die Fassade des Gebäudes von einer neuen Front verdeckt, so dass weder die bekannten Säulen, noch die Uhr zu sehen sind. Das Gelände ist seitdem der Schauplatz zur Serie Ghost Whisperer.

Soweit nicht durch Dreharbeiten besetzt, war der Platz noch ein fester Teil der Studio-Tour. Dabei waren auch die beiden Mauerstücke vom Tor der Lyon Estates zu sehen. Anfang Juni 2008 brach auf dem Gelände ein Großbrand aus, wobei laut offiziellen Angaben das Set mit dem Gerichtsgebäude und der Rathausuhr zerstört wurde.[10]. Dabei handelte es sich allerdings um eine Falschmeldung. Das Gerichtsgebäude, sowie die angrenzende Main Street blieben bei dem Feuer fast unbeschädigt. [11]

Für einige weitere Szenen wurden jedoch Drehorte benötigt, die sich außerhalb des Geländes von Universal Studios befanden. So wurde außerdem in Pasadena, Burbank, Arleta sowie Whittier gefilmt.

Musik

Die Filmmusik wurde von Alan Silvestri komponiert. Das Orchester bestand aus 98 Personen, 1985 stellte dies das größte Orchester dar, welches Universal je für einen Film zusammengestellt hat.[3]

Die Musik wird neben dem Film auch in verschiedenen Universal Studios-Themenparks in der Attraktion Back to the Future: The Ride, sowie als Hintergrundmusik an verschiedenen Orten der Parks verwendet.

Der Soundtrack enthält 10 Lieder. Darunter Songs der Künstler Eric Clapton, Etta James, sowie zwei Songs, Power of Love und Back in Time, des US-amerikanischen Popmusikers Huey Lewis. Dieser übernahm auch die Rolle des Jury-Mitglieds, das zu Beginn des Films Martys Band, die ihre eigene Fassung des Songs Power of Love spielen, aufgrund ihrer Lautstärke abweist.[3] Mr. Sandman von den Four Aces und The Ballad of Davy Crockett von Fess Parker werden zwar in jeweils einer Szene im Film verwendet, sind jedoch nicht im Soundtrack enthalten.

Die Zeitmaschine

Die Zeitmaschine wurde in verschiedensten Variationen entworfen und häufig abgeändert. Zuerst entwarf man sie in Gestalt einer Laser-Vorrichtung, die in einem Zimmer aufgebaut sein sollte. Anschließend entwarf man einen begehbaren Kühlschrank, der als Zeitmaschine dienen sollte. Da die Verantwortlichen allerdings befürchteten, Kinder könnten dies als Ansporn nutzen, um sich in Kühlschränke einzuschließen, verwarfen sie diese Idee.[5]

Schließlich entschied man sich, die Zeitmaschine mobil zu gestalten, was den Entwicklern zufolge logisch sei, da sie so stets mitgenommen werden konnte, womit eine Rückkehr erleichtert würde. Daher legte man fest, dass die Zeitmaschine in einen De Lorean DMC-12 eingebaut werden sollte. Ein Grund dafür sei der Witz gewesen, dass ein De Lorean von den Dorfbewohnern für ein außerirdisches Raumschiff gehalten würde, wenn er in der Vergangenheit ankäme.

Von ILM, die Zemeckis mit der Verwirklichung der Spezialeffekte beauftragt hatte, erhielt er verschiedene Entwürfe, wie das sogenannte Raum-Zeit-Kontinuum, das den Übergang von einer Zeit in eine andere räumlich darstellen sollte, aussehen könnte. Da er jedoch mit keinem dieser Entwürfe zufrieden war, entschied er sich dafür, den zeitlichen Übergang nüchtern und ohne derartige Effekte darzustellen. Zemeckis wollte sich so darauf konzentrieren, das Zeitreisen technisch glaubwürdig darzustellen. Zu diesem Zweck arbeiteten er und Gale den „Fluxkompensator“ (im Original flux capacitor, also eigentlich „Flusskondensator“) in das Drehbuch ein. Diese Erfindung Doc Browns sollte das Zeitreisen möglich erscheinen lassen. In Bezug auf die Funktionsweise der Zeitmaschine ließen sich die Drehbuchautoren von H. G. Wells' Die Zeitmaschine inspirieren. So entschieden sie sich dafür, dass die Zeitmaschine nicht gleichzeitig durch Zeit und Raum reisen können sollte, da ihnen dies unmöglich erschien.[6]

