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Cubase

Cubase ist ein MIDI-Sequenzer und digitales Audiobearbeitungsprogramm und wird von der Firma Steinberg seit 1989 entwickelt. Ein weiterer oft gebrauchter Ausdruck für Software dieser Art ist „Audio/MIDI-Sequenzer“.

Die Software wird häufig in Tonstudios eingesetzt, aber auch in kleinen, privaten Heimstudios hat sie ihren Platz gefunden. Cubase SX oder Nuendo bilden dort meist die Zentrale einer Produktionsumgebung. Das wesentlich teurere Nuendo bietet - neben allen Features von Cubase SX - noch erweiterte Funktionen für die Synchronisation zu Filmmaterial und wird daher nur für die Video-Post-Production, nicht aber für reine Musikaufnahmen benötigt. Um sinnvoll arbeiten zu können, benötigt der Rechner, auf dem Cubase SX läuft, Schnittstellen nach außen. Für die Aufnahme und Wiedergabe von Audiomaterial wird eine Sound- oder Audiokarte, möglichst mit schnellem ASIO-Treiber, benötigt. Für die Aufnahme von MIDI-Daten muss ein entsprechendes Interface am Rechner angeschlossen sein. Über MIDI können dann externe Klangerzeuger (z. B. Synthesizer) sowie MIDI-Eingabegeräte (in der Regel Klaviatur/Keyboard, aber auch MIDI-Gitarre, MIDI-Controller o. ä.) verbunden sein.

Ursprünglich war Cubase als Werkzeug konzipiert, mit dem ausschließlich MIDI-Daten aufgenommen, bearbeitet und abgespielt werden konnten. Außerdem war - zumindest in den teureren Versionen - die Aufbereitung der Daten als gedruckte Notation möglich. Funktionen zur Aufnahme von Audio wurden später hinzugefügt und schließlich mit Einführung der VST-Schnittstelle erweitert. Cubase wurde zunächst für den Atari ST geschrieben und später auf den Apple Macintosh und Microsoft Windows portiert. Für die zuletzt genannten Betriebssysteme ist Cubase bis heute erhältlich, und damit eines der wenigen Programme seiner Art, das nach wie vor plattformübergreifend verfügbar ist.

Die Cubase SX-Familie (Cubase SX, Cubase SL, Cubase SE, Nuendo) nutzt DirectMusic, einen Bestandteil von DirectX, für die MIDI-Kommunikation. Steinberg entwickelte darüber hinaus eine eigene Technologie namens LTB, bei der MIDI-Daten mit Zeitstempeln versehen werden, und vom intelligent programmierten MIDI-Interface zum exakt richtigen Zeitpunkt an die angeschlossenen MIDI-Klangerzeuger ausgeliefert werden. Dadurch ist mit Cubase VST 5.x und den Programmen der Cubase SX Familie ein äußerst genaues MIDI-Timing erreichbar. LTB funktioniert allerdings nur mit den von Steinberg vertriebenen MIDI-Interfaces Midex3 und Midex8, deren Produktion allerdings bereits 2003 eingestellt wurde.

So gut wie alle Versionen von Cubase benutzen, um eine unberechtigte Weitergabe der Programme zu unterbinden, Dongles als Kopierschutz, was manchmal zu technischen Problemen führt. Bis Cubase VST 5.1 wurden die Kopierschutzstecker an den Druckerport LPT angeschlossen. Cubase SX, SL und SE sowie Nuendo benutzen USB-Dongles der deutschen Firma Syncrosoft.

Für den Heimgebrauch gibt es jeweils eine günstigere Version. Bei Cubase VST hieß sie noch Cubasis, in der neuen Cubase SX Familie gibt es Cubase SL oder Cubase SE. Bezüglich der Dateiformate herrscht generell Aufwärtskompatibilität. Das bedeutet: Ein mit einer der kleinen Cubase-Versionen erstelltes Projekt lässt sich auch in den großen Versionen (Cubase SX, Nuendo) problemlos öffnen, allerdings gilt dies leider in den meisten Fällen nicht umgekehrt.

