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Protokollarische Rangordnung

Eine protokollarische Rangordnung (auch Vortritt oder Präzedenz) ist eine Liste, die verschiedene Personen – hauptsächlich die Träger hoher Staatsämter – ihrer nominellen Bedeutung nach ordnet.

In jedem Staat und auch im diplomatischen Protokoll gibt es eine offizielle oder inoffizielle protokollarische Rangordnung. Heutzutage dient sie vor allem zeremoniellen Zwecken – wer bei Reden zuerst anzusprechen ist, wer bei Staatsbanketten wo sitzt und so weiter.

Die protokollarische Rangordnung entspricht nicht notwendigerweise der tatsächlichen politischen Bedeutung der auf ihr aufgeführten Ämter oder Personen. Sie hat in der Regel keine eigenständige politische Bedeutung.

In Monarchien ist die Präzedenz meist sehr genau durch den Hof geregelt und jedes Amt in einer Hofrangliste im Hofkalender veröffentlicht; Republiken behandeln den protokollarischen Vorrang dagegen wesentlich flexibler.

Inhaltsverzeichnis

Protokollarische Rangordnung im diplomatischen Protokoll

Die Diplomatie kennt z. B. folgende Präzedenzregeln:

Die Rangordnung unter Diplomaten ist im Wiener Übereinkommen vom 18. April 1961 über diplomatische Beziehungen festgelegt.

Protokollarische Rangordnung in einzelnen Staaten

Deutschland

Die protokollarische Rangfolge der Bundesrepublik Deutschland ist nicht offiziell festgelegt. Es gibt einige Kriterien für die protokollarische Rangfolge demokratischer Staaten:

Einigkeit besteht aber insofern, als der Bundespräsident als Staatsoberhaupt an erster Stelle steht. Art. 57 GG bestimmt den Präsidenten des Bundesrates zwar zum Vertreter des Bundespräsidenten in dessem Verhinderungsfalle, dies hat aber keinen Einfluss auf die protokollarische Rangfolge (siehe die Website des Innenministeriums), danach gilt folgende Reihenfolge im Bundesbereich:

