Heim

Toto & Harry

Toto & Harry sind die Protagonisten der Sat.1-Reportage-Reihe „24 Stunden Toto & Harry - Die Zwei vom Polizeirevier“. In den Folgen begleitet ein Kamerateam die beiden Polizisten in Bochum auf dem Streifendienst. Vom Fernsehen entdeckt wurden die beiden 2001, als der Fernsehsender Sat.1 für Drehaufnahmen der Reportage-Reihe „24 Stunden“ beim Bochumer Polizeipräsidenten nachfragte. Der Beitrag wurde am 27. August 2001 ausgestrahlt.

Polizeioberkommissar Torsten Heim (Toto) und Polizeikommissar Thomas Weinkauf (Harry) wurden nach ihrer Ausbildung in Düsseldorf bzw. Köln ins Ruhrgebiet versetzt und lernten sich dort als Partner im Streifendienst kennen.[1] Mit Warmherzigkeit und Humor nehmen sie es mit alltäglichen Problemen auf, wie zum Beispiel Streitigkeiten zwischen Nachbarn, oder der Lage von aus dem Elternhaus fortgelaufenen Kindern.

Die erste Folge der Serie wurde am 14. Januar 2002 ausgestrahlt. Die Serie hat inzwischen bis zu 3,5 Millionen Zuschauer und ist bis in die Schweiz bekannt. Heim und Weinkauf wurden unter anderem zweimal von Harald Schmidt und einmal von Johannes B. Kerner eingeladen.

In ihrem gemeinsamen Buch aus dem Jahre 2004 berichten die Polizisten auch über Erlebnisse, die nicht im Fernsehen zu sehen sind, zum Beispiel, wie sie im Dienst zum ersten Mal mit Toten konfrontiert wurden, und wie sie zur Polizei kamen. Sie nennen die enorme Zahl von Meldungen, die ihr Revier jährlich bearbeiten muss, und beschreiben den etwas muffigen Geruch der Umkleiden im Keller, wo sie jeden Tag vor Dienstantritt ihre selbst zu bezahlende Dienstkleidung und Schutzweste anlegen. Am 13. November 2004 fand im Bochumer UCI eine Lesung von Toto & Harry statt, ebenso auch für ihr zweites Buch am 6. Mai 2007.

Eine weitere Staffel wurde ab Oktober 2005 gedreht und mit Genehmigung des Bochumer Polizeipräsidenten ab Mai 2006 gesendet.

Kritiker weisen darauf hin, dass die Sendung das Persönlichkeitsrecht der gefilmten Personen verletze, obwohl bei den Aufnahmen angeblich stets auf die Möglichkeit der Verfremdung der Gesichter und der Stimmen hingewiesen werde.[2] Demgegenüber nehmen Polizisten zum Beispiel bei Demonstrationen ihr Recht am eigenen Bild stets wahr. So rief etwa die Pogo-Partei in diesem Zusammenhang zu einer Kundgebung gegen Toto & Harry auf dem Bochumer Husemannplatz am 15. April 2006 auf. Im Februar 2007 wurde zudem von einem Strafverteidiger vor Gericht kritisiert, dass das Kamerateam die Spurensicherung nach einem Tötungsversuch filmte. Das sei würdelos gegenüber dem Täter.

Seit 2005 sind Toto & Harry Botschafter des Kinderhospizes Mitteldeutschland, welches in Nordhausen, der Partnerstadt ihres Reviers Bochum, ab 2007 gebaut werden soll.[3]

Als Thorsten Heim 1981 zur Polizei kam, spielte er in der Behördenauswahl Fußball. Da er eine robuste Spielweise hatte, die den Trainer an den Italiener Salvatore „Toto“ Schillaci erinnerte, gab ihm ein Freund daraufhin den Spitznamen „Toto“.

Zitate

Literatur

Referenzen

  1. Westfälische Rundschau, Schwelm, 7. November 2003: Millionen sehen Toto & Harry
  2. bsz, Nr. 614, 5. November 2003: Toto & Harry
  3. Stiftung Kinderhospiz Mitteldeutschland e.V.