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Lanao del Sur

Lanao del Sur ist eine Provinz im Zentralteil der Insel Mindanao auf den Philippinen. Lanao del Sur gehört zum Bezirk ARMM, der Autonomous Region in Muslim Mindanao.

Die Hauptstadt der Provinz liegt am Lake Lanao und heißt Marawi City. Der Gouverneur der Provinz ist Aleem Basher D.Manalao.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lanao del Sur ist umgeben von den Provinzen Lanao del Norte im Norden, Bukidnon im Osten, Shariff Kabunsuan und Cotabato im Süden. Die Provinz hat eine Gesamtfläche von 3.872,9 km².

Im Südosten liegt die Bucht von Illana, ein Teil des Golfes von Moro. Die Landschaft wird dominiert von Hügeln, Plateaus, Vulkanen und Bergzügen, die von zahlreichen Tälern durchschnitten sind. Die mit Wasser bedeckte Fläche der Provinz nimmt 340,39 km² ein und besteht vornehmlich aus Seen und Sümpfen.

Genau in der Mitte der Provinz findet man den Lake Lanao, den größten Binnensee der Insel Mindanao und die Maria Cristina Falls, den größten Wasserfälle des gesamten Landes. Neben den Seen, durchziehen eine Anzahl von Flüssen die Provinz auf ihrem Weg in den Lake Lanao oder in die Bucht von Illana bzw. die Bucht von Iligan.

Demographie und Sprache

Laut der Volkszählung aus dem Jahr 2000 leben in Lanao del Sur insgesamt 800.162 Menschen. Damit nimmt die Provinz in der Bevölkerungsstatistik der Philippinen die 29. Position ein. Im Durchschnitt kommen 207 Einwohner auf einen km². Dies bedeutet in dieser Kategorie den 43. Platz.

Der häufigste in der Provinz gesprochene Dialekt ist Maranao. Daneben sind die philippinischen Sprachen Tagalog und Cebuano ähnlich verbreitet, wie Englisch und Arabisch.

Die ursprünglichen Einwohner, die Maranos, zeichnen sich durch eine einzigartige Kultur aus, die sich vor allem in einer spezifischen Musik, der Gong-Musik ausdrückt. Dieser Musikstil findet sich sowohl in den muslimischen, wie den nicht islamischen Gruppierungen der südlichen Philippinen.

Wirtschaft

Die Einwohner der Provinz Lanao del Sur sind bekannt für ausgefallenen Webereien sowie für ihre Fertigkeiten im Umgang mit Metall und Holz. Die Textilien aus dieser Provinz sind berühmt für ihr kunstvolles Design und ihre Farbenpracht.

Neben dem Vertrieb von handwerklichen Produkten ist die Zucht von Süßwasserfischen in Fischteichen, aufgrund der zahlreichen Gewässer in dem Gebiet, einer der Hauptwirtschaftszweige der Provinz. Daneben werden in der Region verschiedene Früchte angebaut, aber auch der Tourismus ist, durch die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren Bergen, Seen und zahlreichen Wasserfällen, einer der wirtschaftlichen Faktoren von Lanao del Sur.

Verwaltungsgliederung

Lanao del Sur unterteilt sich in 39 Verwaltungsgemeinden und eine Stadt.

Die Verwaltungsgemeinden wiederum sind in insgesamt 1155 Baranggays (Ortsteile) untergliedert. Die Provinz wird in 2 Kongress Distrikte aufgeteilt.

Stadt

Verwaltungsgemeinden

Klima

Die Provinz zeichnet sich durch ein angenehmes, von über das gesamte Jahr stetig auftretenden Regenfällen durchsetztes Klima aus, ohne eine ausgesprochene Trockenperiode zu haben. Die regenreichste Monat ist der Februar, der trockenste der Juni.

Es ist zu erwähnen, dass sich Provinz außerhalb des Taifungürtels befindet, der die nördlichen Philippinen streift.

Geschichte

Das Gebiet um den See Lake Lanao und die Küste der Bucht von Iligan wurde ursprünglich von den Maranos besiedelt. Der Name „Lanao“ leitet sich ab von dem Wort „Ranao” aus dem Dialekt Maranao, was soviel bedeutet wie „Seebewohner“ oder „Leute vom See“.