  1. Der Bundespräsident (Horst Köhler);
  2. Souveräne Staatsoberhäupter fremder Staaten (einschließlich Mitglieder regierender kaiserlicher, königlicher und fürstlicher Häuser bzw. Päpstliche Legaten, wenn sie diese offiziell vertreten)
  3. Der Gastgeber
  4. Der Ehrengast
  5. Regierungschefs ausländischer Staaten
  6. Der Bundeskanzler (bei außenpolitischen Anlässen)
  7. Der Präsident des Europäischen Parlaments
  8. Präsidenten der ersten Kammer ausländischer Parlamente
  9. Der Präsident des Deutschen Bundestages bei innerstaatlichen Anlässen, bei außenpolitischen Anlässen rangiert der Bundeskanzler vor dem Bundestagspräsidenten (Norbert Lammert);
  10. Präsidenten der zweiten Kammer ausländischer Parlamente
  11. Bundeskanzler bei innerstaatlichen Anlässen(Angela Merkel);
  12. Der Präsident des Bundesrates (Im Falle der Vertretung des Staatsoberhauptes rückt er an Platz 1) (Ole von Beust);
  13. Präsidenten ausländischer Verfassungsgerichte oder vergleichbarer Gerichte
  14. Präsident des Bundesverfassungsgerichts (Hans-Jürgen Papier).
  15. Der Apostolische Nuntius als Doyen des Diplomatischen Korps
  16. Die Chefs ausländischer diplomatischer Missionen in Deutschland im Range eines außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafters (nach dem Datum ihrer Akkreditierung)
  17. Der Bundesminister des Auswärtigen, sofern ausländische Ehrengäste, Diplomaten oder Regierungsvertreter anwesend sind
  18. Stellvertretende Regierungschefs ausländischer Staaten
  19. Ehemalige Bundespräsidenten
  20. Oberste Repräsentanten der beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland - gemäß Anciennität
  21. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen
  22. Der Präsident der Generalversammlung der Vereinten Nationen
  23. Der Präsident der Kommission der Europäischen Union
  24. Oberste Repräsentanten weiterer bedeutender Religionsgemeinschaften
  25. Hohe Repräsentanten globaler internationaler Regierungsorganisationen
  26. Hohe Repräsentanten regionaler inter- und supranationaler Regierungsorganisationen
  27. Hohe Repräsentanten großer globaler internationaler Regierungsorganisationen mit kulturellem, sozialen oder wirtschaftlichen Zielen und Aufgaben
  28. Ehemalige Bundeskanzler
  29. Ehemalige Präsidenten des Deutschen Bundestages
  30. Ehemalige Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes
  31. Gesandte als ständige Missionschefs
  32. Der Stellvertreter des Bundeskanzlers
  33. Mitglieder ausländischer Regierungen mit Portefeuille
  34. Bundesminister (in der veröffentlichen amtlichen Reihenfolge der Ressorts. In den Ländern rangieren sie bei Veranstaltungen, die keinen gesamtstaatlichen oder außenpolitischen Charakter haben nach den Regierungschefs der Länder)
  35. Regierungschefs ausländischer Teilgebiete mit eigener Staatlichkeit (z.B. US-amerikanische Gouverneure)
  36. Regierungschefs der Länder der Bundesrepublik Deutschland (Gemäß der Reihenfolge des Vorsitzes im Bundesrat. Sie rangieren, obwohl indirekt gewählt, vor den Präsidenten der Landesparlamente, da sie nicht nur Regierungschef ihres Landes sind, sondern auch die Funktion des Staatsoberhauptes wahrnehmen: Repräsentation nach außen, Begnadigungsrecht, Ordensrecht)
  37. Kardinäle
  38. Patriarchen
  39. Vizepräsidenten der Kommission der Europäischen Union
  40. Mitglieder der Kommission der Europäischen Union
  41. Vorsitzende der im Europäischen Parlament vertretenden Parteien
  42. Vorsitzende der im Deutschen Bundestag vertretenden Parteien
  43. Vorsitzende der Fraktionen und Gruppen des Europäischen Parlaments (gemäß Gruppenstärke)
  44. Vorsitzende der Fraktionen und Gruppen im Deutschen Bundestages (gemäß Fraktionsstärke)
  45. Vizepräsidenten des Europäischen Parlamentes
  46. Vizepräsidenten erster Kammern ausländischer Parlamente
  47. Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages
  48. Vizepräsidenten zweiter Kammern ausländischer Parlamente
  49. Vizepräsidenten des Bundesrates
  50. Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichtes
  51. Präsidenten der gesetzgebenden Versammlungen ausländischer Teilgebiete mit eigener Staatlichkeit (z. B. von Schweizer Kantonen)
  52. Präsidenten der Landtage und Bürgerschaften
  53. Vorsitzender des Ausschusses der Regionen der Europäischen Union
  54. Vorsitzender des Wirtschafts- und Sozialausschusses der Europäischen Union
  55. Hohe regionale und nationale Repräsentanten der Religionsgemeinschaften
  56. Stellvertretende Regierungschefs der Länder
  57. Minister und Senatoren der Länder
  58. Präsident der Europäischen Zentralbank
  59. Repräsentanten von UN-Sonderorganisationen
  60. Stellvertretende Vorsitzende der im Europäischen Parlament vertretenen Parteien
  61. Stellvertretende Vorsitzende der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien
  62. Stellvertretende Vorsitzende der Gruppen im Europäischen Parlament
  63. Stellvertretende Vorsitzende der Fraktionen und Gruppen im Deutschen Bundestag
  64. Vorsitzende der Ausschüsse des Europäischen Parlaments
  65. Vorsitzende der Ausschüsse des Deutschen Bundestages
  66. Ehemalige Bundesminister
  67. Ehemalige Regierungschefs der Länder
  68. Der Präsident des Europäischen Rechnungshofes
  69. Der Präsident des Bundesrechnungshofes
  70. Leiter der Präsidialkanzleien bzw. Hofämter ausländischer Staatsoberhäupter
  71. Der Chef des Bundespräsidialamtes
  72. Leiter der Regierungskanzleien ausländischer Regierungschefs
  73. Der Chef des Bundeskanzleramtes, sofern kein Bundesminister
  74. Ausländische beigeordnete oder stellvertretende Minister
  75. Staatsminister des Bundes
  76. Parlamentarische Staatssekretäre des Bundes
  77. Ausländische Leiter von nationalen Ministerien
  78. Staatssekretäre des Bundes
  79. Staatssekretäre der Länder mit Kabinettsrang, Bevollmächtigte der Länder beim Bund