Während der Dreharbeiten wurden drei Fahrzeuge verwendet. Eines wurde mit einem Porsche-Motor modifiziert und für Außenszenen, in denen ein fahrendes Auto benötigt wurde, verwendet. Ein anderes hatte einen erweiterten Innenraum für Szenen, in denen der De Lorean betreten oder verlassen wurde. Das dritte Fahrzeug war aufgesägt worden, damit man mit der Kamera im Innenraum filmen konnte. Es besaß keine äußerlichen Ausstattungen und wurde lediglich für Szenen innerhalb des De Loreans verwendet.

Um den jeweiligen Fahrzeugen das Aussehen einer Zeitmaschine zu verleihen und den Filmfiguren ein interessantes Fahrzeug für die Zeitreisen zu schaffen, baute man neben Flugzeugteilen diverse Dinge, die man im Abfall oder in üblichen Elektronikläden fand, an. Darunter waren zahlreiche Beleuchtungseffekte und Stromkreise, die zu den geeigneten Zeitpunkten der Handlung an- und ausgehen sollten.[3]

Nach der Veröffentlichung des Films dankte John De Lorean Zemeckis für die Verwendung des von ihm entworfenen Autos und dafür, dass Zemeckis angeblich seine Träume am Leben erhalten habe. Weiter bot er an, die Mitarbeiter, die die Zeitmaschine entworfen hatten, als Designer einzustellen.[6] Einer der De Loreans wurde mittlerweile von einem Fan erworben, der Wagen ist fahrtüchtig und in Kalifornien zugelassen.

Rezeption

Nach Testvorführungen des fertigen Films wurden etwa sechs Minuten Filmmaterial wieder herausgeschnitten. Es handelte sich dabei um übererklärte Szenen, die nichts zum Fortgang der Handlung beitrugen und das Filmtempo verlangsamt hätten.[12] Zurück in die Zukunft lief ab dem 3. Juli 1985 in amerikanischen und ab dem 3. Oktober selbigen Jahres in westdeutschen Kinos. In neun Monaten, in denen er im Kino zu sehen war, spielte er an den amerikanischen Kassen etwa 210,6 Millionen Dollar ein. Zusätzlich wurden weltweit 170,5 Millionen Dollar eingenommen, was letztlich eine Gesamtsumme von 381,1 Millionen Dollar ergibt.[1] In Deutschland wurde der Film von etwa 5 Millionen Kinobesuchern gesehen.[13]

In Deutschland war der Film ab dem 1. Dezember 1986 auf VHS erhältlich, als Verweis auf die kommende Fortsetzung wurde am Ende des Films erstmals der Schriftzug „Fortsetzung folgt ...“ eingefügt. Die erste Ausstrahlung im deutschen Fernsehen fand am 26. März 1989 auf ARD statt.[14] Seit dem 26. September 2002 kann Zurück in die Zukunft auf DVD erworben werden. Am 20. Oktober 2005 erschien in Deutschland zusätzlich ein Set, in dem alle Teile der Trilogie und eine DVD mit Zusatzmaterial enthalten sind. Bei allen Neuveröffentlichungen des Films entschieden sich Gale und Zemeckis bewusst gegen Überarbeitungen des Films, die durch technische Neuerungen möglich geworden waren, wie zum Beispiel das Entfernen einiger Filmfehler oder das Hinzufügen digitaler Effekte, da sie dies für unangebracht hielten. Einzig in der englischen Fassung wurden einige wenige Dolby Surround-Effekte hinzugefügt, in anderssprachigen Fassungen behielt man die ursprüngliche Version bei. Zudem wurde für die Neuveröffentlichungen der Schriftzug „Fortsetzung folgt...“ wieder entfernt.[6]

Außerdem erschienen noch weitere Projekte, die sich den Film beziehungsweise die komplette Trilogie zum Thema machten. Zum Beispiel ließ CBS die Zeichentrickserie Zurück in die Zukunft (Originaltitel: Back to the Future: The Animated Series) entwickeln, die an die Geschehnisse des dritten Teils anknüpfte. Harvey Comics veröffentlichte eine Reihe von Comics, deren Handlung sich indirekt auf den Film bezog. Außerdem eröffneten im Mai 1991 in den Universal-Studios-Themenparks Attraktionen, die auf dem Film basieren. Im Weiteren erschien das Videospiel Back to the Future für das NES und Commodore 64.

