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Myrmekotrophie

Unter Myrmekotrophie (zu deutsch: Ernährung durch Ameisen) versteht man eine Interaktion zwischen Ameisen und Pflanzen, bei der der pflanzliche Partner den Ameisen Wohnraum bietet und die Ameisen der Pflanze Nährstoffe zur Verfügung stellt. Die Nährstoffe werden über Fäkalien, Leichen oder Fraßabfälle bereitgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Myrmecodia (Rubiaceae)

Bei der in den Tropen Südostasiens und Nordost-Australiens verbreiteten Gattung Myrmecodia, die epiphytisch auf Bäumen wächst ist das Hypokotyl als Knolle ausgewachsen und besitzt Höhlengänge. In diesen Gängen leben Ameisen, u.a. der Gattung Philidris, die in bestimmten Kammern Fäkalien und ihre Leichen deponieren. Diese Kammern zeichnen sich durch eine poröse Wand aus, durch die die Nährstoffe (vor allem Stickstoff) aufgenommen werden. Die Ameisen dienen zudem auch der Weiterbereitung der Samen (Myrmekochorie).

Auch die Gattung Hypnophytum (ebenfalls ein Rötegewächs) verfolgt diese Form der Ameisenernährung.

Dischidia (Seidenpflanzengewächse)

Auch die epiphytisch wachsenden Vertreter der Gattung Dischidia haben sich mit Ameisen (u.a. der Gattung Iridomyrmex) arrangiert. Einige der sukkulenten Blätter sind vergrößert und wachsen kapuzen- bis schlauchförmig aus. In diesen an den Untergrund gepressten Blättern leben die Ameisen, die dort ihre Fäkalien hinterlassen. Die Aufnahme der Nährstoffe erfolgt über Wurzeln, die in die Blattschläuche hineinwachsen.

Tococa (Schwarzmundgewächse)

Die Gattung Tococa bietet ihren Ameisen den Wohnraum an der Basis der Blattspreite. Diese ist dort beiderseitig aufgewölbt und bildet 2 Kammern aus, von denen eine als Wohn- und die andere Abfallkammer dient. Der Eingang befindet sich hinaus zur Blattfläche gerichtet und wird häufig durch Haare gesäumt.

siehe auch

Myrmekophylaxis

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