  80. Vorsitzende der großen bundesweiten Organisationen der Wissenschaft und Bildung, der Wirtschaft, der Kunst und Kultur, der Sozial- und Wohlfahrtspflege
  81. Präsidenten der Bundesgerichte
  82. Richter am Bundesverfassungsgericht
  83. Mitglieder des Europäischen Parlaments
  84. Mitglieder des Deutschen Bundestages
  85. Der Generalbundesanwalt
  86. Hohe Repräsentanten kommunaler Spitzenverbände
  87. Der Vorsitzende des Ständigen Militärausschusses der NATO
  88. Der Vorsitzende des Militärausschusses der EU
  89. Der Oberste Befehlshaber der Alliierten NATO-Streitkräfte in Europa
  90. Der Generalinspekteur der Deutschen Bundeswehr
  91. Präsidenten der Verfassungsgerichtshöfe der Länder
  92. Hohe Repräsentanten der Wohlfahrtsverbände und der Zentralverbände der Religionsgemeinschaften, sowie bedeutender gesellschaftlicher Organisationen
  93. Landesvorsitzende der in den Landesparlamenten vertretenen Parteien
  94. Vorsitzende der Fraktionen der Landesparlamente der Länder
  95. Der Generalsekretär beim Europäischen Parlament
  96. Der Direktor beim Deutschen Bundestag
  97. Der Direktor des Bundesrates
  98. Der Direktor beim Bundesverfassungsgericht
  99. Leiter der Staats- und Senatskanzleien der Länder
  100. Staatssekretäre der Länder
  101. Generäle, Admiräle
  102. Präsidenten der obersten Bundesbehörden (B 9)
  103. Ausländische außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister
  104. Generaldirektoren der EU und der VN
  105. Der Chef des Protokolls
  106. Ministerialdirektoren des Bundes, Bundesbankdirektoren
  107. Inspekteure der Teilstreitkräfte der Deutschen Bundeswehr
  108. Abgeordnete der deutschen Landesparlamente
  109. Ausländische Geschäftsträger
  110. Botschafter (deutsche), Generalleutnante, Vizeadmiräle, Generaloberstabsärzte, Admiraloberstabsärzte
  111. Präsidenten einer obersten Bundesbehörde (B 8)
  112. Der Inspekteur der Bundespolizei
  113. Direktoren der Landesparlamente
  114. Präsidenten der obersten Landesgerichte
  115. Generalstaatsanwälte
  116. Intendanten der bundesweiten Fernseh- und Rundfunkanstalten
  117. Regierungspräsidenten, Oberfinanzpräsidenten
  118. Diözesanbischöfe, Landesbischöfe, Landessuperintendenten, Kirchenpräsidenten, Kirchenpräses
  119. Oberbürgermeister der Landeshauptstädte und von Millionenstädten
  120. Oberbürgermeister von Großstädten, Regionspräsidenten
  121. Direktoren der EU Assistant Director General der VN
  122. Ministerialdirigenten des Bundes, Generalmajore, Konteradmirale, Generalstabsärzte, Admiralstabsärzte, Wehrbereichskommandeure
  123. Präsidenten einer Wehrbereichsverwaltung
  124. Vizepräsidenten oberster Bundesbehörden
  125. Ausländische Botschafter, die nicht in Deutschland akkreditiert sind
  126. Botschafter (deutsche)
  127. Universitätspräsidenten und -rektoren
  128. Brigadegeneräle, Flottillenadmirale, Generalärzte, Admiralärzte, Generalapotheker,
  129. Generaldirektoren von Bibliotheken, Museen, Orchestern und Theatern mit internationaler und besonderer nationaler Bedeutung
  130. Präsidenten der Landgerichte
  131. Ministerialdirigenten der Länder
  132. Universitätsvizepräsidenten und -vizerektoren
  133. Ausländische Botschaftsräte
  134. EU-Abteilungsleiter
  135. Leiter eines Ministerbüros, EU-Kabinettschef
  136. Ministerialräte des Bundes, Botschafter und Gesandte (deutsche), Leitende Ministerialräte der Länder, Inspekteure der Schutzpolizeien der Länder, Polizeipräsidenten von Landeshauptstädten und Megastädten
  137. Universitätskanzler
  138. Titularbischöfe (Weihbischöfe)
  139. Vizepräsidenten der Oberlandesgerichte
  140. Regierungsvizepräsidenten
  141. Generalvikare, Präsidenten der Landeskirchenämter
  142. Ministerialräte der Länder, Direktoren der Landesbereitschaftspolizeien, Direktoren der Landeskriminalämter, Polizeipräsidenten
  143. Domkapitualare, Offiziale (Gerichtsvikare), Äbte und Provinzialobere
  144. Präsidenten der Fachhochschulen
  145. Dekane der Universitätsfakultäten und -fachbereiche
  146. Vizepräsidenten der Landgerichte
  147. Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht
  148. Prodekane der Universitätsfakultäten
  149. Oberste, Kapitäne zur See, Oberstärzte, Flottenärzte, Oberstapotheker, Oberstveterinäre
  150. Universitätsprofessoren
  151. Richter am Oberlandesgericht, Vorsitzende Richter am Landgericht
  152. Bürgermeister von kreisfreien Städten, Landräte
  153. Ausländische Botschaftssekretäre 1. Klasse
  154. Leitende (Regierungs)direktoren, Vortragende Legationsräte 1. Klasse, Botschaftsräte 1. Klasse, Ehrenprälaten, Priore
  155. Bürgermeister
  156. Präsidenten und Direktoren am Amtsgericht
  157. EU-Hauptverwaltungsräte
  158. (Regierungs)direktoren, Vortragende Legationsräte, Botschaftsräte, Generalkonsuln, Oberstaatsanwälte, Oberstleutnante, Fregattenkapitäne, Oberfeldärzte, Flotillenärzte, Kapläne Seiner Heiligkeit, Pröpste
  159. Universitätsjuniorprofessoren, Universitätsdozenten, habilitierte Doktoren
  160. Ausländische Botschaftssekretäre 2. Klasse
  161. EU-Verwaltunsgräte
  162. (Oberregierungs)räte, Legationsräte I. Klasse, Konsuln I. Klasse, Oberstabsärzte, Dekane bzw. Dechanten, Superintendenten (Geistliche)
  163. Richter an Land- und Amtsgerichten
  164. Universitätsassistenten
  165. Doktoren
  166. Ausländische Botschaftssekretäre 3. Klasse
  167. EU-Verwaltungsräte
  168. (Regierungs)räte, Legationsräte, Konsuln, Staatsanwälte, Majore, Korvettenkapitäne, Stabsärzte, Pfarrer
  169. Magister, Kapläne, Vikare
  170. Amtsräte, Kanzler 1. Klasse, Legationssekretäre, Hauptleute, Kapitänleutnante
  171. Amtleute, Kanzler (Konsulat), Polizeihauptkommissare
  172. Oberinspektoren, Konsulatssekretäre, Polizeioberkommissare, Oberleutnante
  173. Inspektoren, Konsulatssekretäre, Polizeikommissare, Leutnante