Wie alle Teile der Trilogie war Zurück in die Zukunft sowohl in Deutschland als auch in den USA recht populär. Tatsächlich zitierte der damalige US-Präsident Ronald Reagan 1986 in der State of the Union Address einen Satz aus dem Film, als er sagte „Where we're going, we don't need roads.“ (Wo wir hinfahren, brauchen wir keine Straßen.).[15] Der Film Teen Wolf, der im selben Jahr erschien und in welchem Fox ebenfalls als Hauptdarsteller fungierte, versuchte an den Erfolg von Zurück in die Zukunft anzuknüpfen, indem er sich in seiner Werbekampagne auf diesen bezog. In der italienischen Fassung von Teen Wolf wurde sogar der Name von Fox’ Charakter von Scott in Marty abgeändert.[16]

Kritik

Im Allgemeinen wurde Zurück in die Zukunft von der Kritik äußerst positiv aufgenommen. Negative Kritiken, wie die Ken Hankes im Mountain Xpress, in welcher er den Film als zu selbstverliebt benennt[17], oder die John Hartls auf film.com, in welcher er behauptet, der Film sei so damit beschäftigt, clever zu sein, dass er an seiner eigenen Genialität scheitere, waren eher die Ausnahme.[17] Aber auch Norbert Stresau kritisierte in der Science Fiction Times, „Solche Kinospektakel leben von ihrer Dichte, den mit Informationen, Anspielungen und Querverweisen vollgepackten Bildern und Dialogen, die man auf den ersten Blick gar nicht vollständig aufnehmen kann.“[18] Das Lexikon des internationalen Films beschreibt Zurück in die Zukunft dagegen als „weitgehend amüsante Mischung aus Science-Fiction und romantischer Komödie; in der ‚Rückblende‘ mit einer Reihe gelungener Einfälle, an der nicht nur jugendliche Zuschauer ihren Spaß haben.“[19] Kevin N. Laforest schreibt im Montreal Film Journal, dass der Film gegen Zemeckis’ späteres Meisterwerk Forrest Gump zwar ambitionslos wirke, auf seine Weise jedoch ebenso überzeugend sei.[20]

Pauline Kael kritisiert am 29. Juli 1985 im New Yorker die in ihren Augen reaktionäre Geisteshaltung von Zemeckis und Gale: „Steven Spielberg sagt, Zurück in die Zukunft sei die großartigste Episode von Erwachsen müßte man sein, die je produziert wurde. Das ist das Problem daran: Wenn ich ins Kino gehe, möchte ich keine verherrlichte Episode von ‚Erwachsen müßte man sein‘ sehen. (...) Der Film entspringt der Vorstellung von Zemeckis und Gale, mittelmäßig (das heißt, erfolgreich) werden zu müssen.(...) Diese Geisteshaltung ist verkrampft und gewöhnlich. (...) Die Vorstellung des Films bezüglich dem, was Glücklichsein in den 1980ern bedeutet, (...) sollte eigentlich ein satirischer Witz sein, ist sie aber nicht.“[21]

Carrie Rickie fühlt sich in der Kritik vom 3. Juli 1985 im Boston Herald enttäuscht von der glatten Ausführung des Films ohne Ecken und Kanten, trotz des ungewöhnlichen Themas: „Was mich am meisten (...) deprimiert ist, wie (...) Zemeckis alles, was frisch und exzentrisch an Terminator, Repoman und Buckaroo Banzai war, genommen und es für ein Mainstream-Publikum in Sirup verpackt hat.“[22]