Inhaltsverzeichnis

ASIO-Architektur

1996 wurde von Steinberg für Cubase die Audio-Stream-Input/Output-Architektur (ASIO) eingeführt. Die ASIO-Architektur ermöglicht bei Vorhandensein einer ASIO-kompatiblen Soundkarte sowohl die schnellere Datenübertragung von Audiosignalen aus dem Rechner heraus als auch hinein. Erst durch Verwendung der ASIO-Architektur konnten durch sonstige Soundkarten-Treiber verursachte hörbare Abspielverzögerungen (Latenzen) derart verringert werden, dass VST-Instrumente quasi in Echtzeit gespielt werden können. Statt einer deutlich hörbaren (und störenden) Latenz von mehreren hundert Millisekunden können moderne Soundkarten Audiosignale mit wenigen Millisekunden Latenz aufnehmen und wiedergeben. Mittlerweile können aber auch billige Standard-Soundkarten (Onboard-Soundchip) mit brauchbar niedriger Latenz betrieben werden. Die Karte wird dadurch zwar nicht besser, ermöglicht aber latenzfreies Spielen von VST-Instrumenten. Möglich macht das der ASIO4ALL Treiber.

VST-Schnittstelle (VST-Effekte und VST-Instrumente)

Ebenfalls im Jahre 1996 wurde mit Cubase VST eine auch für Drittanbieter offene Plugin-Schnittstelle für virtuelle Effekte mit dem Namen Virtual Studio Technology (VST) implementiert. 1999 folgte die verbesserte VST-Version 2.0.

Mit dieser war es möglich, neben virtuellen Effekten auch virtuelle Instrumente in VST einzubinden. Seitdem werden von Drittanbietern auch virtuelle Instrumente für die VST-Schnittstelle erstellt. Es gibt ebenfalls mehrere Anbieter von Hardware-basierten Effekten für die VST-Schnittstelle, wie z.B. die Firma Universal Audio mit der UAD-1 PCI-Karte und die Firma TC Electronics mit deren Powercore Produktpalette. Schon bei Cubasis VST 5.0, das im Mai 2000 erschien, lagen eine Reihe Effekte bei, wie z.B. Kompressor, Hall, Delay, DeEsser, und Equalizer (EQ).

Seit der Vorstellung des Programms N.I. Reaktor bzw. Synthedit ist es auch für Personen ohne Programmierkenntnisse möglich, Instrumente und Effekte für die VST-Schnittstelle zu erstellen und einzusetzen.

Die VST-Schnittstelle ist mittlerweile ein Standard für digitale Audiobearbeitungsprogramme auf Macintosh und Windows-Systemen, die jedoch bei neuen MacOS-Versionen nicht mehr von allen Programmen unterstützt wird. Stattdessen kommt die AU-Schnittstelle (Audio Unit) zum Einsatz. Steinberg-Produkte allerdings unterstützen nach wie vor auch unter Mac OS X die hauseigene VST-Schnittstelle.

Ebenfalls erhältlich als VST-Instrumente und Effekte sind mittlerweile Emulationen von real existierender Hardware. Die Qualität ist heutzutage sehr gut und lässt sich mit den Originalen durchaus vergleichen. Vom analogen Synthesizer über die legendäre Hammond-Orgel B3 bis hin zum virtuellen Gitarristen ist heute fast alles ohne kostspielige Peripherie möglich.

Immer leistungsfähigere Computer erlauben das Einspielen und Manipulieren dieser VST-Instrumente nahezu in Echtzeit. Schon auf Computern der Pentium-III-Generation (oder Apple G4) sind mit geeigneten Soundkarten Latenzen im Bereich unter 10ms zu erzielen. Damit eignen sich VST-Instrumente auch für den Live-Einsatz auf der Bühne oder als Produktionswerkzeuge in Tonstudios. Heutzutage ist es sogar möglich, komplett auf Outboard-Equipment zu verzichten und ganze Produktionen auf PC-oder Mac-Basis durchzuführen. Interessant ist dabei auch die mit FX Teleport eingeführte Erweiterung, VST-Komponenten auf mehrere PCs im LAN zu verteilen und parallel zu nutzen.

Die Geschichte von Cubase

Literatur