Berücksichtigt man die politischen Verhältnisse, bekleidet der Bundeskanzler als Regierungschef mit Richtlinienkompetenz das mächtigste Amt im Staat.

Österreich

Die Republik Österreich verfügt über keine offizielle protokollarische Rangordnung. Es ist aber eine „inoffizielle protokollarische Rangfolge“ gebräuchlich. Das Referat für Protokoll, Veranstaltungen und Auszeichnungen des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung gibt sie wie folgt an:

  1. Bundespräsident (Heinz Fischer);
  2. Bundeskanzler (Alfred Gusenbauer);
  3. Präsident des Nationalrates (Barbara Prammer);
  4. Vizekanzler (Wilhelm Molterer);
  5. Bundesminister;
  6. Präsident des Bundesrates (Helmut Kritzinger);
  7. Landeshauptmänner;
  8. Präsidenten der Landtage;
  9. Landeshauptmannstellvertreter;
  10. Staatssekretäre;
  11. Landesräte;
  12. Bürgermeister der Landeshauptstädte;
  13. Vizebürgermeister der Landeshauptstädte;
  14. Stadträte der Landeshauptstädte;
  15. Nationalräte;
  16. Bundesräte;
  17. Abgeordnete zu den Landtagen;
  18. Bürgermeister von Städten;
  19. Stadträte von Städten;
  20. Bürgermeister;
  21. Vizebürgermeister / Gemeinderäte;

Schweiz

Die offizielle protokollarische Rangordnung der Schweizerischen Eidgenossenschaft ist durch das Protokollreglement und die Präzedenztabelle des Aussendepartementes bestimmt. Zu beachten ist, dass gemäß diesen Vorschriften nicht – wie verbreitet angenommen – der Nationalratspräsident, sondern der Bundespräsident das protokollarisch höchste Amt inne hat.