In seinem filmtheoretischen Buch Film verstehen sieht James Monaco in den 80er Jahren das „heraufdämmernde digitale Zeitalter des ‚Morphing‘[…], in dem keinem Bild – wie authentisch es auch erscheint – mehr zu trauen ist“ angekündigt, und bescheinigt Zurück in die Zukunft eine „erfrischende postmoderne Sensibilität“. Derartige Filme muten an wie phantastisch ausstaffierte Vergnügungsparks, und Zemeckis spiele bei der Begründung der „zeitgenössischen Kino-Mythologie“ neben Spielberg und Lucas durchaus eine Rolle, so schreibt Monaco.[23]

Über den Humor des Films fanden die Kritiker weitgehend positive Worte. Der deutsche Kritiker Andreas C. Lazar schreibt dazu: „alles [ist] dermaßen leicht, charmant und witzig präsentiert, daß auch der schlechtgelaunteste Misanthrop sich ein Lächeln nicht verkneifen kann.“[24] Gary Panton hob hierzu besonders die Running Gags bezüglich Martys Heimatstadt, die sich über die 30 Jahre im Film verändere, hervor.[25] Stefan Michalzik war speziell von dem Humor der Szenen, die in der Vergangenheit spielen, begeistert, er schrieb in Die Andere Zeitung: „Besonders die Szenen in der Vergangenheit strotzen von komödiantischen Einfällen, die Lachkaskaden garantieren.[18] Sönke Krüger schreibt dagegen, der Reiz des Streifens liege vor allem in seiner originellen Handlung und seinem herzhaften Humor, der sich aus der Gegenüberstellung von Mief und Idyll der 50er Jahre mit Hektik und Modernität der 80er ergäbe.[26]

Auch die Leistungen der Darsteller wurden von der Kritik geschätzt. Lazar schreibt, Fox habe während der Dreharbeiten sein Bestes gegeben, und auch Lloyd spiele die Rolle des zerstreuten Professors genial.[24] Gary Panton meint, Michael J. Fox und Christopher Lloyd seien nie besser gewesen als in Zurück in die Zukunft. Besonders Lloyd stehle jedoch Fox mit seiner glaubwürdigen und passionierten Darstellung des Doc Brown die Show.[25] Kevin N. Laforest ist der Meinung, Fox habe hier die Rolle gespielt, die auch seine späteren Rollen maßgeblich beeinflusst habe.[20]

Die Idee, die Zeitmaschine in Form eines De Loreans zu präsentieren, wurde von den Kritiker als besonders ausgefallen gelobt. So schreibt Roger Ebert in der Chicago Sun-Times, in der langen Geschichte der Zeitreise-Filme habe es nie eine Zeitmaschine gegeben, die Browns De Lorean geglichen habe.[27] Lazar war ebenfalls angetan von dieser Idee: „Im unverwechselbaren Achtziger-Chic (…) stiehlt Docs DeLorean Marty fast die Show. Aber nur fast, denn der Film ist so gut, dass der schön designte und ausgestattete Wagen nur eine Perle unter vielen ist.“[24] Für Kevin N. Laforest war die Idee eines plutoniumbetriebenen De Loreans Beweis für die erstaunlich detaillierten Ideen, welche der Film ihm zufolge darbietet.[20]

J.Hoberman nimmt sich in seiner Kritik in der Village Voice den ödipalen Aspekt zum Thema und rezensiert etwas ironisch, der Film sei „die größte psychoanalytische Heilmethode, die je erfunden wurde(...). Marty ist ein amerikanischer Ödipus, der lernt, das Verlangen nach seiner Mutter zu besiegen (...) und das Amt des Vaters anzutreten. Seine Belohnung: ein verbesserter Lebensstandard für die ganze Familie plus eine Frau.“[28]

Auszeichnungen

Zurück in die Zukunft erhielt bei der Oscarverleihung des Jahres 1986 den Oscar für den besten Tonschnitt. Nominiert war der Film außerdem in drei weiteren Kategorien, darunter unter anderem für den besten Filmsong. Diesen Oscar erhielt in diesem Jahr allerdings Lionel Richie für den Film White Nights – Nacht der Entscheidung. In der Kategorie Bester Ton musste man sich den Verantwortlichen des Films Jenseits von Afrika geschlagen geben und in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch denen des Films Der einzige Zeuge.