Der Islam wurde über die nördliche Küste in das Land gebracht und setzte sich im Gebiet schnell durch. Im 17. Jahrhundert gingen die Maranos eine Allianz mit dem starken Maguindanao Sultan Kudarat ein. Es galt, die, um eine Kontrolle der Region bemühte spanische Kolonialmacht in Schacht zu halten.

Als die Spanier um 1636 die Gegend um Lanao erkundeten, fanden sie am nördlichen Ende des Sees eine bevölkerte Siedlung mit dem Namen Dansalan vor. Der Ort war für zwei Jahre in spanischer Hand, doch durch die stetigen Anfeindungen der Einwohner wurde sie schließlich wieder aufgegeben. Lanao del Sur war im folgenden über Jahre ein wichtiger Ausgangspunkt für Raubzüge auf Siedlungen in den Visayas und Luzon.

Als die Macht von Maguindanao im 18. und 19. Jahrhundert allmählich abflaute, richteten die Maranos eine Kette an Sultanaten um den See an, frei von einer Kontrolle durch Spanier oder ihren Nachbarn aus Maguindanao.

Bis zum Ende der spanischen Vorherrschaft auf den Philippinen, waren diese bemüht, das Volk der Maranos zu unterwerfen. 1891 besetzten spanische Truppen den Ort Malabang an der südlichen Küste der Bucht von Illana. 1894 eroberten die Spanier den Ort Marahui und brachte zur Durchsetzung ihrer Interessen Kanonenboote in den Lake Lanao. Die spanische Präsenz nahm mit Ausbruch der philippinischen Revolution jedoch schnell ab und um 1900 erreichten amerikanische Truppen die Provinz.

Die Maranos verweigerten sich jedoch auch dieser Großmacht und im März 1902 kam es zu einer ersten Serie von Kampfhandlungen zwischen Einheimischen und amerikanischen Besatzern, denen weitere folgten.

Lanao wurde 1895 ein Bezirk von Mindanao. 1903 wurde sie von der amerikanischen Verwaltung in die Provinz Moro eingebunden. Die Provinz Lanao entstand 1914 mit der Organisation des „Department of Mindanao and Sulu“.

Dansalan wurde um 1907 zu einer Verwaltungsgemeinde und 1940 gar zur einer Stadt ernannt, aber erst 1950 als solche anerkannt. 1956 wurde die Stadt Dansalan mit dem Republic Act Nr. 1352 in Marawi City umbenannt. Der Name stammt von dem Wort raw ab, einer Lilienart, die im nahen Agus River vorkommt.

Als am 4. Juli 1959 mit dem Republic Act Nr. 2228 die ehemalige Provinz Lanao in die Provinzen Lanao del Norte und Lanao del Sur aufgeteilt wurde, ernannte man Marawi City zur Hauptstadt der neue Provinz Lanao del Sur.

1980 wurde der Name der Stadt erweitert in Islamic City of Marawi Sie ist nun die einzige beurkundete Stadt auf den Philippinen, deren Einwohner überwiegend muslimisch sind.

In einer Volksabstimmung 1989 votierten die Bewohner von Lanao del Sur schließlich für eine Zugehörigkeit zu der Autonomous Region in Muslim Mindanao (ARMM), die Stadt Marawi City selbst stimmte dabei jedoch gegen eine solche Mitgliedschaft.

Lanao del Sur erlangte internationale Aufmerksamkeit während der muslimisch-christlichen Auseinandersetzungen in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Im Oktober 1972 wurde die Stadt Marawi City von Rebellen der Moro National Liberation Front (MNLF) angegriffen und besetzt. 1979 folgten Friedensgespräche zwischen der MNLF und der philippinischen Regierung in deren Verlauf die Provinz zu einem Teil der autonomen Regionalverwaltung von Zentral Minadano wurde.

Die Provinz Lanao del Sur blieb bis zum endgültigen Friedensvertrag von 1996 ständig unter der Kontrolle der MNLF.

Sehenswürdigkeiten

Einzelnachweise

  1. National Statistical Coordination Board (2006-04-27). 2006 Factsheet. Gefunden am 2006-06-24.


Koordinaten: 7° 48' 00" N, 124° 19' 00" E