Der obere Teil der Liste lautet wie folgt. Die aufgeführten Präsidialämter rotieren traditionellerweise jährlich unter den Mitgliedern des entsprechenden Gremiums.

  1. Der Bundespräsident (2008: Pascal Couchepin);
  2. Der Vizepräsident des Bundesrates (2008: Hans-Rudolf Merz);
  3. Die anderen Mitglieder des Bundesrates in der Reihenfolge ihrer Wahl (2008: Moritz Leuenberger, Samuel Schmid, Micheline Calmy-Rey, Doris Leuthard, Eveline Widmer-Schlumpf) und gleichrangig, jedoch nach den Bundesräten, der General (das Amt ist nur im Kriegsfall besetzt);
  4. Der Nationalratspräsident (2007/2008: André Bugnon);
  5. Der Ständeratspräsident (2007/2008: Christoffel Brändli);
  6. Die Bundeskanzlerin (Corina Casanova);
  7. Der Bundesgerichtspräsident (Arthur Aeschlimann);
  8. Frühere Mitglieder des Bundesrates in der Reihenfolge ihrer Wahl (2008: Kurt Furgler, Pierre Aubert, Leon Schlumpf, Rudolf Friedrich, Alphons Egli, Otto Stich, Elisabeth Kopp, Flavio Cotti, Arnold Koller, Adolf Ogi, René Felber, Kaspar Villiger, Ruth Dreifuss, Ruth Metzler-Arnold, Joseph Deiss, Christoph Blocher);
  9. Die Regierungspräsidenten der Kantone in der verfassungsmäßigen Reihenfolge der Kantone sowie gleichrangig Kardinäle, der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds und Großrabbiner;
  10. Die 1. Vizepräsidentin und der 2. Vizepräsident des Nationalrates (2008: Chiara Simoneschi-Cortesi, Pascale Bruderer);
  11. Der 1. und 2. Vizepräsident des Ständerates (2008: Alain Berset, Erika Forster-Vannini);
  12. Der Bundesgerichtsvizepräsident (Susanne Leuzinger-Naef);
  13. Der Vizepräsident des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (dieses Gericht wurde per 1. Januar 2007 in das Bundesgericht überführt);
  14. Bischöfe;
  15. Staatssekretäre der Bundesverwaltung;
  16. Die Mitglieder des Nationalrates in der Reihenfolge ihrer Wahl;
  17. Die Mitglieder des Ständerates in der Reihenfolge ihrer Wahl;
  18. Die Richter am Bundesgericht;
  19. Gleichrangig: Schweizerische Missionschefs, Korpskommandanten und die obersten Führungspersonen der Nationalbank, SBB, Post und des ETH-Rates.

Das tatsächlich mächtigste Amt ist das der Mitglieder des Bundesrates als Regierungsmitglieder. (Staatsoberhaupt ist der Bundesrat als Gremium; der Bundespräsident ist kein Regierungschef, sondern ein primus inter pares).

Frankreich

Die protokollarische Rangordnung der Französischen Republik wird durch Verfügung des Präsidenten der Republik offiziell festgelegt (Décret n°89–655 du 13 septembre 1989).

  1. Der Präsident der Republik (Nicolas Sarkozy);
  2. Der Premierminister Frankreichs (François Fillon);
  3. Der Präsident des Senats (Christian Poncelet);
  4. Der Präsident der Nationalversammlung (Patrick Ollier);
  5. Frühere Präsidenten der Republik in Reihenfolge ihres Amtes (zurzeit Valéry Giscard d'Estaing und Jacques Chirac);
  6. Die Minister der Regierung in der vom Präsidenten der Republik bestimmten Rangfolge;
  7. Frühere Präsidenten des Ministerrats (vgl. Vierte Republik) und frühere Premierminister;
  8. Der Präsident des Verfassungsrats (des französischen Verfassungsgerichts);
  9. Der Vizepräsident und Vorsitzende des Staatsrats (des obersten französischen Verwaltungsgerichts);
  10. Der Präsident des Wirtschafts- und Sozialrats;
  11. Die Abgeordneten der Nationalversammlung;
  12. Die Senatoren;
  13. Die rechtsprechende Gewalt, repräsentiert durch den ersten Präsidenten und den Staatsanwalt des Kassationsgerichts;
  14. Der erste Präsident und der Staatsanwalt des Rechnungshofes (Cour des Comptes);
  15. Der Großkanzler der Ehrenlegion, der Kanzler des Verdienstordens und die Ratsmitglieder dieser Orden;
  16. Der Kanzler des Befreiungsordens und die Ratsmitglieder dieses Ordens;
  17. Der Stabschef der Armeen;
  18. Der Ombudsman der Republik.