Bei den Golden Globe Awards ging man trotz Nominierungen in den Kategorien Bester Film, Bester Filmsong und Bestes Filmdrehbuch leer aus. Außerdem war Michael J. Fox in der Kategorie Bester Hauptdarsteller in einer Komödie oder einem Musical nominiert gewesen, die Trophäe ging allerdings an Jack Nicholson für den Film Die Ehre der Prizzis.

1986 gewann Michael J. Fox den Saturn Award in der Kategorie Bester Hauptdarsteller. Der Film wurde außerdem als Bester Science-Fiction-Film, sowie für die Besten Spezialeffekte ausgezeichnet. Ferner war er in den Kategorien Bestes Kostüm, Beste Regie, Beste Musik und Bester Nebendarsteller (Crispin Glover und Christopher Lloyd), sowie Beste Nebendarstellerin (Lea Thompson) nominiert gewesen.

Bei den BAFTA Awards wurde Zurück in die Zukunft in fünf Kategorien für einen Preis vorgeschlagen, ging jedoch letztlich leer aus.

In Deutschland erhielt er 1985 den Jupiter in der Kategorie Bester Film und 1986 zudem die Goldene Leinwand.

Im Jahr 2007 wurde der Film in das National Film Registry aufgenommen.

Sonstiges

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b c http://www.boxofficemojo.com/movies/?id=backtothefuture.htm Einspielergebnisse von Zurück in die Zukunft
  2. Erfolgreichste Filme des Jahres 1985 und deren Einspielergebnisse in der IMDB
  3. a b c d e Making Of: Back to the Future; DVD Zurück in die Zukunft (Collector's Set, 4 DVDs)
  4. Kagan: S.67
  5. a b c d Das Entstehen der Trilogie: Kapitel 1; DVD Zurück in die Zukunft (Collector's Set, 4 DVDs)
  6. a b c d e f g h i Fragen und Antworten mit Regisseur Robert Zemeckis und Produzent Bob Gale; aufgenommen in der University of Southern California, veröffentlicht auf Zurück in die Zukunft (Collector's Set, 4 DVDs)
  7. zitiert in: Kagan: S.69f
  8. Kagan: S.67
  9. Kagan: S.70
  10. vgl. Feuer zerstört berühmtes Filmset und Video-Archiv bei spiegel.de (aufgerufen am 2. Juni 2008)
  11. vgl. Update: Fire Spares Back the (Return to) the Future Clock Tower bei www.slashfilm.com (aufgerufen am 2. Juni 2008)
  12. Kagan: S.71
  13. http://www.filmstarts.de/kritiken/Zur%FCck%20in%20die%20Zukunft.html
  14. http://www.ofdb.de/view.php?page=fassung&fid=1951&vid=149565 Erstausstrahlung Zurück in die Zukunft
  15. http://www.c-span.org/executive/transcript.asp?cat=current_event&code=bush_admin&year=1986 State of the Union Address, 4. Februar 1986
  16. http://www.imdb.com/title/tt0090142/trivia Trivia zu Teen Wolf in der IMDB
  17. a b http://www.rottentomatoes.com/m/back_to_the_future/ Zitate einiger Kritiker auf rottentomatoes.com
  18. a b Ronald M. Hahn/Volker Jansen : Lexikon des Science-Fiction-Films, Band 2, S. 1047
  19. Lexikon des internationalen Films, Band 3, S. 3698
  20. a b c http://www.montrealfilmjournal.com/review.asp?R=R0000042 Laforest auf montrealfilmjournal.com
  21. zitiert in: Kagan S.83f
  22. zitiert in: Kagan S.84f
  23. James Monaco : Film verstehen, S. 384 f.
  24. a b c http://www.filmzentrale.com/rezis/zurueckindiezukunft.htm Lazar auf filmzentrale.com
  25. a b http://www.movie-gazette.com/cinereviews/10 Gary Panton auf movie-gazette.com
  26. Das große Film-Lexikon : alle Top-Filme von A - Z, Band VI, S. 3277
  27. http://rogerebert.suntimes.com/apps/pbcs.dll/article?AID=/19850703/REVIEWS/507030301/1023 Roger Eberts Artikel in der Chicago Sun Times
  28. zitiert in: Kagan S.83
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