Weitere Staatsämter sind auf einer besonderen Präzedenzliste für Veranstaltungen in Paris aufgeführt, welche im Decret n° 95-1037 vom 21.September 1995 stammt und im Journal Officiel 1995, S. 13887 veröffentlicht wurde:

  1. Der Präsident der Republik
  2. Der Premierminister Frankreichs
  3. Der Präsident des Senats
  4. Der Präsident der Nationalversammlung
  5. Frühere Präsidenten der Republik in Reihenfolge ihres Amtes
  6. Die Minister der Regierung in der vom Präsidenten der Republik bestimmten Rangfolge;
  7. Frühere Präsidenten des Ministerrats (vgl. Vierte Republik) und frühere Premierminister;
  8. Der Präsident des Verfassungsrats (des französischen Verfassungsgerichts);
  9. Der Vizepräsident und Vorsitzende des Staatsrats (des obersten französischen Verwaltungsgerichts);
  10. Der Präsident des Wirtschafts- und Sozialrats;
  11. Die Abgeordneten der Nationalversammlung;
  12. Die Senatoren;
  13. Die rechtsprechende Gewalt, repräsentiert durch den Ersten Präsidenten des Kassationsgericht und den Generalprokurator (Generalstaatsanwalt) beim Kassationsgerichts;
  14. Der Erste Präsident des Rechnungshofes und der Generalprokurator beim Rechnungshof (Cour des Comptes);
  15. Der Großkanzler der Ehrenlegion, der Kanzler des Verdienstordens und die Ratsmitglieder dieser Orden;
  16. Der Kanzler des Ordens der Befreiung und die Ratsmitglieder dieses Ordens;
  17. Der Generalstabschef der französischen Streikräfte;
  18. Der Ombudsman der Republik.
  19. Der Präfekt der Region Franzien (Ile-de-France) und der Präfekt von Paris
  20. Der Polizeipräfekt von Paris und der Präfekt des Wehr- und Verteidigungsbezirks Paris
  21. Der Bürgermeister und Präsident des Rates von Paris
  22. Der Präsident des Regionalrates von Franzien (Ile-de-France)
  23. Die Mitglieder des Europäischen Parlaments
  24. Der Kanzler des Institut de France, die Ständigen Sekretäre der Französischen Akademie, der Akademie der Schönen Künste, der Akademie der Literatur, der Akademie der Naturwissenschaften, der Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften
  25. Der Generalsekretär (etwa beamteter Staatssekretär) der Regierung, der Generalsekretär der Nationalen Verteidigung und der Generalsekretär des Ministerums für Auswärtige Angelegenheiten
  26. Der Präsident des Appellationsverwaltungsgerichtshofes zu Paris, der Erste Präsident des Appellationsgerichtshofes zu Paris und der Generalprokurator bei diesem Gericht
  27. Die Stabschefs der Teilstreitkräfte, der Militärgouverneur von Paris, der Militärkommandant von Franzien (Ile-de-France)
  28. Der Präsident des Hohen Rates für die audiovisuellen Medien
  29. Der Präsident der nationalen Kommission der Informationsfreiheit
  30. Der Präsident des Wettbewerbsrates
  31. Der Präsident der Börsenaufsicht
  32. Der Rektor der Akademie von Paris, der Kanzler der Universitäten von Paris
  33. Kabinettsdirektoren, der Direktor der Nationalen Gendarmerie, die Generaldirektoren und Verwaltungsdirektoren
  34. Der Gouverneur der Bank von Frankreich (Nationalbank),
  35. Der Präsident des Verwaltungsgerichts von Paris, der Präsident des Gerichtes der Großen Instanz von Paris und der Prokurator (Oberstaatsanwalt) bei diesem Gericht, der Präsident des Rechnungshofes der Region Franzien
  36. Der Präfekt, und der Generalsekretär der Präfektur der Region Franzien, der Präfekt und der Kabinetdirektor der Polizeipräfektur der Region Franzien, der Präfekt und der Generalsekretär der Präfektur von Paris
  37. die Mitglieder des Stadtrates von paris, die Mitglieder des Regionalrates der Region Franzien
  38. die Präsidenten der Universitäten von Paris, die Direktoren der nationalen Großen Schulen (grandes écoles) und die Direktoren der großen nationalen Forschungseinrichtungen
  39. Der Präsident des Handelsgerichtes von Paris



Das tatsächlich mächtigste Amt ist das des Präsidenten der Republik als Staatsoberhaupt mit großen Exekutivkompetenzen und als Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

Kanada

  1. Königin (Her Majesty Queen Elizabeth II)
  2. Generalgouverneur (Her Excellency the Right Honourable Michaëlle Jean)
  3. Premierminister (The Right Honourable Stephen Harper)
  4. Chief Justice (The Right Honourable Beverley McLachlin)
  5. Ehemalige Generalgouverneure in der Reihenfolge ihrer Amtszeit:
    1. The Right Honourable Ed Schreyer (1979-1984)
    2. The Right Honourable Roméo LeBlanc (1995-1999)
    3. The Right Honourable Adrienne Clarkson (1999-2005)
  6. Überlebende Ehepartner verstorbener Generalgouverneure:
    1. Gerda Hnatyshyn
  7. Ehemalige Premierminister in der Reihenfolge ihrer Amtszeit:
    1. The Right Honourable Joe Clark (1979-1980)
    2. The Right Honourable John Turner (1984)
    3. The Right Honourable Brian Mulroney (1984-1993)
    4. The Right Honourable Kim Campbell (1993)
    5. The Right Honourable Jean Chrétien (1993-2003)
    6. The Right Honourable Paul Martin (2003-2006)
  8. Ehemalige Chief Justices of Canada, in der Reihenfolge ihrer Amtszeit:
    1. The Right Honourable Antonio Lamer (1990-2000)
  9. Sprecher des Senats (The Honourable Noël Kinsella)
  10. Sprecher des Unterhauses (The Honourable Peter Milliken MP)

Das politisch einflussreichste Amt ist das des Premierminister als Regierungschef.

Vereinigtes Königreich

Die protokollarische Rangordnung im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland ist – wie die Geschichte der britischen Monarchie – lang und kompliziert. Sowohl für die einzelnen Teile des Reiches (England und Wales, Schottland und Nordirland) wie auch für Damen und Herren existieren separate Listen (vgl. für die Details die englischsprachige Wikipedia). Im Vereinigten Königreich war die gesellschaftliche Bedeutung des protokollarischen Rangs noch bis zum 2. Weltkrieg sehr groß.

Eine konsolidierte Präzedenzliste würde stark vereinfacht etwa diesem Muster folgen:

  1. Der Souverän (Königin Elizabeth II.);
  2. Die Angehörigen der königlichen Familie;
  3. Der höchste kirchliche Würdenträger (in England der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams);
  4. Die Great Officers of State und einige weitere zeremonielle Ämter, weitere dieser Ämter finden sich auch verteilt auf den Rest der Liste;
  5. Der Premierminister des Vereinigten Königreichs (Gordon Brown);
  6. Premierminister des Commonwealth, wenn zu Besuch im Königreich;
  7. Der Sprecher des Unterhauses des Parlaments (Michael Martin);
  8. Der Sprecher des Oberhauses (zurzeit in der Protokollarischen Rangordnung für Damen Hélène Hayman, Baroness Hayman)
  9. Der Lord Chief Justice von England und Wales;
  10. Ausländische Botschafter;
  11. Höhere britische Adlige:
    1. Herzöge (Dukes),
    2. Markgrafen (Marquesses),
    3. Grafen (Earls),
    4. Burg- oder Vizegrafen (Viscounts);
  12. Bischöfe der Kirche Englands (nicht in Schottland);
  13. Barone; Lords of the Parliament
  14. Der Master of the Rolls;
  15. Minister der Krone;
  16. Titularadel (Träger der höchsten Stufen der verschiedenen Orden; Anrede Sir/Dame), dazwischen Richter;
  17. Esquires und Ladies bzw. Gentlemen.

Das tatsächlich mächtigste Amt ist das des Premierministers als Regierungschef.

Vereinigte Staaten

Die protokollarische Rangordnung der Vereinigten Staaten wird durch Verfügung des Präsidenten offiziell festgelegt. Sie ist nicht identisch mit der durch Verfassung und Gesetz geregelten Nachfolgeregelung des Präsidenten.

Der obere Teil der US-Präzedenzliste lautet wie folgt. Die vollständige Liste ist in der englischsprachigen Wikipedia verfügbar.

  1. Präsident der Vereinigten Staaten (George W. Bush) und, wenn anwesend, seine Frau, die First Lady (Laura Bush);
  2. Vizepräsident der Vereinigten Staaten und Vorsitzender des Senats (Richard B. Cheney) und, wenn anwesend, seine Frau, die Second Lady (Lynne Cheney);
  3. Ein Gouverneur in seinem Bundesstaat;
  4. Ein Bürgermeister in seiner Stadt;
  5. Sprecher des Repräsentantenhauses (Nancy Pelosi);
  6. Oberster Richter der Vereinigten Staaten (John Roberts);
  7. Frühere Präsidenten der Vereinigten Staaten (in Reihenfolge ihres Amtes):
    1. Jimmy Carter,
    2. George H. W. Bush,
    3. Bill Clinton;
  8. Ein amerikanischer Botschafter auf seinem Posten;
  9. Außenministerin (Condoleezza Rice);
  10. Ausländische Botschafter (Ambassadors Extraordinary and Plenipotentiary);
  11. Witwen früherer Präsidenten:
    1. Betty Ford,
    2. Nancy Reagan;
  12. Ausländische Minister;
  13. Beigeordnete Richter am Obersten Gerichtshof (in der Reihenfolge ihrer Ernennung):
    1. John Paul Stevens,
    2. Antonin Scalia,
    3. Anthony Kennedy,
    4. David Souter,
    5. Clarence Thomas,
    6. Ruth Bader Ginsburg,
    7. Stephen Breyer,
    8. Samuel Alito.

Das tatsächlich mächtigste Amt ist das des Präsidenten als Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

Volksrepublik China

An der Spitze der offiziellen protokollarischen Rangordnung der Volksrepublik China stehen die Mitglieder des Ständigen Ausschusses des Politbüros der Kommunistischen Partei Chinas. Der obere Teil der Rangordnung lautet zusammengefasst wie folgt:

  1. Mitglieder des Ständigen Ausschusses des Politbüros:
    1. Hu Jintao, Staatspräsident der Volksrepublik, Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas und Vorsitzender der Zentralen Militärkommission der Volksbefreiungsarmee
    2. Wu Bangguo, Vorsitzender des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses
    3. Wen Jiabao, Premierminister des Staatsrats
    4. Jia Qinglin, Vorsitzender der Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes
    5. Li Changchun, Propagandachef
    6. Xi Jinping, Parteichef von Schanghai
    7. Li Keqiang, Parteichef von Liaoning
    8. He Guoqiang, Leiter der Antikorruptionsabteilung der Kommunistischen Partei Chinas
    9. Zhou Yongkang, Minister für Öffentliche Sicherheit
  2. Übrige Mitglieder des Politbüros
  3. Partei- und Staatsführer im Ruhestand, darunter Jiang Zemin
  4. Mitglieder des Sekretariats der Kommunistischen Partei Chinas:
    1. Vize-Premierminister (bereits Mitglieder des Politbüros)
    2. Vizepräsidenten der Zentralen Militärkommission
    3. Vizepräsidenten des Nationalen Volkskongresses
    4. Mitglieder des Ständigen Ausschusses des Staatsrates
    5. Präsident des Obersten Volksgerichts (Wang Shengjun)
    6. Präsident der Obersten Volksstaatsanwaltschaft (Cao Jianming)
    7. Frühere Vizepräsidenten des Ständigen Ausschusses des Politbüros
    8. Mitglieder der Zentralen Militärkommission
    9. Minister des Staatsrates
  5. Parteichefs und Gouverneure der Provinzen, soweit nicht bereits aufgeführt

Literatur